Megaupload geschlossen – Anklage gegen Betreiber

Mehr als 175 Millionen Dollar soll der Betreiber des Uploaddienstes Megaupload Kim Schmitz alias Kim Dotcom mit seinem Angebot verdient haben. Nun wurde Megaupload von den US-Behörden vom Netz genommen, Schmitz in seiner Villa in Neuseeland verhaftet.

Megaupload geschlossen – Anklage gegen Betreiber

Megaupload geschlossen – Anklage gegen Betreiber

Bittorrent, eMule – Peer-to-Peer war gestern, heutzutage wird über One-Click-Hoster wie Megaupload kopiert. Oder eben auch nicht mehr, Megaupload wurde von US-Behörden geschlossen, die Betreiber festgenommen. Gründer des Dienstes ist Kim Schmitz, auch bekannt unter seinen Pseudonymen „Kimbe“ oder „Kim Dotcom“ war der schillernde Star der Hacker-Szene, Hochstapler und Wirtschaftskrimineller. Wie ein Stehaufmännchen rappelte sich Schmitz indes nach jeder Verurteilung wieder auf, investierte in neue, meist dubiose, Geschäfte und häufte so ein nicht unerhebliches Vermögen an.

Schmitz und Megaupload werden unzählige Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen. Angesichts der Tatsache, dass Megaupload zeitweise offen mit den Möglichkeiten warb, dass dort eben vor allem auch illegal angebotene Dateien zu finden seien, dürfte die Anklage nicht unverständlich sein. Strittig ist hingegen das Engagement der US-Behörden – diese griffen in den Fall Megaupload ein, da Schmitz unter anderem Server in den USA angemietet hatte, auch wenn der Dienst in Hong Kong firmierte und die Betreiber sich in Neuseeland aufhielten. So nahm das FBI in Coatesville, Neuseeland, Schmitz und einige weitere Megaupload-Verantwortliche fest. Die US-Behörde durchsuchte Schmitz Anwesen mit 70 Beamten und stellte Wertgegenstände und Bargeld in Höhe von etwa 3,7 Millionen Euro sicher – unter anderem ein Rolls Royce Phantom. Zusätzlich wurden Finanzmittel in Höhe von zehn Millionen neuseeländischen Dollar beschlagnahmt worden.

Mit dem Hosting zumeist illegaler Daten verdiente der aus Kiel stammende „Kimble“ offenbar nicht schlecht, mehr als 175 Mullionen Dollar soll die Plattforn an Gewinn gemacht haben. Unter anderem griffen auch die Betreiber der illegalen und mittlerweile geschlossenen Film-Streamingbörse Kino.to auf die Dienste von Megaupload zurück.

Angesichts der aktuellen Proteste gegen die geplanten SOPA- und PIPA-Gesetze in den USA wird den US-Behörden vor allem von Mitgliedern der Hackerorganisation Anonymous aber auch von der deutschen Piratenpartei Aktionismus zugunsten der Urheberrechtslobby vorgeworfen. Anonymous überzog aus diesem Grund kurz nach der Festnahme der Megaupload-Betreiber die Server des FBI und des US-Justizministeriums mit DDoS-Angriffen. Die Webseiten waren daraufhin für mehrere Stunden nicht mehr erreichbar. Zudem griffen die Aktivisten die Seiten des Musikindustrie-Verbandes RIAA und die Rechner des Unterhaltungskonzerns Sony an. An der Attacke sollen Anonymous zufolge mehr als 5600 Personen teilgenommen haben. Doch die Angriffe gehen noch immer weiter – mittlerweile nutzt Anonymous Twitter-Meldungen um Nutzer auf eine Internetseite umzuleiten, von der aus ein Programm gestartet wird, mit dem weitere Angriffe auf US-Behörden gefahren werden. Da diese Links mit Linkverkürzern maskiert sind, dürften diese Anonymous-Links nur schwer als solche zu erkennen sein – wer also nicht mit Kim Schmitz sympathisiert, sollte beim Klick auf Twitter-Links daher Vorsicht walten lassen.

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