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AMD erobert CPU-Marktanteile

Die beiden CPU-Produzenten AMD und Intel sind ein wenig wie David und Goliath – AMDs gesamter Jahresumsatz liegt im Allgemeinen niedriger, als Intels Gewinn nach Steuern. Und doch sind nur noch diese beiden Hersteller auf dem einst hart umkämpften CPU-Markt übrig geblieben. Zumindest, wenn man die immer populärer werdenden ARM-Prozessoren für Mobilgeräte wie Tablets oder Smartphones außen vor lässt.

Nun konnte AMD tatsächlich ein wenig Marktanteil gegen Intel gutmachen, was bei AMD als großer Erfolg gewertet werden dürfte – auch wenn es sich nur um wenige 0,7 Prozent handelt. Insgesamt dominiert Intel mit 80.1 Prozent den CPU-Markt sehr klar. In Teilbereichen allerdings konnte AMD stärker aufholen als in anderen. Mobile Prozessoren beispielsweise gehören aktuell zu AMDs Paradedisziplin, hier erreicht AMD aktuell 16 Prozent Marktanteil, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders erfolgreich waren hier die preiswerten APUs, kombinierte Prozessoren und Grafikchips. Sowohl AMDs E- und C-Serie für Netbooks und besonders preiswerte Notebooks sowie die A-Serie mit dem Codenamen Llano erweisen sich also überaus erfolgreich. Weiter zulegen möchte AMD im Sommer mit „Trinity“.

AMD erobert CPU-Marktanteile

AMD erobert CPU-Marktanteile Bild:AMD

Im Desktopbereich liegt AMDs Marktanteil mit 26 Prozent zwar höher, hier musste das Unternehmen aber auch einen Rückgang von 1,6 Prozent hinnehmen. Die für normale Anwender eher enttäuschende Performance der stark verspätet vorgestellten Bulldozer-Prozessoren dürfte hier den Umsatz stark gedrückt haben – Bulldozer benötigt viel Energie bei vergleichsweise geringer Leistung und muss sich bei vergleichbaren Preisen der Intel-Konkurrenz in so gut wie jeder Disziplin unterordnen. Erst im Herbst soll mit „Piledriver“ ein behutsam überarbeiteter Nachfolger erscheinen, der das Ruder aber wohl auch nicht herumreißen wird. Immerhin will Intel bereits Ende April mit Ivy Bridge die Nachfolge der überaus erfolgreichen Prozessoren aus der Sandy Bridge Baureihe vorstellen. Ivy Bridge soll bei stark gesenktem Energiebedarf die Leistung weiter steigern und zudem eine flotte Grafiklösung mitbringen.

Die Verspätung von Bulldozer wirkte sich auch auf den Servermarkt aus. Die auf der Bulldozer-Architektur basierenden Opteron-Prozessoren erschienenen zwar etwas früher als ihre Desktop-Pendents, kamen aber dennoch ein gutes halbes Jahr zu spät auf den Markt. Intel hält bei den Servern einen Marktanteil von 94,5 Prozent und konnte seinen Anteil um 1,5 Prozent steigern. Eben diese verlor AMD und liegt bei 5,5 Prozent. Die Zahlen richten sich allerdings nur nach x86-Prozessoren, vor allem auf dem Servermarkt gibt es aber zahlreiche konkurrierende CPU-Architekturen während Smartphones und Tablets fast ausschließlich auf ARM setzen und x86 hier nur eine untergeordnete Rolle spielt. Im kommenden Jahr könnte dank Windows on ARM der x86-Prozessor auch im Notebook oder gar im Desktop Konkurrenz bekommen.


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