Jon Johansen - der Mann der den Apple-iPhoneCode knackte

In Fachkreisen wurde schon vor der Markteinführung am 29. Juni in den USA des neuen Apple iPhone gewettet, wie lange es dauern würde, dass Hacker die Software des neuen Telefons knacken. Es dauerte angeblich nur etwa zwei Tage.

Um was geht es? Um überhaupt telefonieren zu können, muss das iPhones durch den amerikanischen Exklusiv-Vertreiber, die Telefongesellschaft AT&T, freigeschaltet sein. Zudem wird noch ein Konto beim Apple Musikladen iTunes verlangt. Für die Hacker galt es, die SIM-Lock-Sperre des iPhones zu umgehen, um ohne Vertrag telefonieren zu können. Und ein Name taucht immer wieder als Super-Hacker auf: Jon Johansen aus Norwegen, der schon den Kopierschutz von von DVDs knackte. Durch diese Aktionen kam er zu dem Spitznamen „DVD Jon“. Er hatte damals etwas für Software-Fachleute unvorstellbares geschafft: die Entwicklung der so genannten DeCSS-Software, die eben den Kopierschutz von DVD-Filmen umgehen konnte.

Jon Johansen ist für Apple so etwas wie ein "rotes Tuch". Bereits im Jahre 2003 hat er einen Weg gefunden, den Kopierschutz ("DRM") von Songs vom iTunes-Musikladen zu knacken. Und noch Ende 2006 machte er dem "Apple-Fairplay-Kopierschutz" ein schnelles Ende und hielt damit die halbe Apple-Mannschaft auf Trapp und brachte die Software-Entwickler um ihren Schlaf. Natürlich versuchte Apple per Gericht Jon Johansen das "Handwerk" zu legen, aber der Norweger bekam immer glatte Freisprüche. Noch kein einziges Gericht hat ihn bisher verurteilt.

Jetzt hat Jon Johansen eine Datei namens "Phone Activation Server v1.0" zusammen mit der kryptischen Zahlenreihe "Magic iTunes numbers" in seinem Blog veröffentlicht. Wenn diese Angaben stimmen, dann soll es möglich sein, das iPhone ohne Angabe persönlicher Daten zu nutzen. Dies erlaubt die Nutzung aller Musik- und die WLAN-Funktionen, aber telefonieren, E-Mail-Versand und das Internet können weiterhin ohne die Freischaltung von AT&T nicht genutzt werden. Jon Johansen ließ aber verlauten, das dies doch "ein erster Schritt sei". Er schrieb in seinem Blog (Zitat, freie Übersetzung): "Es gibt genügend Leute, die diese iPhone-Funktionen nutzen möchten, ohne einen Zweijahres Vertrag mit AT&T und den damit verbundenen Kosten abschließen zu wollen!"

Doch dem nicht genug, er beschreibt in seinem Blog detailgenau sein Vorgehen, und man kann gar ein Tool herunterladen, dass er "Phone Activation Server v1.0" nennt und mit dem sich iPhones freischalten lassen. Um aus seiner Sicht ein rundes "Angebot" für die interessierten User zumachen, kann man auch noch den Quellcode des Tools downloaden. Man benötigt aber ein bereits installiertes .Net Framework 2.0.

Das ist eine eindeutige Kampfansage an die Software-Entwickler von Apple. Man darf gespannt sein wie die Software-Schmiede in den USA auf diese Herausforderung reagiert - und vor allem wie schnell.

Zwischenzeitlich wird Jon Johansen in diversen Blogs wie ein Popstar gefeiert, aber man kann sicher sein, dass Apple noch viel von ihm hören wird.

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