VDSL



VDSL steht für "Very High Speed Digital Subscriber Line" (deshalb früher auch mit VHDSL abgekürzt) und beschreibt eine DSL-Variante mit sehr hohen (englisch "Very High") Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Spezifikationen für VDSL ermöglichen Datenübertragungen von bis zu 200 MBit je Sekunden. Dabei ist die Transferrate symmetrisch, das heißt die angegebene Datenrate kann gleichzeitig im Up- und Downstream erreicht werden.

Zudem besteht die Möglichkeit bestimmte Datenströme mit Priorität zu behandeln, so das Beispielweise VOIP- (Voice over IP - Sprache über Datennetzwerke) oder IPTV-Anwendungen (Internet Fernsehen), die keine Unterbrechungen dulden, nicht von anderen Anwendungen gestört werden.

Technisch gesehen setzt VDSL auf dem Vorgängerprotokoll ADSL2+ auf, und ist zu diesem abwärts kompatibel. VDSL ist zurzeit in Deutschland nur in wenigen Orten verfügbar. Der Dienst befindet sich noch im Aufbau und wird momentan (Stand Juli 2007) nur in einigen Großstädten im Testbetrieb angeboten.

Ziel beim Einsatz von VDSL ist es, diesen Dienst als universelle "Kommunikations-Schlagader" in die Haushalte zu bringen. Eine Leitung, die alles liefert: Telefon, Internet und Fernsehen.

Die Technik ermöglicht zum Beispiel das "Video on Demand", also die Auswahl eines Filmes in einer Online-Videothek. Der Film kann dann sofort nach der Auswahl angeschaut werden, da der Download der Filmdaten mindestens ebenso schnell erfolgen kann wie die Wiedergabe des Films. Die Daten werden dabei in einem so genannten Stream übermittelt, das heißt die Filmdaten werden kontinuierlich, just-in-time, an das Wiedergabegerät übertragen. Die "Sendung" erfolgt damit speziell für den Kunden, der den Film bestellt hat.

Auch für die Fernseh-Unterhaltung bietet das System viele neue Möglichkeiten. So kann der Zuschauer interaktiv in die Sendung mit eingebunden werden, da er ja durch den VDSL-Anschluss über einen leistungsstarken Rückkanal verfügt.

Die VDSL-Technik wird für die Informations- und Unterhaltungsindustrie große Veränderungen bringen, da diese Art der Nutzer-Anbindung sowohl die Möglichkeiten der Programmgestaltung wie auch die Ansprüche der Zuschauer nachhaltig erweitern wird.