Zukunftsaussichten der IP-Telefonie



Dieser Punkt soll die Zukunftsaussichten von VoIP-Lösungen aufzeigen, wobei der Durchbruch dieser Technologie laut der Fachwelt schon in den vorangegangen Jahren erfolgt hätte sollen. Der Boom, welcher von Analysten für die Jahre 2000 bis 2002 prognostiziert wurde, ist ausgeblieben. Die Zuwachsraten der VoIP-Technologie sind die letzten Jahre zwar stetig gestiegen, nur konnte sie nicht annähernd die angestrebten Werte erreichen. So sind Meldungen wie z.B., dass die ÖKK Kranken und Unfallkasse ( Österreich ) ihre komplette Kommunikation auf VoIP umstellen will, Balsam für die Seelen der gebeutelten Protagonisten der modernen Telefonie via Internet Protokoll ( VoIP ). Diese sehen in der VoIP-Technologie längst das Potential der konventionellen ( traditionellen ) Telefonie den Rang abzulaufen. Rolf Joehr ( DeltaNet AG ) erklärt dies durch Berührungsängste der Kunden mit der doch recht jungen Technologie. Viele der potentiellen Kunden tun sich schwer mit einem innovativen und zukunftsorientierten Schritt hin zur IP-Telefonie.

Das Verharren auf bekannten und etablierten, aber eben auch alten und vergleichsweise starren Technologien verleiht ein Gefühl der scheinbaren Sicherheit und räumt die Notwendigkeit aus dem Weg, sich mit neuen Technologien auseinander zu setzen." Dies ist einer der bedeutendsten Gründe für diese Zurückhaltung bei dem Einsatz der IP-Telefonie. Jedoch haben sich diese Vorzeichen im Laufe des letzten Jahres gewandelt, denn immer mehr Großunternehmen setzten aus wirtschaftlichen Gründen auf die VoIP-Technologie und der Einsatz von so genannten Call Centern nahm stetig zu. Dieser Trend ist zugleich bei den großen TK-Anlagen-Herstellern aufzufinden, denn diese haben ihre Orientierung Richtung VoIP-Technologie ausgelegt. Auch wenn viele Anbieter noch traditionelle Systeme im Angebot haben, so promoten diese jedoch ganz klar auf VoIP-Lösungen. Zudem sind die früheren Argumente der absolut mangelhaften Sicherheit in der Zwischenzeit ( im Laufe der letzten beiden Jahre ) weitgehend ausgeräumt. Moderne, auf Redundanz und Sicherheit bedachte Architekturen weisen gegenüber TK-Anlagen keine Nachteile mehr auf, im Gegenteil sie überzeugen durch zusätzliche Sicherheits-Features, etwa durch die Verschlüsselung der einzelnen Sprach- bzw. Datenpakete und sind folglich durch Angreifer nicht so einfach abhörbar wie es bei der traditionellen Telefonie der Fall sein kann.

Trotz der schlechten Marktlage im Bereich der Telekommunikation geht das Marktforschungsinstitut IDC ( www.idc.com ) in einer im Januar 2004 veröffentlichen Studie davon aus, dass die VoIP-Technologie und deren Markt in den kommenden Jahren ein ansehnliches Wachstum aufweisen wird. Die prognostizierte Wachstumsrate von durchschnittlich 45% pro Jahr soll im Jahr 2007 zu einem weltweiten Umsatzvolumen von über 15 Mrd. Dollar führen.

Somit werden VoIP-Lösungen mit deren Hauptkriterien ( hohe Verfügbarkeit, zentrales Management, dezentrale Verteilung und Skalierbarkeit ) einen weiteren und stetig steigenden Vormarsch in die Kommunikationswelt der Groß- und mittelständischen Unternehmen finden, wie ein weiteres Beispiel zeigt. So plant z.B. die Deutsche Telekom AG eine Umstellung ihrer Festnetzstruktur auf die Internet-Technologie, welches bis zum Jahr 2012 vollkommen realisiert werden soll, um somit eine IP-Fähigkeit des gesamten Netzes zu gewährleisten. Zudem wird durch immer weiter verbesserte Netz- und Dienstleistungsqualität ( Sprachqualität, Sicherheit… ) und komfortablerer Endgeräte ( IP-Telefon, Soft-Phone ) der Einsatz dieser Technik immer lukrativer.

Zudem wird die VoIP-Technologie für den Privatgebrauch ( Privathaushalt ) immer lohnender, denn die Voraussetzungen und die Bereitschaft für die Realisierung in den Privathaushalten hat stetig zugenommen. Für den Einsatz wird lediglich ein PC, Head-Set und ein Internetzugang benötigt, was in den meisten Haushalten der Fall ist. Bei den Privatkunden ist der Hauptgrund der Nutzung dieser Technologie die Kostenersparnis, da in diesem Fall die Telefonie an sich zwischen zwei Telefonie-Clients kostenlos ist ( nur Kosten für Internetgebühren ) und die Telefonie ins Festnetz weitaus kostengünstiger als über z-B. die Telekom AG ( z.B. Preise bei Freenet = 1,00 Cent/min à weitere Anbieter = SIP-Gate, QSC, MBCC ). Hierbei ist zunehmend ein Preiskampf mit den Telefonanbietern ausgebrochen.

Der Einsatz und die Verbreitung dieser Technologie werden zukunftsweisend stetig zunehmen. Durch diese Funktionalitäten und Vorteile hat VoIP eine große Chance der traditionellen Telefonie den Rang abzulaufen. Wann und in welchen Ausmaß die Einführung dieser Technologie angestrebt wird, liegt bei den jeweiligen Nutzern ( Privat, Unternehmen ) selbst.

Schlussfolgerung und Fazit