Windows Vista

Die Entwicklung des am 30. Januar 2007 von Microsoft mit einer riesigen Medienkampagne vorgestellten Windows Vista begann bereits vor dem Erscheinen des direkten Vorgängers, Windows XP, im Jahr 2001. Es markiert einen Meilenstein in der Evolution des Windows-Betriebssystems - beginnend mit dem primitiven MS-DOS-Aufsatz Windows 1.0 im Jahr 1985, über das 1995 erschienene sehr erfolgreiche Windows 95 (Windows 4.0) und das bahnbrechende Windows 2000 (Windows 5.0) und XP (Windows 5.1 und 5.2) hat sich nun Windows Vista auf den Weg gemacht, zur "cash cow" des Konzerns aufzusteigen. Die Verkaufszahlen des ersten Jahres - man geht von 100 Mio. Exemplaren aus - sind auf den ersten Blick recht vielversprechend. Vergleicht man das aber mit der Zahl der in derselben Zeit verkauften PCs (250 Mio.), ist das schon etwas enttäuschend. Windows XP hat sich beispielsweise in seinem ersten Jahr in ähnlicher Anzahl verkauft, das aber bei einem PC-Markt, der nur halb so groß war wie der Markt im Jahr 2007.

Gerade im IT-Bereich der Unternehmen hat Vista bisher nur eine geringe Akzeptanz erfahren. Genau wie viele Privatanwender setzen sie für ihre Arbeitsumgebungen auf den ausgereiften Vorgänger Windows XP. Doch warum ziehen die von Microsoft so extensiv beworbenen Features wie die neue Bedienoberfläche "Aero", die neuen Sicherheitsmaßnahmen gegen Viren und Angriffe aus dem Internet, die neuen integrierten Programme wie die Windows Photo Gallery, Windows Mail, Calender, die Grafikschnittstelle DirectX 10 und die neuen Suchfunktionen die potentiellen Benutzer nicht so in den Bann wie erwartet?

Einerseits sind viele PC-Benutzer mit ihrer bisherigen Arbeitsumgebung in einem gewissen Maße so zufrieden, dass sie sich vom Wechsel auf Vista keinerlei Komfort- oder Produktivitätsvorteile versprechen: Die Anwendungen laufen, der Rechner macht, was er soll, man findet sich im bisherigen System gut zurecht. Andererseits erfordert die Installation von Windows Vista auch einen schnellen, leistungsstarken Rechner, der möglichst aktuell, aber von der Hardware her mindestens auf dem Stand der letzten zwei Jahre sein muss. Für viele Aufgaben, die Menschen am PC mit seiner Hilfe erledigen, reicht aber auch ein älterer Rechner völlig aus - insofern besteht auch hier eine finanzielle Hürde. Ferner gibt es für ältere Hardware häufig auch keine Treiber mehr für Windows Vista, ältere Programme etwa laufen teilweise gleich gar nicht mehr und schließlich kostet das neue Betriebsystem selbst ja auch noch einmal Geld - je nach Vista-Version sind zwischen 70€ und 350€ zu berappen.

Die Hürden für den Erfolg von Vista sind also hoch - trotz alledem wird Windows Vista auf fast allen derzeit angebotenen PC-Komplettsystemen vorinstalliert ausgeliefert und wird über kurz oder lang die bisher noch mit Windows XP, Windows 2000 oder Windows 98/ME ersetzen.