Akkulaufzeit des iPhones getestet
Eine namhafte Firma, die sich auf Akkulaufzeittests, deren Analysen und adäquate Vergleichswerte spezialisiert hat, veröffentlicht Anfang dieses Monats erste Testergebnisse vom Apple iPhone. Das Smartphone wurde auf verschiedene Laufzeiten hin kontrolliert, die vom Hersteller angegeben worden waren. Einige Wochen vor Verkaufsstart ließ Apple noch die nach oben hin korrigierte Fassung der prognostizierten Akkulaufzeiten publik machen. Jetzt, so der Hersteller, solle das Gerät noch länger einsatzbereit sein, als im Januar dieses Jahres erwartet. Im Januar erschien in San Francisco der erste Prototyp des iPhones auf einer Messe. Kurz nach der Markteinführung gab es erste Referenzen durch verschiedene Tester, die sich aber offenbar größtenteils an vorgegebenen Daten orientierten. In diesen Statistiken wurden die hohen Akkulaufzeiten des iPhones gelobt und waren in etwa mit denen der Herstellerangaben identisch.
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Das unabhängige Institut WirelessInfo.com führte die realitätsnahe Studie durch und bietet durch jahrelange Erfahrungen sowohl standardisierte Messverfahren wie auch reelle Vergleichswerte.
Die Resultate der aktuellen Versuche zeigen, dass sich Apple verkalkuliert zu haben scheint. Die Gesprächsdauer eines durchgehend geführten Telefonats soll sich lauf Hersteller auf bis zu acht Stunden belaufen. Die aktuelle Studie hingegen zeigt, dass ein Gespräch bei einem Realversuch nur etwa die Hälfte der erwarteten Zeitspanne andauert. Gerade in dieser Disziplin wird Apple durch konkurrierende Hersteller um Längen geschlagen. Andere Produkte schaffen es in ähnlichen Versuchen, die zehn Stunden-Marke zu durchbrechen.
In der Kategorie Musikwiedergabe war zum Zeitpunkt der Analysen noch nicht sicher, unter welchen Bedingungen Apple zu den offiziellen Ergebnissen gelangt war. Man nimmt an, dass der Hersteller das iPhone vom WLAN und vom Mobilfunknetz getrennt hat, um auf eine Laufzeit von 24 Stunden zu kommen. Des Weiteren ist nicht sicher, mit welchem Format getestet wurde. Die unabhängige Firma entschied, dass es unrealistisch sei, dass die Nutzer ihr Telefon komplett vom Netz nähmen um Musik zu hören. Sie nutzten für ihre Versuche das gängige Format .mp3, räumten aber ein, dass es möglich sei, die Laufzeit mit anderen Dateiformaten wie zum Beispiel .ACC zu verlängern. Trotz allem kam das Institut nur auf eine Musikwiedergabedauer von 09:42 Stunden. Die Konkurrenz bietet auf diesem Sektor bereits realistische Zeiten von bis zu 15 ein halb Stunden an.
Von besonderem Interesse waren die Testverläufe in der Disziplin Internetnutzung. Apple gab an, der Benutzer könne sich mit einem voll aufgeladenen Akku sechs Stunden online befinden. Allerdings wurde bekannt, wie wenig realistisch der Hersteller auf diese Daten gekommen ist. In den Hauseigenen Tests wurden innerhalb der angegeben sechs Stunden lediglich 20 Homepages geöffnet und insgesamt nur sechs mal, sprich stündlich, Emails abgerufen. Dies sei für einen durchschnittlichen User viel zu wenig, so das unabhängige Institut. Dieses kam nämlich bei seinen Tests nur auf 03:11, also nur etwas mehr als die Hälfte der erhofften Dauer. Der Online Test fand zudem in einem geschlossenen Netz statt, das heißt, das übliche Scannen näherer Hotspots entfällt. Dies ist für den Otto Normal-Verbraucher jedoch nötig, da dieser sich nur über eben genannte Hotspots ins Internet einwählen kann. Nur, wer Telefondose bzw. Router, also ein lokales Netzwerk mit Kabel zur Verfügung hat, kann auf diese Funktion verzichten. Geräte anderer Hersteller kommen bei dieser Kategorie auf bessere Werte, ein Smartphone der Konkurrenz erreicht beinahe eine drei mal so lange Akkulaufzeit beim Surfen im Web.
Die reine Standby-Zeit beläuft sich laut Apple auf 250 Stunden, was von allen Kategorien wohl noch die realistischste Annahme zu sein scheint. Bei den Musik- und Videowiedergabetest entschied sich der Hersteller, auf die Displaybeleuchtung und jeglichen Netzanschluss (WLAN oder Mobilfunk) zu verzichten. Hier zeigt sich also, dass Apple auf verschiedene Komfortfunktionen einfach verzichtet um bessere Ergebnisse zu erzielen.
Ein weiteres Manko beim iPhone gegenüber allen vergleichbaren Geräten ist sein fest eingebauter Akku. Bei jedem anderen Smartphone lässt sich dieser bequem austauschen und so kann ein Benutzer Wiedergabedauer oder Standbyzeit unterwegs durch einen Zweitakku auf einfach Weise verdoppeln. Der Austausch bei einem iPhone hingegen ist ein technischer Aufwand, den kein privater User zu leisten vermag. Bei stärkerem Akkuverschleiß müsste das Gerät also eingeschickt werden. Der Preis hierfür beläuft sich auf etwa 86 US Dollar, so Apple.
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