ADSL und VDSL

ADSL und VDSL erscheinen in den letzten Monaten immer öfter im Zusammenhang mit den neuen multimedialen Möglichkeiten von Triple Play als fast unumgehbare Anschaffung wenn man Triple-Play nutzen will. Den meisten Internetnutzern ist DSL noch ein Begriff, und ADSL und VDSL sind ein Stück weit eine Fortführung dieser Technologie.

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ADSL ist die Abkürzung für Asymmetric Digital Subsrciber Line, und die im Moment am häufigsten genutzte Anschlusstechnik für digitale Breitbandanschlüsse ins Internet. Im Gegensatz zu DSL bezeichnet die Vorschreibung Asymmetric eine Besonderheit von ADSL: Nämlich die Möglichkeit, dass die Datenübertragung und die entsprechenden Raten sowohl in Send- als auch in Empfangsrichtung unterschiedlich sind. Aus Sicht der Nutzer kann der Nutzer mehr Daten empfangen als senden. In jedem Fall sind die Datenraten von ADSL denen von DSL überlegen. Dies gilt auch für VDSL: VDSL ist zunächst einmal die Abkürzung für "Very High Speed Digital Subscriber Line". Im Moment gilt VDSL als die schnellst funktionstüchtige DSL-Technologie, die am Markt ist. Übertragungsraten von über 50 Megabites pro Sekunde sind mit VDSL möglich, allerdings lässt die Reichweite wie bei fast allen DSL-Technologien zu wünschen übrig: Bereits in einer Entfernung von knapp einem Kilometer zur Vermittlungsstelle, sind nur noch Übertragungsraten von unter 30 Megabites pro Sekunde möglich und bei einer Entfernung und Länge des Kabels von etwa zwei Kilometern hat man Übertragungsraten, die denen von ADSL entsprechen, so dass VDSL in diesem Bereich keine wirkliche Innovation mehr darstellt. Für ländliche Gegenden macht VDSL heute noch keinen Sinn und wird deshalb dort auch nicht angeboten. VDSL macht in Großstädten Sinn, wo es viele Vermittlungsstellen gibt. Für ländliche Gegenden gibt es nur die Alternative Outdoor DSLAM, der größere Entfernungen zwischen Vermittlung und Teilnehmer überbrücken kann und so auch VDSL in ländlichere Gegenden bringen könnte. DSLAM ist die Abkürzung für Digital Subcriber Line Access Multiplexer. Dabei handelt es sich um Geräte, die an den Orten zu finden sind, wo Teilnehmeranschlussleitungen zusammenlaufen. Sie sind die eigentlichen Vermittler zwischen dem Endkunden und der Leitung und terminieren den gesamten Ablauf. Bei Outdoor DSLAM handelt es sich um die Spezialform von DSLAM, die zum Einsatz kommt, wenn die Verbindungsleitung zum Kunden mit Glasfaser realisiert wurde. Die DSL-Terminierung muss dann nämlich direkt am Übergang von Glasfaserleitung auf das Kupferkabel stattfinden. Das bedeutet, dass sich ein Outdoor DSLAM in der direkten Umgebung des Kunden beziehungsweise dessen Wohnung befinden muss. Oft sind relativ unscheinbare Stromkästen eigentlich Outdoor-DSLAMs. Man kann diese aber auch direkt in einem Gebäude unterbringen, das mit Glasfasern ans Netz angeschlossen ist, aber das ist natürlich meist eine Kostenfrage. Durch diese Outdoor-DSLAM werden in jedem Fall auch VDSL-Bandbreiten möglich. Für Technikbegeisterte sei noch erwähnt, dass VDSL je nach Standard bis zu vier Frequenzbänder benutzt, was natürlich enorm ist.

VDSL befindet sich trotz guter Ergebnisse in den meisten Ländern dieser Welt noch in der Erprobungsphase. Dies hat mit den hohen Umsetzungskosten und dem unsicheren Telekommunikationsmarkt zu tun: Die meisten Verbraucher würden sich zwar über einen noch schnelleren Internetzugang freuen, allerdings bieten bereits die herkömmlichen DSL-Anschlüsse so gute Werte, dass diese den meisten Nutzern für ihre Zwecke eigentlich genügen. Daher würde die wenigsten Nutzer viel Geld in eine schnellere Leitung investieren, die sie eigentlich gar nicht ausnutzen würden oder könnten. Die Datenübertragungsraten von VDSL machen eigentlich nur für die neuen Mehrwertdienste der Internetanbieter und Provider Sinn und darunter hauptsächlich das Fernsehen über das Internet und das so genannte Video on Demand.

Die Telekom sieht in VDSL trotzdem großen Potential und fördert die Verbreitung genau für diese Zwecke, allerdings zunächst nur in Deutschlands größten Städten: Etwa im Herbst soll in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart VDSL verfügbar und nutzbar sein. Durch den Kauf einiger Fußballrechte und durch Sponsoringverträge mit der Bundesliga sollen Übertragungen von Spielen möglich werden. Seit dem Frühling diesen Jahres laufen die Vorbereitungen für VDSL in diesen Städten, so werden vor allem zur Sicherung der Leitungen zunächst auch hier Outdoor-DSLAM aufgebaut beziehungsweise zu den bestehenden Kabelverzweigungen aufgestellt. Die Telekom plant langfristig VDSL weiter auszubauen, wobei diese Pläne auch von dem Erfolg der im Herbst startenden Versuchsreihe in den Städten abhängt. Wenn alles zur Zufriedenheit der Telekom läuft, soll bereits 2007 VDSL in 40 weiteren Städten verfügbar sein und zwar mit einer Bandbreite, die alle Dienste von Triple Play - also Internet, Internettelephonie und Fernsehprogramme (IP-TV) - ermöglicht.

Ganz langfristig soll durch VDSL in Deutschland HDTV - also hochauflösendes Fernsehen - über das Internet eine größere Verbreitung finden. Dazu müssen die Bandbreiten von VDSL aber noch sicherer gemacht und erhöht werden. Dann könnten auch mehrere Kanäle gleichzeitig übertragen werden. Genau darin sehen die Visionäre auch die eigentliche Zukunft von VDSL. In Asien und speziell in China, Japan und Südkorea ist VDSL auch schon mit einer größeren Anzahl von Leitungen vertreten und bewährt sich zunehmend. Die Entwicklung in Deutschland beliebt jedoch abzuwarten, denn hier spielen im Moment viele Faktoren eine Rolle.

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