Verbesserungen im System selbst

Auch unter der sichtbaren Oberfläche hat sich einiges getan. Erstmals ist es nun unter Windows möglich, mithilfe der "User Account Control" (UAC) genannten Funktion auch als Nicht-Administrator recht komfortabel und ohne nennenswerte Einschränkungen der täglichen Arbeit am Privatrechner nachzugehen. Nur zum Installieren von Programmen oder Treibern wird dann vom System nach dem Administratorpasswort fragt. Bisher arbeiteten nämlich fast alle privaten XP-Benutzer mit Administratorrechten, hatten also unbeschränkten Zugriff. Diese Schrankenlosigkeit galt dann aber auch für alle vom Benutzer gestarteten Programme - bekam man also unter Windows XP per Mail einen Virus oder ein Trojanisches Pferd untergeschoben, konnte sich dieses Schadprogramm problemlos im System ausbreiten, wenn keine Antivirensoftware installiert war. Auch wird wie bei XP standardmäßig für jede eingerichtete Netzwerkverbindung die Firewall aktiviert - blockierte Windows XP aber bislang nur eingehende Datenverbindungen, kann Vista jetzt auch ausgehende Verbindungsanforderungen, etwa die von Spyware oder Trojanischen Pferden, filtern und auf Wunsch unterdrücken. Zusammen mit dem in Vista integrierten AntiSpyWare-Programm Windows Defender, einem mit Updates auf dem aktuellen Stand gehaltenen Betriebssystem selbst und einem Antivirusprogramm eines Drittanbieters lässt sich damit eine sehr umfassende Computersicherheit erreichen. Die Home-Versionen enthalten darüber hinaus noch spezielle Einstellungen für den Jugendschutz, um den Zugriff auf Websites, Programme und Spiele sowohl vom eigentlichen Zugriff her als auch zeitlich einzuschränken.

Die "Systemwiederherstellung" genannte Funktion in Windows Vista ermöglicht es, dass man das System bei einer missglückten Treiberinstallation wieder auf den Stand vor der dieser problematischen Situation zurückzusetzen. Vervollständigt wird dieser Aspekt noch durch das "Backup & Restore Center" in Vista. Hiermit ist ein komplettes Systembackup auf einem zweiten Medium (z.B. externe Festplatte oder Netzlaufwerk) problemlos möglich, um auch im Fall eines Festplattendefekts oder eines unbeabsichtigten Löschens ein Wiederherstellen des Systems oder auch nur von einzelnen Dateien zu ermöglichen.

Microsoft integrierte in Windows Vista die im Funktionsumfang stark angewachsene Grafikschnittstelle DirectX 10, welches zukünftige Spiele, aber auch ernsthaften 3D-Anwendungen stark beschleunigen soll. Leider wird es nicht abwärtskompatibel zu den älteren DirectX-Varianten (z.B. 9.0c) sein, Spiele müssen daher in einer eigenen DirectX 10-Version dafür erscheinen, ebenso wird es nicht für ältere Windowsversionen wie XP oder 2000 angeboten werden.

Enthält der Rechner, auf dem Vista installiert ist, einen schnellen Flashspeicher, ein USB-Stick oder eine Hybridfestplatte beispielsweise, werden auf diesem dann häufig benötigte Programme und Daten zwischengespeichert, um den Zugriff darauf zu beschleunigen und die Festplattenaktivität zu senken. Gerade bei Notebooks zahlt sich diese "ReadyBoost" und "ReadyDrive" genannte Technik aus, verlängert sie doch die Akkulaufzeit.