ITU-T H.323 Protokoll Stack



Die Kommunikation mittels ITU-T H.323 kann als ein Verbund von Audio, Video, Daten und Kontrollinformationen betrachtet werden.

ITU-T H.323 Terminals besitzen die Fähigkeit eine asymmetrische Arbeitsweise durchzuführen, d.h. sie nutzen verschiedene ( De- ) Codier Algorithmen und können somit mehrere Audio/Video Kanäle gleichzeitig senden bzw. empfangen. Wie in der Abbildung 2-14 zu sehen ist, beinhaltet dieser Protokoll Stack die für die Kommunikation benötigten Substandards und Funktionen. Für die Signalisierung wird der Standard ITU-T H.225 angewandt, der wiederum die Subprotokolle RAS und ITU-T Q.931 ( Telefonie-Standard nicht nur bei IP ) nutzt. RAS steht für Registration, Admission & Status und wird zur Signalisierung verwendet. Zudem wird dieses Protokoll für die Registrierung und Rechtevergabe der ITU-T H.323 Terminals beim Gatekeeper eingesetzt. Wenn kein Gatekeeper in der ITU-T H.323 Architektur existiert ( da nur optional ), wird das RAS nicht verwendet. ITU-T Q.931 ist für die Call Control verantwortlich und wird somit benötigt, um eine Verbindung zwischen ITU-T H.323 Terminals aufzubauen und diese zu verwalten. Wenn der Fall eintrifft, dass mehrere Algorithmen für die Mediencodierung zur Verfügung stehen, wird mittels ITU-T H.245 der zu nutzende Codec bestimmt. Zudem ist ITU-T H.245 zuständig für die Verbindungskontrolle mittels Kontrollnachrichten ( Befehls-nachrichten und Fähigkeitsnachweis des Terminals ), welche einen Terminal steuern. Die einzelnen Medienströme können Video- bzw. Audiodaten oder Daten an sich beinhalten. Für die jeweiligen Medienströme stehen ITU-T H.323 verschieden Digitalisierungs- und Kompressionsalgorithmen ( Codec ) zur Verfügung. Für die Digitalisierung und Komprimierung von Audiodaten benutzt ITU-T H.323 einen Codec aus der ITU-T G.7xx - Reihe, welche in der Tabelle 2-2 dargestellt sind.

Hierbei wird die Digitalisierung mittel Abtastung des analogen Sprachsignals realisiert. Durch Kompressionsalgorithmen soll die Auslastung der Bandbreite verringert werden, was somit jedoch einen höhere Prozessorbelastung wegen der zusätzlichen Berechnungen ( Kompressionen ) mit sich zieht. Das Einsatzgebiet des Codec ITU-T G.711 und dessen Puls Code Modulation ( PCM ) ist nicht nur auf die IP-Telefonie beschränkt, denn dieser findet zudem Einsatz in der digitalen ISDN-Technik. Für die Codierung der Videoinformationen wird die Standardreihe ITU-T H.26x verwendet.

Die Möglichkeit der Videodatenübertragung ist für einen H.323 Terminal optional. Wenn diese Option vom Terminal unterstützt wird, stehen zwei Codec ( ITU-T H.261, ITU-T H.263 ) für die Videoverarbeitung zur Verfügung. ITU-T H.261 wird für Kommunikationskanäle genutzt, welche ein Vielfaches an Bandbreite von 64 kBit/s benötigen. Hierbei werden Frames voll kodiert und zudem nur die Differenz aufeinander folgernder Frames übertragen. Durch die optionale Unterstützung der Datenübertragung werden Application Sharing und Datei Transfer möglich. Dies wird im ITU-T H.323 durch die ITU-T T.120 Spezifikation, welche eine Interoperabilität auf Applikations-, Netzwerk- und Transportebene ermöglicht, realisiert. Für die Zusammenarbeit von Terminals und Schwitched Networks, also die Funktionalität der Gateways ist ITU-T H.246 verantwortlich. Dieses Protokoll sorgt unter anderem für die Übersetzung von IP-Adressen in Rufnummern. Für die Sicherheit und Verschlüsselung der Daten wird ITU-T H.235 verwendet und Zusatzdienste werden über ITU-T H.450 implementiert.

2.3.2.3.2. ITU-T H.323 Übertragung und Kommunikationsablauf