Am Wochenende griff Medienmogul Rupert Murdoch in die Tasten und bezeichnete das Unternehmen Google via Twitter als „Anführer der Online-Piraten“. Auf eine Reaktion von Google musste allerdings nicht lange gewartet werden.

Rupert Murdoch bezeichnet Google als Piratenführer
„Google, das Filme kostenlos im Internet zeigt und Werbung neben diesen Filmen verkauft, ist Anführer der Online-Piraten. Kein Wunder, dass sie Millionen in Lobby-Arbeit stecken.“ ließ sich Murdoch am Samstag via Twitter vernehmen.
Eine Stellungnahme von Google ließ nicht lange auf sich warten. Gegenüber cnet titulierte Google die Vorwürfe als „Unsinn“. „Im vergangenen Jahr haben wir fünf Millionen illegale Webseiten aus unseren Suchergebnissen entfernt und mehr als 60 Millionen Dollar im Kampf gegen betrügerische Werbung investiert. Wir kämpfen täglich gegen Piraten und Fälscher.“
Später sah auch Murdoch Google nicht mehr so negativ und schwächte seinen Kommentar ab. „Google ist ein großartiges Unternehmen, das viele aufregende Dinge macht. Ich habe nur eine Sache zu beanstanden, und die ist wichtig“. Auch würde er wohl so manches missverstehen gaben Murdoch zu. Er forderte Google allerdings weiterhin auf, illegale Links zu blockieren und Verweise auf Raubkopien aus den Suchergebnissen zu entfernen.
Auch in Deutschland sind Medienunternehmer nicht gut auf Google zu sprechen. So sehen zahlreiche Zeitungsverleger den Google-Newsbereich kritisch und sprechen angesichts der dort veröffentlichten News-Überschriften von Diebstahl ihrer Werke. Daher wird hierzulande schon seit einiger Zeit ein sogenanntes Leistungsschutzrecht gefordert, das Suchanbieter wie Google zur Zahlung einer pauschalen Summe bei der Veröffentlichung schon kleiner Bestandteile ihrer News zwingen würde. Nur einen Punkt haben auch die deutschen Zeitungsverleger noch nicht verstanden: Google News macht kostenlos Werbung für ihre Online-Inhalte. Ohne Google würden die Webseiten der Verleger nur noch sporadisch aufgerufen werden – rein logisch betrachtet wäre es also eigentlich eher an Google, Geld für eine Listung zu verlangen.