Für wen ist Triple-Play interessant?
Triple Play bietet unbestritten viele Vorteile, so kann man durch die Anschaffung des benötigten VDSL-Anschlusses in Windeseile Downloads durchführen, über das Internet telefonieren und sogar über das Internet Fernsehen, jedoch gibt es all diese Dienste doch bereits heute und das zu fairen Preisen. Für wen also lohnt sich die Anschaffung eines Triple-Play-Services?
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In der Vorstellung der Erfinder soll vor allem das IP-Fernsehen den ausschlaggebenden Punkt für den Kunden darstellen. Das Internet-Fernsehen soll es zum Beispiel ermöglichen englische und amerikanische Serien im Original zu verfolgen und das weitaus früher, als sie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden. Außerdem versprechen die Anbieter eine Internationalisierung des Fernsehens insgesamt. Überall auf der Welt soll man das geliebte Heimatprogramm verfolgen können. Und zu guter Letzt träumen die Erfinder vom IP-Fernsehen von den interaktiven Möglichkeiten bei Triple Play. So könnte es interaktive Spielekanäle geben oder Gameshow-Kanäle, bei denen der Zuschauer gleichzeitig auch der Kandidat ist. Darüber hinaus wird an Wettkanäle und vieles mehr gedacht, die Begeisterung ist kaum zu bremsen. Allerdings bedenken die Visionäre des IP-Fernsehens so einige Dinge vor allem rechtlicher Natur nicht. Was sagen zum Beispiel die deutschen Fernsehsender, die amerikanische Serien teuer einkaufen, wenn ihre beliebtesten Serien Monate bevor der Ausstrahlungstermin sein sollte bereits über das Internet gezeigt werden? Die Rechte in der Filmindustrie und speziell in Hollywood sind recht kompliziert und können schwer unterlaufen werden. Es geht hier um Millionenbeträge, die niemand so einfach verschenkt.
Deshalb wird die Zukunft des IP-Fernsehens wohl nicht ganz so frei und rosig aussehen, wie oben beschrieben, sonder vielmehr werden eigene Regeln geschaffen werden müssen, an die sich die einzelnen Provider strikt zu halten haben. Daher ist fraglich wie groß der Nutzen für den einzelnen Triple-Play-Kunden dann noch ist.
Man muss das IP-Fernsehen als das sehen was es ist: Ein neuer Übertragungsweg, der aber letztlich nicht die Fernsehwelt oder gar die Rechte-Verteilung in Hollywood ändern wird. Man sieht sich das Internet-Fernsehen und die Filme ebenfalls über den Fernseher mittels einer so genannten Set-Top-Box an, und nicht wie man vermuten könnte über den Computer. Das hat damit zu tun, dass zum einen eine Verbindung nach draußen ins globale Internet nicht geplant ist. Wichtiger ist aber, dass das System des IP-Fernsehens vor Raubkopien geschützt sein muss, was nur mit Hardware wie der Top-Set-Box gewährleistet werden kann. Damit werden die Freiheiten des Zuschauers weiter eingeschränkt, denn wenn Aufnahmen verboten sind, dann wird höchstwahrscheinlich auch das Überspielen von Werbeunterbrechungen nicht möglich sein und das freie Wählen der Anfangszeit von Filmen wird ebenso fraglich. Damit werden die Pluspunkte von IP-Fernsehen immer weniger.
Auch was die Menge der möglichen Fernsehsender anbetrifft gibt es praktische Grenzen, obwohl es theoretisch möglich wäre unzählige Kanäle über IP zu empfangen. Diese praktischen Grenzen liegen in der Schnelligkeit des Umschaltens. Dieses wird nämlich weit aus länger dauern, als beim herkömmlichen Fernsehen, da sich die Set-Top-Box bei jedem Umschalten in einen neuen Stream einfinden muss.
Das, was an Triple Play also am meisten gelobt wird, nämlich das IP-Fernsehen, bildet gleichzeitig noch die größte Schwachstelle von Triple-Play, beziehungsweise setzen gesetzliche Bestimmungen den möglichen Vorteilen einige Grenzen. Daher ist es fraglich, ob Kunden und Nutzer von Triple Play in großem Maße von dieser Technik profitieren oder ob das bisherige getrennte herkömmliche Fernsehen, Telefonieren und Surfen nicht genau so gut und fast genauso günstig ist. Dies werden letztlich die Zeit, die weitere Entwicklung und die Kunden selbst entscheiden.
Für die Anbieter des neuen Services Triple Play, also die Provider, ist das Angebot zunächst einmal wahrscheinlich nicht sonderlich lukrativ. Vor allem IP-Fernsehen ist zunächst mit enormen Kosten für die Ausdehnung des VDSL-Netzes verbunden. Außerdem müssen kostspielige Vereinbarungen mit den Filmeverleihern und den TV-Sendern getroffen werden, die wahrscheinlich ebenfalls recht hoch sind. Auch ist nicht klar wie viel die Nutzer des Internets bereit sind zusätzlich für IP-Fernsehen und speziell für zusätzliche Kanäle zu zahlen. Am Anfang werden die Provider in jedem Fall Angebote erstellen müssen, bei denen sie drauf zahlen müssen. Ob sich dies auf lange Sicht rechnet kann man heute ebenfalls nicht sagen. Gerade in Deutschland wurden Pay-Per-View-Angebote wie zum Beispiel die von Premiere immer eher schleppend angenommen und auch hier sind und waren die Ausgaben für die Anbieter verheerend.
Grundsätzlich stehen die Verbraucher solchen Angeboten positiv gegenüber, weil sie im Paket billiger sind als einzeln, aber die dann kostenpflichtigen Zusatzausgaben werden von den Verbrauchern eher gemieden und genau an diesen Zusatzkosten zum Beispiel für Spezialsender könnten die Provider verdienen.
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