100-Dollar-Tablet für Bildungsprojekte wird auf der CES vorgestellt

Schon seit geraumer Zeit plant die von Nicholas Negroponte ins Leben gerufene Stiftung OLPC ein Tablet für 100 US-Dollar. Nun wurde das Preisziel erreicht und der Bildungsrechner soll schon in wenigen Tagen auf der CES präsentiert werden.

Die Stiftung „One Laptop per Child“, kurz OLPC, hat sich das Ziel gesetzt, in Ländern wie Afrika auch in abgelegenen Dörfern für Bildungsmöglichkeiten zu sorgen. Eines der Projekte ist das 100-Dollar-Tablet XO-3, welches Kindern in dritte-Welt-Ländern den Zugang zu Technik und Lehrinhalten ermöglichen soll.

100-Dollar-Tablet für Bildungsprojekte wird auf der CES vorgestellt

100-Dollar-Tablet für Bildungsprojekte wird auf der CES vorgestellt

Um das Projekt überhaupt realisierbar zu machen, musste OLPC allerdings einige Hürden überwinden. So ist beispielsweise nur in wenigen ablegenden afrikanischen Dörfern eine zuverlässige Energieversorgung gewährleistet. Das XO-3 setzt daher auf alternative Energie – im Deckel des Tablets sind Solarzellen eingelassen, zusätzlich lässt sich das Gerät auch mit einer Handkurbel mit Strom versorgen. Damit die Arbeit mit dem XO-3 auch Spaß macht, nutzt OLPC einen ARM-Prozessor mit einem Gigahertz Taktfrequenz, den Marvell Armada PXA618. Das Display ist mit 8 Zoll angenehm groß, die Technik stammt von der Firma Pixel Qi und ist speziell auf niedrigen Energiebedarf hin entwickelt worden. Pixel Qi ist ursprünglich im Rahmen des OLPC-Projektes entstanden und beliefert heute neben OLPC auch andere Hersteller. Um Energie zu sparen, nutzt das Display des XO-3 voraussichtlich keine Hintergrundbeleuchtung sondern nutzt das in den Zielländern des Bildungstablets oft reichhaltig vorhandene Umgebungslicht zur Anzeige. Die Hintergrundbeleuchtung eines LCDs benötigt in einem Tablet die meiste Energie, so dass das XO-3 tatsächlich mit Solarzellen und Handkurbel betrieben werden kann.

Als Betriebssystem soll entweder eine speziell angepasste Linux-Version oder Android zum Einsatz kommen. Natürlich sind zahlreiche Lernprogramme in der jeweiligen Landessprache vorinstalliert – und auch Programme, mit denen sich Lesen und Schreiben überhaupt erst erlernen lässt. Die Bedienung soll dabei so intuitiv ausfallen, dass die Kinder das Tablet ohne weitere Anleitung nutzen können sollen. Dazu passt, dass von den ursprünglichen Plänen, die Geräte von Mitarbeitern in die Dörfer zu bringen abgegangen wurde – neuesten Plänen zufolge sollen die Tablets mit Fallschirmen von Hubschraubern in der Nähe der Dörfer abgeworfen werden. Die Bewohner sollen die Tablets finden und intuitiv damit umgehen. Als Beweis, dass so etwas tatsächlich funktionieren kann, verweist Negroponte auf ein Projekt in Indien. Dort stellte die Bildungsforschering Sugata Mitra im Jahr 1999 internetfähige Computer in einem Slum von neu Delhi auf. Selbst Kinder, die zuvor noch nie mit Computern in Berührung gekommen waren, brachten sich in kurzer Zeit selbst bei, damit zu arbeiten und im Internet zu surfen.

Internetzugang wird das XO-3 wohl mangels Mobilfunknetzen in den zu fördernden Gegenden eher nicht bieten. Die vorinstallierten Anwendungen sollen aber dennoch für ein höheres Bildungsniveau auch fernab der größeren Städte, abseits der klassischen Zivilisation, sorgen.

Auf der ab Dienstag den 10. Januar 2012 für die Öffentlichkeit geöffneten Messe CES in Las Vegas wird das XO-3 von OLPC-Gründer Nicholas Negroponte vorgestellt und kann ausprobiert werden.

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