In Thailand herrscht Land unter – nicht nur die Bevölkerung ist auf der Flucht vor den Wassermassen, auch Fabrikanlagen und Produktionszentren werden zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Auch betroffen ist Produktion von Festplatten, die Preise steigen bereits stark an.

Flutkatastrophe lässt Festplattenpreise steigen
Festplatten sind ein Produkt mit eher kurzer Lagerhaltung. Gegenüber Golem.de äußerte sich ein Großhändler, dass Festplatten dort nicht länger als eine Woche auf Lager gehalten werden dürften. Western Digital musste seine Produktion für dieses Quartal von geplanten 56 Millionen Festplatten auf 22-26 Millionen Festplatten senken, aktuell sind die Werke in Thailand noch außer Betrieb. Doch auch wenn die Flut beendet und die Werke getrocknet sind – die filigranen Maschinen müssen vor einem erneuten Produktionsstart erst einmal komplett neu justiert werden. Festplatten sind hochsensible Bauteile, selbst wenige Mikrometer Abweichung in der Fertigung sorgt für einen Ausfall des Laufwerkes – selbst ein Staubkorn im Inneren einer Festplatte ist tödlich für die empfindliche Technik.
Selbst große Versandhändler sehen die Festplattenpreise so schnell nicht sinken. Frühestens im März 2012 soll das Preisrennen laut Alternate-Sprecher Björn Bartsch beendet sein. Und auch wenn viele Komplettrechner und Notebooks für das beginnende Weihnachtsgeschäft bereits zusammengestellt sein dürften – auch auf die Preise dieser PCs dürfte die Festplattenknappheit Auswirkungen haben. Privat könnten teurere Festplatten aber eventuell den einen oder anderen Nutzer zum Erwerb einer deutlich schnelleren SSD verleiten – einen so großen Geschwindigkeitsschub bringt ansonsten keine andere Komponente. Denn so beliebt die großen Massenspeicher mit ihren magnetisierten Platten auch sind – Festplatten sind schon seit einiger Zeit der größte Flaschenhals in immer schneller werdenden Computern.