IP-TV

Wenn die Rede von Triple Play ist, dann ist im selben Atemzug auch immer die Rede von Internet-Telephonie (Voice over IP) und Fernsehen über das Internet (IP-TV). Dabei ist vor allem der Empfang von Fernsehen über das Internet für die meisten Verbraucher neu und noch wenig bekannt und genau auf diesem Sektor sehen die Triple-Play-Services-Anbieter auch ein großes Potential, denn für das Fernsehen über das Internet und den Service Video on Demand benötigt man eine sehr hohe Datenrate, die eigentlich nur mit den heute schon weit verbreiteten Breitbandanschlüssen ermöglicht werden kann, so zum Beispiel mit ADSL2, Kabelmodem und vor allem VDSL. Beim Fernsehen über das Netz werden die Videosignale einfach gesprochen über das Internet-Protokol verschickt und kommen so beim Nutzer an.

IPTV

Unter IP-Fernsehen versteht man grundsätzlich drei unterschiedliche Dinge, beziehungsweise man kann mit entsprechenden Triple-Play Services beim IP-TV drei unterschiedliche Unterhaltungsmöglichkeiten wählen. Zum einen kann man Live-Sender aus dem Netz empfangen. Dies nennt man meist Broadcast-TV, Mulicast-Videostreams oder auch Live-TV. Dies entspricht am ehesten dem, was wir heute als Fernsehen kennen. Der Empfang des Broadcast-TV wird meist durch eine so genannte Set-Top-Box ermöglicht, die am Fernseher angebracht werden muss. Sie empfängt die nötigen Ströme, liest die Daten und dekodiert sie zunächst. Danach erfolgt die Umwandlung in eine fernsehtaugliche Darstellung, so dass man ein ganz normales Fernsehprogramm genießen kann. Die von der Set-Top-Box empfangenen Ströme bezeichnet man auch als Multicast-Ströme, da es für jeden TV-Kanal eine Multicastgruppe gibt. Diese Multicast-Form wurde gewählt, um die Verschickung der Daten sicher und schnell zu machen. Grundsätzlich sieht diese Verschickung folgendermaßen aus: Die Fernsehsender schicken ihre Daten an einen Video Headend, das diese Daten zunächst kodiert und verschlüsselt und dann aus diesen Daten den Mulitcast-Strom erzeugt, der bei der Set-Top-Box ankommt.

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Das Fernsehen über das Internet wird also nicht erst hochgeladen und dann vom Nutzer wieder herunter geladen. Zum eine liegt dies daran, dass die meisten Fernsehsender gar nicht das Recht dazu haben frei irgendwelche Filme ins Netz zu stellen. Würden sie es dennoch tun, könnten sie sich auf saftige Klagen einstellen. Ein noch größeres Problem sind jedoch stabile Verbindungsraten, die so gut wie nie gegeben sind. Ein störfreies Fernsehen wäre also nicht möglich. Als zweites und etwas Besonderes gibt es das bereits oben erwähnte Video on Demand. Die Übersetzung dieses Begriffes lautet etwa Videoabruf oder Video auf Abruf. Gemeint ist in jedem Fall die Möglichkeit sich wie aus einer Art Videothek ein Video auszusuchen und diesen dann abzurufen. Man könnte also von personalisiertem Wunschfernsehen sprechen, dass durch das Fernsehen über das Internprotokoll möglich wird. Man sucht sich wie gesagt das Video aus, das man möchte und fordert es vor allem auch zu dem Zeitpunkt an, zu dem man es sehen möchte. Genauso wie das IP-Fernsehprogramm werden diese Videos an die Teilnehmer von Triple Play Systemen über das Breitbandkabelnetz geschickt. Dieser Service ist noch nicht sehr verbreitet beziehungsweise noch wenige Kunden nehmen diesen Service in Anspruch. Auch deswegen sind die Preise noch nicht sonderlich günstig. Die bekanntesten Anbieter in Deutschland sind die T-online und Arcor. Die wenigsten wissen, dass zum Beispiel auch das ZDF eine (sogar) kostenfreie so genannte Mediathek anbietet.

Webtipp: Praktikumsbericht

Neben diesen klassischen Video on Demand Angeboten gibt es oft auch etwas günstigere so genannte Near Video on Demand Anbieter. Grundsätzlich funktionieren diese nach dem gleichen Prinzip, jedoch kann man hier nicht ganz frei die Startzeiten der Filme wählen, sondern diese sind vorgegeben beziehungsweise die Filme beginnen in einem festgelegten Abstand. Man sucht sich dann einfach ein Video heraus und wartet den nächsten Sendebeginn ab. Üblicherweise handelt es sich um halbstündige Intervalle, so dass man nicht lange warten muss. Die dritte Variante des IP-Fernsehens ist das so genannte Internet-TV, bei dem Videostreams aus dem Internet einfach abgespielt werden.

Alle drei Unterhaltungsmöglichkeiten des IP-Fernsehens bieten den Nutzern von Breitbandanschlüssen und Triple-Play-Nutzern also vielfältige Möglichkeiten fern zusehen. Dazu muss man wissen, dass es grundsätzlich bei IP-Fernsehen keine Senderbegrenzungen gibt. Das heißt theoretisch könnten beliebig viele Sender angeboten werden und gleichzeitig könnte man als Kunde über Video on Demand online auf jeden Film zugreifen, der jemals gedreht wurde. Im Vergleich zu den potentiellen Möglichkeiten sind die bisherigen Umsetzungen noch etwas gering, es ist aber anzunehmen, das sich dies in den kommenden Jahren noch ändern wird, denn IP-Fernsehen hat ebenso wie das Telefonieren über das Internet großes Potential und auch diese Technik wurde und wird ja selbst von Technik-Laien immer begeisterter angenommen.

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