Nach Megaupload-Schließung: Auch andere Filehoster machen Rückzieher

Mit der Schließung des Filesharing-Dienstes Megaupload macht sich offenbar auch bei anderen Filehostern eine gewisse Unruhe breit. So bietet Uploaded.to seine Dienste nicht mehr für Kunden mit US-Amerikanischer IP-Adresse an, Filesonic schließt gleich ganz die virtuellen Pforten.

Nach Megaupload-Schließung: Auch andere Filehoster machen Rückzieher

Nach Megaupload-Schließung: Auch andere Filehoster machen Rückzieher

Es war eine spektakuläre Aktion: Mit 60 Beamten durchsuchte die US-Behörde FBI das Anwesen des Megaupload-Gründers Kim Schmitz und schnitten „Kimble“ mit Schweißbrennern wie er sich auch nannte, aus seinem Panicroom. Dem 38-Jährigen Schmitz drohen bei einer Verurteilung in den USA bis zu 20 Jahre Haft. Sein Dienst Megaupload ist seitdem geschlossen und wird auch nicht mehr neu eröffnen. Grund für die Schließung: Megaupload bot nicht nur illegale Dateien an sondern wurde auch explizit für illegales Filesharing beworben. Vor allem auch der dazugehörige Dienst „Megavideo“ dürfte den Behörden ein Dorn im Auge gewesen sein. Megavideo bot illegal Videos im Stream an – wahlweise für eine begrenzte Zeit kostenlos und werbefinanziert oder auch im Abo gegen Zahlung.

Dass das FBI, wohl auch mit etwas Unterstützung aus der Rechteinhaber-Szene, nun aber den Dienst so schnell, endgültig und rabiat schließt, wird bei einigen anderen Filehostern für eine gewisse Panik gesorgt haben. So bieten zahlreiche Anbieter mit Megaupload vergleichbare Dienste an. Die kurz auf die Schließung von Megaupload folgenden Reaktionen von Diensten wie Uploaded.to oder Filesonic lassen sich allerdings auch als Schuldeingeständnis deuten – wer nichts zu verbergen hat, bräuchte wohl auch seine Geschäftsstruktur nicht ändern.

Der Dienst Uploaded.to beispielsweise sperrt sich seit kurzem für Nutzer aus den USA – wohl, um eine potentielle Strafverfolgung aus den USA zu umgehen. Auch andere Dienste sollen vergleichbare Einschränkungen planen. Der Dienst Fileserve beendete jüngst sein Belohnungsprogramm für den Upload beliebter Dateien. Filesonic hingegen zog die Reißleine und deaktivierte alle Filesharing-Optionen. Angemeldete Nutzer können hochgeladene Dateien nur noch selbst herunterladen aber nicht mehr für andere Nutzer freigeben.

Das Schweizer Unternehmen Rapidshare hingegen zeigt sich betont gelassen. Dort beteuert man die grundsätzliche Legalität des eigenen Angebotes und die fehlenden Übereinstimmungen mit dem Fall Megaupload. Tatsächlich war Rapidshare einige Zeit lang das Synonym für Filesharing-Dienste – dank großzügiger Belohnungssysteme für Uploader und zahlreicher Funktionen, die Raubkopierer erfreut haben dürften. Vor einiger Zeit startete Rapidshare allerdings eine Kampagne um den Ruf als illegaler Dienst loszuwerden. In der Öffentlichkeit gilt Rapidshare allerdings weiterhin als Anbieter primär illegaler Dateien, auch wenn der Dienst mittlerweile ganz seriös legale Software über die eigenen Server verkauft und auch zahlreiche Cloudfunktionen bietet.

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