Die Geschichte von VoIP 2004
In den USA bereits recht erfolgreich, stellen für Deutschland die Jahre 2004 und 2005 den Durchbruch in Sachen Voice over IP dar: Die Hardware wird immer ausgeklügelter, immer mehr Anbieter kämpfen um den Zukunftsmarkt und die Preise sprechen für sich: Für ein paar Cent telefoniert man in die ganze Welt, netzintern bzw. mit Gesprächspartnern des eigenen VoIP-Anbieters sogar kostenlos. Ende 2004 schätzte die Regulierungsbehörde die Zahl der Teilnehmer in Deutschland auf 250.000 und spekulierte über eine Verdoppelung in 2005. Der Privatkundenmarkt wurde also erschlossen.
Getrieben wurde diese Entwicklung u.a. durch die breite Akzeptanz von Breitbandanschlüssen. Zwar spielt Deutschland auch heute (2006) noch mit einer Penetration bei DSL-Anschlüssen von 18% nur in der zweiten Hälfte in Europa, jedoch liegen Ende 2004 immerhin rund 6,5 Millionen DSL-Anschlüsse vor.
Die VoIP-Anbieter können meist ohne eigenes Netz selbst keine Ortsnetzrufnummern kaufen, so erwarben sie in einem einzigen Ortsnetz von einem Carrier Rufnummern und teilten sie bundesweit zu. Dies untersagte die Regulierungsbehörde im Oktober und forderte eine Abschaltung für alle Kunden, deren Wohnort sich nicht im Ortsnetz befindet bis zum August 2005.
Schon im April führte die Regulierungsbehörde eine umfangreiche Anhörung zum Thema Voice over IP durch, weil es ihr um die regulatorische Behandlung ging. An dieser Anhörung beteiligten sich ca. 60 Unternehmen und Ende 2004 wurden die Eckpunkte für die Regulierung auch festgelegt. Allerdings vertritt die Regulierungsbehörde bis heute (2006) den Ansatz des "evolutionary approach" und lässt den Markt unter strenger Beobachtung sich erst einmal entwickeln.
Auch die Ausschreibungen hin zu IP-TK-Anlagen (IP PBX) nahmen in diesem Jahr langsam zu, teils durch abgelaufene Wartungsverträge oder Abschreibungszeiträumen.
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