Richard Garriotts „Apogee Of Fear“: Science-Fiction aus dem Weltraum

Der vielen Computerveteranen besser als „Lord British“ bekannte Richard Garriott flog nicht nur zur ISS sondern drehte dort auch einen Sci-Fi-Kurzfilm. Die von der NASA bislang verhinderte Aufführung des Filmes könnte nun bald stattfinden.

Richard Garriotts „Apogee Of Fear“: Science-Fiction aus dem Weltraum

Richard Garriotts „Apogee Of Fear“: Science-Fiction aus dem Weltraum

Wer in den 1990er Jahren ein PC-Rollenspiel gespielt hat, wird kaum an Richard Garriotts Ultima-Serie vorbeigekommen sein. Sein Studio „Origin“ galt über viele Jahre als Innovationsmotor der Spieleindustrie und veröffentlichte neben der Ultima-Serie auch andere Klassiker wie Wing Commander und Strike Commander. Doch „Lord British“ wie der leicht exzentrisch wirkende Programmierer auch genannt wird, pflegt sich die Nächte nicht nur mit Programmierarbeiten um die Ohren zu schlagen. Garriott wollte auch schon immer in die Fußstapfen seines Vaters treten – Owen Garriott gehörte zur Besatzung der Raubstationen Skylab und Spacelab. Vor einigen Jahren, genauer im Jahr 2008, ermöglichte „Lord British“ sich diesen Traum dank seines nicht unerheblichen Vermögens und flog als Privatmann auf die internationale Raumstation ISS. Die Zeit seines dortigen Aufenthaltes nutzte er aber nicht nur für die Betrachtung von Sternen und der Erde. Garriott versteckte auf der ISS auch den am höchsten platzierten GPS-Cache sondern drehte dort auch einen Kurzfilm.

Das acht Minuten lange Werk namens „Apogee Of Fear“ wurde von Garriott in Zusammenarbeit mit drei Besatzungsmitgliedern der ISS gedreht. Für das Drehbuch zeigte sich der Fantasyautor Tracy Hickman, unter anderem bekannt durch die „Drachenlanze“-Buchreihe, verantwortlich. Bislang durfte „Apogee Of Fear“ allerdings nicht öffentlich aufgeführt werden, da die NASA bislang ihre Freigabe dafür verweigerte. Das Argument der US-Weltraumbehörde: Der Film wurde an Bord von NASA-Hardware gedreht, zudem treten in dem Film zwei NASA-Astronauten auf (der dritte Teilnehmer war ein russischer Kosmonaut, dessen Vorgesetzte den Fall offenbar weniger streng sehen). Mittlerweile scheint sich bei der NASA allerdings ein Sinneswandel einzustellen. Zwar ist der Film weiterhin nicht Teil der ursprünglichen Abmachung zwischen der Weltraumbehörde und Garriott, dennoch hoffe man, die offenen Fragen zügig klären zu können. Bob Jacobs, stellvertretender Leiter der NASA-Pressestelle, erklärte dazu: „Wir schätzen die Zusammenarbeit mit Richard und seine fortlaufenden Bemühungen, die Menschen für die Zukunft der Weltraumfahrt zu begeistern.“

Neben „Apogee of Fear“ drehte Garriott rund um seinen Weltraumbesuch auch einen weiteren Film, die Dokumentation „Man On A Mission“, in der er beschreibt, wie er als erster Sohn eine Astronauten selbst ins All geflogen ist. Ursprünglich sollten beide Filme zeitgleich erscheinen, doch die Intervention der NASA verhinderte Garriotts Pläne. Seit dem 13. Januar 2012 läuft „Man On A Mission“ in einigen Kinos in den USA, bislang allerdings ohne den Kurzfilm „Apogee of Fear“.

Auch wenn der Kurzfilm sicherlich kein Oskar-verdächtiges Werk sein wird, als erster direkt im Weltraum gedrehter Science-Fiction-Film wird „Apogee of Fear“ in die Filmgeschichte eingehen. Die Smithsonian Institution plant bereits, den Film aus diesem Grund in ihr Archiv aufzunehmen.

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