Triple Play

In den letzten Monaten geistert vermehrt der Begriff Triple Play im Internet und in den Medien herum und wird vielerorts bereits als Zukunft der Breitband-Anbieter im Bereich Internet hoch gelobt. Worum es sich dabei aber handelt ist den wenigsten ganz bewusst.

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Bei Triple-Play oder Triple-Play-Services handelt es sich um eine Art Kommunikationspaket, das aus einer schnellen Internetanbindung, Voice over IP und Online-Videodiensten - also IP-TV - besteht. Die Anbieter von Breitbandanschlüssen und -zugängen wollen also nicht mehr nur diese lediglich zur Verfügung stellen, sondern zusätzlich durch Internettelephonie und Internetfernsehen profitieren.

Triple-Play

Der Begriff Triple-Play ist noch nicht besonders alt, und wird trotzdem bereits jetzt als Marketing- und Werbeslogan genutzt, um neue Kunden zu gewinnen, die sich für den dreifachen Service aus einer Hand begeistern können.

Seine Anfänge hat Triple-Play aber nicht bei den Anbietern von Breitbandzugängen für das Internet, sondern vielmehr bei deren Konkurrenz, dem Kabelfernsehen. Kabelnetzanbieter rüsten ihre Netze bereits seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts für die Kombination der drei Medien aus. Allerdings haben die Kabelanbieter bis heute kein Video on Demand liefern können, was die Breitbandanbieter versprechen. Video on Demand bedeutet, dass man sein eigenes persönliches Programm zusammenstellen kann und dieses einfach anfordert. Die Kabelfernsehanbieter lieferten bisher nur herkömmlichen Rundfunk und keine Abrufmöglichkeiten, daher sehen die Anbieter von schnellen Breitbandanschlüssen in den Triple-Play-Services ihre Zukunft. Zuletzt mussten nämlich immer mehr dieser Anbieter sinkende Umsatzzahlen hinnehmen. Diese sinkenden Umsatzzahlen sind damit zu begründen, dass der Markt stark umkämpft ist, und ein regelrechter Preiskampf um die billigen Breitbandzugänge ausgebrochen ist. Mittlerweile sind daher bereits viele Haushalte mit einem schnellen Internetzugang ausgestattet, und die Internettelephonie - Voice over IP - ist auch ein viel genutztes System und schon lange kein Spielzeug für Technikfreaks mehr. Die Nutzer von Breitbandanschlüssen und Voice over IP sind ständig auf der Suche nach dem billigsten Angebot, niemand will sich lange vertraglich verpflichten oder fühlt sich seinem Anbieter besonders verbunden. Dazu haben auch viele Anbieter durch relativ schlechten Service beigetragen, der durch Einsparungen eben so niedrig ist.

Jedenfalls läuft es in der Branche im Moment nicht besonders gut, so dass Triple Play von vielen dieser Anbieter als Möglichkeit betrachtet wird, neue Kunden zu finden und vor allem längerfristig durch ein hochwertiges Angebot zu binden. Umfragen haben sogar gezeigt, dass Internetkunden sogar bereit wären etwas mehr zu zahlen, wenn dafür der Service besser werden würde und wenn das Internet und Mehrwertdienste aus einer Hand kämen. Triple-Play bietet genau diese Möglichkeit, Internet und die Mehrwertdienste Voice over IP und Fernsehen auf Nachfrage von einem Anbieter zusammenfassen zu lassen. Jedoch bedeutet das Angebot Triple Play nicht unbedingt eine höhere Kundenbindung. Dazu muss der Kunde zunächst über die Maßen zufrieden gestellt werden, was schier unmöglich scheint, wenn man bedenkt welche Probleme im Moment noch mit dem Kundenservice vieler Anbieter bestehen. Darüber hinaus gibt es immer noch zu viele Probleme mit den Leitungen und den anfälligen Routern. Um als zuverlässiger Kundenpartner und Anbieter von Triple Play gelten zu können, müssen die Breitbandanbieter noch einiges tun, denn welcher Kunde will schon von einem Provider mit dem er eh ständig Probleme hat weitere Dienste annehmen? Darüber ist für einige Nutzer immer noch nicht ganz der Nutzen und die Qualität von Voice over IP und IP-TV gewährleistet und damit haben einige Kunden auch wirklich Recht. Um reibungsloses telefonieren und fernsehen über das Internet zu ermöglichen braucht es die besten und schnellsten Anschlüsse und wie das Programm eines IP-basierten Fernsehens aussehen soll, kann im Moment keiner der Anbieter so ganz genau sagen.

Lediglich die Telekom hat im Moment unseres Wissens schon ausgereifte Triple Play Produkte. Die Telekom will für ihr Angebot aus Internet, Fernsehen und Sprachkommunikation ihre Glasfaserleitungen nutzen, indem sie diese von den Hauptverteilern bis zu den einzelnen Haushalten verlängert. Zumindest sollen die Glasfaserleitungen näher an die Haushalte heran geführt werden. Die Telekom setzt außerdem auf VDSL, also auf Very High-Speed Digital Subscriber Line, eine im Vergleich zu DSL noch bessere und schneller Verbindung. Übertragungsraten von bis zu 50 Megabites pro Sekunde sollen damit normal werden und so ein störungsfreies Internetsurfen, Telefonieren und Fernsehen ermöglichen. Dies ist natürlich mit enormen Kosten verbunden und momentan ist noch nicht klar, wer diese Kosten tragen wird. Ob sich der Verbraucher auf sehr viel höhere Kosten einlässt ist recht fraglich, da der Kunde im Moment immer nach dem besten Preis sucht und es nur wenige Erfahrungen mit dem Internetfernsehen gibt.

In jedem Fall ist eine Umstellung auf einen Anschluss mit erheblicher Bandbreite nötig, wie es ein VDSL-Anschluss grundsätzlich bietet. Allerdings ist mit solch einem Anschluss noch nicht die die Verlässlichkeit - unter Experten Quality of Service/ QoS - gewährleistet. Auf lange Sicht dürfen sich die Verbraucher darauf gefasst machen, dass immer mehr Glasfaserkabel direkt bis in ihr Haus führen werden. Dies gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, wenn nicht eine günstigere und einfachere Methode gefunden wird. Hier wird im Bereich Passiv-Optischer Netztechnologien nach Lösungen gesucht, mit denen zumindest die Installation und die Wartung günstiger gestaltet werden kann als mit Glasfaserkabeln. T-online hat aber ja auch noch etwas Zeit, bevor die ersten Versuche, die im Moment durchgeführt Werden, wirklich für ein Massenpublikum funktionstüchtig sein sollen. Realität ist IP-Fernsehen erst in Belgien und Hongkong.

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