LCD Technik

In diesen einzelnen Einheiten eines solchen Displays wirkt eine organische Flüssigkeit, die Eigenschaften sowohl von Flüssigkeiten als auch von Festkörpern besitzt. Zum Beispiel ist ihr Aggregatszustand flüssig, aber sie verfügen auch über die Eigenschaft der Doppelbrechung.

Ein einfaches Modell dieser Anzeigeeinheiten würde in etwa wie folgt aussehen. Die inneren Seiten von zwei Glasplatten werden mit einer Elektrodenschicht überzogen. Zwischen diese beiden Bauelemente wird nun ein Flüssigkristall integriert, der nun ohne Probleme unter elektrische Spannung gesetzt werden kann. Die Bauteile werden zudem noch um 90 Grad verdreht, wodurch der Flüssigkristall eine spiralartige Struktur erhält. Nun können die Moleküle mittels der elektrischen Spannung beliebig ausgerichtet werden. Dadurch lassen sich bestimmte Muster erzeugen.

Dieses Modell dient natürlich nur der Veranschaulichung, in unseren High-Tech Geräten sind diese einzelnen Zellen natürlich viel komplexer aufgebaut und enthalten noch weitere Schichten. Einige Arten dieser Bauelemente werden auch nicht nur um 90 Grad verdreht, sondern bis zu 270 Grad. Durch eine derartige Maßnahme erhöht sich der Kontrast der verwendeten Zellen. Der Nachteil hierbei ist, dass es zu Farbverschiebungen kommen kann. Die weißen Bereiche werden leicht rötlich, während schwarze Flächen eher in den bläulichen Bereich tendieren.

Diese gerade vorgestellte Technik wird als STN bezeichnet. Eine Weiterentwicklung ist die DSTN Technologie, die aus zwei normalen STN Schichten besteht, die übereinander liegen. Durch diesen Vorgang wurden Displays geschaffen, die eine perfekte Schwarz - Weiß Abstufung ermöglichen und einen enormen Kontrast gewährleisten.

Einen weiteren Schritt in der Entwicklung stellten die Ferroelektrischen Displays dar. Nun war es möglich, dass ein Bild nicht mehr jede Sekunde mehrmals wieder aufgebaut werden musste, sondern dass die einzelnen Zellen sich den aktuellen Zustand merken und diesen beibehalten, bis ein Löschsignal erteilt wird. Dies bedeutete eine enorme Vereinfachung der Steuerungsmodule, die nun deutlich weniger Leistung zu erbringen haben.

Viele weitere Innovationen wurden in diesem Bereich veröffentlicht, welche alle zu den enormen Vorteilen der LCD-Bildschirme beitragen. Besonders in Sachen Stromverbrauch sind diese Bildschirme wahre Giganten im Vergleich zu den klassischen Fernsehgeräten. Ein weiterer positiver Aspekt, der die Gesundheit der Konsumenten betrifft, ist die Strahlungsarmut der LCD-Bildschirme. Von diesen Geräten gehen keine Röntgenstrahlen aus und es werden auch fast keine Magnetfelder erzeugt. Der Multimediafan lässt sich aber lieber von den nächsten Gesichtspunkt überzeugen. Das angezeigte Bild ist verzerrungsfrei, ohne Störungen und absolut scharf. Die LCDs ermöglichen zudem Geräte, die ein sehr geringes Gewicht haben und äußerst handlich gebaut werden können. Diese Bildschirme lassen sich zudem nicht von elektromagnetischen Feldern beeinflussen, weshalb sie auch in sensiblen Bereichen eingesetzt werden können.

Einer der größten Nachteile hingegen sind die Pixelfehler, die während der Produktion auftreten können. Daneben sind derartige Bildschirme bei schnellen Bewegungen ein wenig im Nachteil, wenn man sie mit den klassischen Röhrenmonitoren vergleicht. Die Schaltzeiten liegen bei unter 8 Millisekunden von dunkel zu hell.

Die Ingenieure der Unterhaltungsindustrie sind jedoch stets auf der Suche nach Lösungen und haben auch schon einige Konzepte entwickelt, um diese Probleme aus der Welt zu schaffen. Die Bewegungsunschärfe versucht man mittels kürzerer Reaktionszeiten in den Griff zu bekommen. Verschiedene Verfahren werden zur Zeit probiert, die zum Beispiel einen Computer nutzen, der die Bilder entsprechend manipuliert, dass diese vor unserem Auge flüssiger erscheinen - das so genannte Vorverzerren (Inverse Filtering).