Intels Atom-Prozessor gilt Standard-CPU für kleine und mobile Computer wie Netbooks. Bislang musste immer noch ein zusätzliches WLAN-Modul auf der Platine des Netbooks untergebracht werden – dieses Zusatzmodul möchte Intel nun einsparen. Zu diesem Zwecke integriert der Prozessorgigant die WLAN-Funktion direkt in die CPU.

Atom-Aufrüstung – Intel stattet Mobilprozessoren mit WLAN-Modul aus
Bislang wurden solche WLAN-Module entweder als fest eingelötete Chips auf der Hauptplatine oder als gesteckte Mini-PCIe-Kärtchen realisiert. Allerdings benötigen diese Zusatzchips einiges an Platz auf der Platine und auch der Energiebedarf sinkt durch die Integration in den Prozessorchip. Einen Vorteil für Intel bietet die WLAN-Prozessor-Verschmelzung ebenfalls – bislang kamen oft WLAN-Module von Herstellern wie Atheros zum Einsatz, mit der Atom-Kombilösung sichert sich Intel das WLAN-Monopol bei Atom-Netbooks. Intel plant zudem, auch ein Mobilfunkmodul für UMTS oder LTE in die CPU zu integieren.
Dabei ist die Integration eines solchen WLAN-Bestandteiles in die CPU kein einfaches Unterfangen. WLAN (und auch andere Funklösungen wie UMTS-Modems) emittieren elektromagnetische Felder – und diese können so nah an den Recheneinheiten die Funktion des Prozessors stören. Der WLAN-Atom muss daher eine besondere Abschirmung zwischen dem Funkteil und den Recheneinheiten erhalten. Bei 3G-Modulen für Mobilfunk fallen die Störimpulse noch stärker aus als bei WLAN, weshalb sich die Integration solcher Funktionen noch schwieriger gestaltet und noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.
Den neuen WLAN-Atom nennt Intel „Rosepoint“. Nähere technische Daten gab das Unternehmen noch nicht bekannt – der Prozessor dürfte aber auf den aktuellen Atom-Rechenkernen basieren, wie sie in den aktuellen Cedar-Trail-Atom-CPUs zum Einsatz kommt. Diese fallen mit ihrer vierstelligen Typennummer gegenüber den Vorgängermodellen auf und bieten neben einem geringeren Energiebedarf von nur 5 bis 8 Watt für das Doppelkernmodell auch die Unterstützung für schnellere Speichermodule im DDR3-Format.