Rückgang der CD-Verkäufe
Gegen Ende der 1990er Jahre nahm die Verbreitung des Internets in rasender Geschwindigkeit zu. Innerhalb weniger Jahre waren mehrere Millionen Haushalte an das Internet angebunden. Schon damals hätten die Plattenfirmen dazu übergehen können, ihre Musiktitel auch online zu vertreiben. Doch stattdessen haben sie noch viele Jahre lang an ihrem alten Vertriebskonzept, dem klassischen Verkauf von Tonträgern, festgehalten. Dies war keine besonders weise Entscheidung, denn in den Folgejahren sind die CD-Verkäufe spürbar zurückgegangen. Für diesen Rückgang waren wiederum das Internet sowie das MP3-Musikformat verantwortlich. Immerhin machte es die MP3-Technologie möglich, die Inhalte von Audio-CDs in Musikdateien umzuwandeln und diese anschließend zu kopieren und über das Internet zu verbreiten.
Dabei wurden die MP3-Dateien keinesfalls nur per Email versendet. Gleichzeitig entstanden zunehmend mehr Tauschbörsen, über die man seine Lieblingslieder direkt und zudem auch kostenlos herunterladen konnte. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Internetzugänge weiterhin an, so dass immer mehr Menschen dazu übergegangen sind, sich ihre Musik aus dem Internet herunterzuladen. Häufig waren sich die Menschen sogar darüber bewusst, dass die Nutzung von Tauschbörsen gegen Gesetze verstößt - doch ein wirkliches Unrechtsbewusstsein stellte sich nur bei den wenigsten ein.
Zu guter Letzt war die Nutzung von Tauschbörsen so sehr verbreitet, dass die Nutzer auf Millionen von Medieninhalten kostenlos zurückgreifen konnten. Mit dem früheren Überspielen von CDs auf Musikkassetten hatte diese Form der Musikverbreitung keine Gemeinsamkeiten mehr. Weil das Angebot kostenloser MP3-Dateien so groß war, sind die CD-Verkäufe regelrecht eingebrochen.
Neben dem Internet gab es übrigens noch eine technische Errungenschaft, die zum Rückgang der CD-Verkäufe beitragen hat. Gemeint ist der CD-Brenner, mit dessen Hilfe sich die Besitzer von Computern in der Lage befinden, Musik-CDs zu kopieren bzw. eigene Musik-CDs zusammenzustellen. Somit waren sie nicht mehr dazu gezwungen, die verhältnismäßig teuren CDs im Handel zu erwerben, wo sie diese doch auf preiswerte CD-Rohlinge kopieren konnten.
Dennoch konnte dem Treiben der Musikpiraten ein Ende bereitet werden. In vielen Ländern wurden die Urheberrechte spürbar verschärft, weshalb viele Nutzer nicht mehr auf die Online-Tauschbörsen zurückgreifen. Außerdem sind die Plattenfirmen in den Online-Vertrieb ihrer Musiktitel eingestiegen. Auf diese Weise konnten sie die Umsatzrückgänge im klassischen Tonträgervertrieb zumindest teilweise kompensieren.
Mittlerweile ist der Online-Verkauf von Musiktiteln zu einem der wichtigsten Absatzzweige der Plattenfirmen herangewachsen. Vor allem niedrigere Preise für Einzeltitel sowie Musikflatrates haben viele Musikfans überzeugt, so dass diese wieder für ihre Musik bezahlen - auch wenn sie diese nicht mehr im Plattenladen erwerben.
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