Berlin und London planen kostenfreies WLAN-Netz

Zumindest in den größeren Städten könnte das Surfen im Internet bald deutlich flexibler werden. Nachdem London im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 2012 die Innenstadt mit Europas größtem freien WLAN-Netz versehen möchte, will auch Berlin einen neuen Versuch in Richtung kostenfreies WLAN machen.

Berlin und London planen kostenfreies WLAN-Netz

Berlin und London planen kostenfreies WLAN-Netz

In London sollen zum Start der Olympischen Sommerspiele 2012 die Innenstadtbezirke Westminster, Kensington und Chelsea mit flächendeckendem WLAN ausgestattet. Die Ausführung der Installationen übernimmt der Mobilfunkprovider O2, die Kosten sollen durch Werbung getragen werden.

Die Landesregierung in Berlin nimmt sich nun das Angebot aus London zum Beispiel, um ebenfalls ein möglichst kostenfreies WLAN-Netz aufzubauen. Senatskanzleichef Björn Böhning teilte dem Tagesspiegel mit, dass die Landeshauptstadt ein Netz an zentralen Orten innerhalb des Berliner S-Bahn-Ringes etablieren möchte. Die Konzentration liege dabei primär auf touristischen Zentren und den Niederlassungen von IT-Unternehmen, als technischer Partner könnte Motorola fungieren. Allerdings befindet sich das Projekt noch in den Anfängen – und kann genauso gut auch noch scheitern, wie zahlreiche ähnliche Vorhaben in der Vergangenheit.

Die Politiker wollen prüfen, ob eine Ausschreibung für den Ausbau nötig ist. Explizit erwähnet Böhning dabei private Investoren, wobei auch Kooperationen mit regionalen Initiativen geprüft werden würden. Eigentlich klingt der Plan eines kostenfreien WLANs für Berlin sehr nach einer Initiative der Piratenpartei – deren Mitglieder des Abgeordnetenhauses halten sich allerdings bislang noch zurück. Dabei ist Überzeugungsarbeit in Bezug auf das Projekt durchaus nötig, da in der jüngeren Vergangenheit bereits ein Plan zum Aufbau eines Gratis-WLANs in Berlin scheiterte.

So blockierte im August 2009 die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr den Bau eines Gratis-Funknetzes mit der Befürchtung, das WLAN könne Ampelanlagen stören – obwohl während eines Pilotversuches keine solchen Störungen festzustellen waren und sie angesichts der massiven Nutzung des 2,4-GHz-Funkbereiches auch ohne Gratis-Netz recht unrealistisch klingen. Ein weiteres Argument gegen das kostenfreie WLAN war das durch die Routerantennen gestörte Stadtbild. Ob auch die aktuellen Bestrebungen durch derartige Ausflüchte zum Scheitern verurteilt ist, wird sich wohl erst in den kommenden Jahren zeigen. Eine schnelle Realisierung der Pläne ist jedenfalls nicht absehbar.

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