Erfahrungswerte: Windows 8 für PC

Die erste erfreuliche Feststellung im Verbindung mit Windows 8 war, dass es sich sehr schnell installieren lässt und dann auch in extrem kurzer Zeit bootet. Für die meisten aktuellen Komponenten bringt Windows 8 bereits Treiber mit sich, so dass der Rechner direkt nach der Installation so gut wie voll einsatzfähig ist. Dennoch empfiehlt es sich, beispielsweise für die Grafikkarte aktuelle Herstellertreiber zu installieren, da die von Microsoft mitgebrachten es an vielen Funktionen und auch an Leistung vermissen lassen. Zwar funktionieren in einigen Fällen auch die Treiber von Windows 7, da Microsoft aber das Treibermodell überarbeitet hat, ist der Einsatz von für Windows 8 zertifizierten Treibern ratsam.

Nach der Installation verlangt Microsoft eine Anmeldung beim hauseigenen Live-Dienst. Über dieses Live-Konto lassen sich später auch Einstellungen via Cloud auf andere Rechner bringen. Das erste Einloggen ist etwas umständlich und könnte noch anwenderfreundlicher gelöst werden. Wer bereits ein Konto für seine Xbox-Spielekonsole eingerichtet hat, kann auch dieses nutzen und fortan sogar auf seine Spiel-Erfolge und heruntergeladene Filme und Musik zurückgreifen.

Wer zuvor mit einer älteren Windows-Version gearbeitet hat, wird sich angesichts des ungewohnten Startbildschirms verwundert die Augen reiben. Dabei ist dieser Sperrbildschirm durchaus ansprechend gestaltet und lässt sich sogar noch personalisieren – hier lassen sich neben der serienmäßig angezeigten Uhrzeit beispielsweise auch eMails oder das aktuelle Wetter anzeigen. Der Sperrbildschirm erinnert damit an die Sperrschirme von Android-Smartphones und bietet tatsächlich einen Mehrwert. Von diesem Screen aus gelangt man auch zur Anmeldung im Windows-Nutzerkonto – via Windows Live-Logindaten. Immerhin, die Anmeldung funktioniert auch ohne bestehende Internetverbindung.

Mehrere gleichzeitig gestartete Anwendungen lassen sich per Touch nicht mehr sinnvoll bedienen

Mehrere gleichzeitig gestartete Anwendungen lassen sich per Touch nicht mehr sinnvoll bedienen Bild:Dennis Ziesecke

Die nun folgende Metro-Oberfläche schaut für Windows-Veteranen ungewohnt aus, erweist sich aber als durchaus ansprechend gestaltete Startfläche. Die Bedienung ist allerdings nicht immer selbsterklärend, so dass ein wenig Experimentierfreude mitgebracht werden muss – das ginge sicher auch anders.

Störend sind die per Klick in die Ecken des Bildschirms aufrufbaren Bedienelemente. Diese orientieren sich zwar an den per Tablet nutzbaren Funktionen, nerven aber beim versehentlichen Klick in eine der Ecken. Zurück zur Metro-Oberfläche gelangt man beispielsweise entweder per Windows-Taste auf dem Keyboard oder mit einem Klick in die linke untere Ecke. Dort hat Microsoft allerdings nur wenige Pixel für die entsprechende Anzeige genutzt – unabsichtlich gelangt man dort schneller hin als bei einem beabsichtigten Klick. Vor allem am Anfang öffnet man daher sehr oft versehentlich den Internet Explorer, dessen Icon viel zu nahe an der „Back-to-Metro“-Schaltfläche liegt. Noch unpraktischer und vor allem auch inkonsequenter wird es, wenn auf einem Produktivsystem mehrere Bilschirme genutzt werden. Nur der primäre Bildschirm wird für die Metro-Ansicht genutzt, der Sekundärbildschirm zeigt immer den Desktop an. An sich nicht unpraktisch, lassen sich so doch wichtige Anwendungen selbst bei Nutzung von Metro immer im Blick behalten. Etwas inkonsequent wirkt diese Desktop/Metro-Aufteilung dann aber doch. Besonders unpraktisch ist allerdings, dass die Anklickpunkte in den Bildschirmecken immer auf dem Hauptbildschirm verbleiben. So müssen immer die wenigen Pixel für die entsprechende Schaltfläche gesucht werden, während Nutzer eines einzelnen Bildschirmes einfach den Mauszeiger so weit in die Ecke bewegen, bis er sich nicht mehr weiter verschieben lässt.

Je mehr man sich bei einem Betriebssystem in der Steuerung verirren kann, desto wichtiger werden Tastenkürzel als Ausweg. Microsoft integriert derer viele, einige sind tatsächlich sehr praktisch. So lässt sich mit der Windows-Taste der Metro-Startbildschirm aufrufen, während Windows + D den Desktop hervorzaubert. Windows + Druck erzeugt einen Screenshot, Window + I die Einstellungen und Windows + R lockt den „Ausführen“-Dialog hervor. Der Umweg über das Metro-Menü lässt sich auch bei der Dateisuche sparen – Windows + F hilft hier weiter. Mit Windows + C wird dir rechte Seitenleiste aufgerufen, was auch den irgendwie verschwundenen Ein/Aus-Schalter wieder hervorzaubert (Seitenleiste → Einstellungen). Apropos Aus-Schalter: Windows 8 mag offenbar nur sehr ungerne beendet werden, was beim ersten herumprobieren tatsächlich stark frustrieren kann. Der Rechner lässt sich aber entweder über die eben erwähnte Seitenleiste herunterfahren oder indem im Metro-Menü das Benutzerkonto mit einem Klick auf den eigenen Benutzernamen abgemeldet wird – im nun folgenden Startbildschirm versteckt sich ein weiterer Herunterfahren-Dialog. Eine App mit einem Powerschalter wäre aktuell wahrscheinlich eine der am meisten heruntergeladenen Apps überhaupt.

Autor: Dennis Ziesecke

Windows 8:

Kommentar zum Beitrag “Windows 8 Zusammenfassung”

  1. Leif Magnus sagt:

    Ich finde den Artikel gut und umfassend geschrieben, jedoch fehlt mir eine gute Gliederung. Mit einer Gliederung hätte ich mich bestimmt nicht 5-6 Mal verlesen.

    Gruß Leif Magnus

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