Intel bietet Zusatzgarantie für CPU-Übertakter

Auch wenn aktuelle Intel-Prozessoren bereits viel Leistung bieten, reicht einigen Nutzern das Gebotene noch immer nicht aus. Da beim Übertakten des Prozessors die CPU aber unter Umständen Schaden nehmen kann, bietet Intel nun eine spezielle Zusatzgarantie an, die auch Ausfälle durch Übertaktungsversuche beinhaltet.

Intel bietet Zusatzgarantie für CPU-Übertakter

Intel bietet Zusatzgarantie für CPU-Übertakter

Mehr Leistung ohne zusätzlich Geld investieren zu müssen – eine verlockende Vorstellung für viele Nutzer. Und tatsächlich bieten einige Prozessoren der aktuellen Intel-Serien, namentlich die Modelle mit einem an die Typennummer angehängten „K“, einen offenen Multiplikator, was das Übertakten des Prozessors stark vereinfacht. So muss in den BIOS/UEFI-Optionen des Mainboards nur noch der Taktmultiplikator des Prozessors angehoben werden und schon arbeitet der Prozessor mit einigen hundert Megahertz zusätzlich.

Doch Übertakten ist auch riskant und sollte vor allem von unerfahrenen Nutzern nur mit Bedacht vorgenommen werden. Besonders wenn zum stabilen Betrieb der CPU auch die Spannung des Prozessors angehoben werden muss, steigt der Energiebedarf und damit die Wärmeentwicklung der CPU stark an. Zwar bieten moderne Prozessoren Schutzfunktionen um Schäden durch allzu eifriges Übertakten zu verhindern, Unfälle geschehen allerdings dennoch immer wieder. Vor allem, wenn das Übertakten eher sportlich gesehen wird und nicht aus der Not heraus stattfindet. Denn notwendig ist Übertakten bei modernen Sandy-Bridge-Prozessoren aufgrund der sehr hohen Rechenleistung eigentlich nicht.

Wer also übertakten möchte, dabei aber das Risiko scheut, seine teure CPU dauerhaft zu beschädigen, kann nun bei Intel eine Zusatzgarantie abschließen, die eben diese Fälle einschließt. Das Angebot gilt allerdings nicht für alle CPUs sondern nur für ausgewählte Modelle. Unter anderem sind es der Intel Core i5-2500K, Core i7-2600K und der Core i7-2700K – die Topmodelle für den Sockel LGA 1155 und allesamt Modelle mit offenem Multiplikator. Auch die neueren Server-Abkömmlinge für den Sockel LGA2011 werden zum Teil abgedeckt, hier sind es die Modelle Core i7-3930K und Core i7-3960X. Bei einem Schaden an einem der beiden letztgenannten Prozessoren dürfte der finanzielle Schock besonders groß sein – die beiden CPUs kosten je 555 Euro resoektive 999 Euro.

Der sogenannte Performance Tuning Protection Plan (PTPP) kostet je nach Modell zwischen 20 und 35 US-Dollar, was bis zu 27 Euro entspricht. Doch nicht alle selbst verursachten Schäden deckt die Garantieerweiterung ab. So wird ist nur einmalig ein Austausch der betroffenen CPU vorgesehen – nach einem erfolglosen Übertaktungsversuch ist als Vorsicht angebracht. Weiterhin lässt sich pro CPU nur eine Garantieerweiterung abschließen. Bei Defekten, die durch „abnormale elektrische oder mechanische Bedingungen“ entstanden sind, greift die Garantie ebenfalls nicht. Wird der Prozessor also falsch in den Sockel eingesetzt, gilt weiterhin keine Garantie.

Da Intel den Protection Plan bislang bei keinem deutschen Händler anbietet, kann die Zusatzgarantie vorerst nur Online direkt bei Intel abgeschlossen werden. Bezahlt wird in diesem Falle per Kreditkarte. Die Zusatzgarantie gilt nach Abschluss drei Jahre und muss innerhalb von 12 Monaten nach dem Kauf – und vor dem Eintreten des Schadens – der CPU abgeschlossen werden.

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