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Was ist Cloud Computing?

Kaum ein IT-Thema wird aktuell öfter in den Medien behandelt als die ominöse „Cloud“. Ferne Rechnerwolken die uns Anwendungen, Daten, Rechenleistung schenkt? Nur selten wird dabei allerdings erklärt, wie diese Fähigkeiten zustande kommen, was denn dort überhaupt arbeitet – und wo sich die Rechner der Cloud befinden. Mit Cloud-Computing lassen sich Passwörter knacken, wissenschaftliche Berechnungen durchführen, Spiele auf leistungsschwache Netbooks streamen, Daten im Internet speichern und von jedem internetfähigen PC wieder abrufen, ja sogar komplette Anwendungen und Betriebssysteme lassen sich in der Cloud ausführen.

Doch was ist diese ominöse Cloud nun eigentlich genau, was für Anwendungen lassen sich mittels Cloud verbessern, preiswerter anbieten oder überhaupt realisieren? Wir wollen ein wenig Licht ins Dunkle bringen und das recht komplexe Thema der Rechnerwolken etwas aufschlüsseln. Inklusive einem Einblick in verschiedene Dienste mitsamt Vor- und Nachteilen. Denn nicht alle Wolken sind Schönwetterwolken, auch so mancher Sturm bahnt sich am Rechnerhimmel an, Gefahren, die viele Nutzer nicht sehen oder sehen wollen.

Doch um was handelt es sich bei der Cloud nun eigentlich?

Genau genommen nutzen wir Cloud-Dienste schon seit geraumer Zeit. Emails beispielsweise sind eine klassische Cloud-Anwendung: Ein Anbieter stellt seine Rechenleistung und Speicherkapazitäten an verschiedenen Standorten für Nutzer aus aller Welt zur Verfügung. Selbst beim Ausfall einiger dieser Server würde der Mail-Dienst weiterhin funktionieren. Die Technik dahinter bleibt für den Nutzer verborgen, befindet sich quasi in einer undurchsichtigen Wolke, der Cloud. Bei Bedarf kann der Anbieter seine Kapazitäten anpassen – auch davon bekommt der Nutzer nichts oder nur wenig mit. Gleiches gilt für Webhosting: Wann immer ein Provider eine Homepage hostet, bietet er mit seiner Servertechnik auch einen Cloud-Dienst an. Per FTP kann auf den Speicher des Servers zugegriffen werden: Cloud-Speicherdienste gibt es also auch schon längere Zeit. Das Internet selbst ist daher bereits selbst ein Cloud-Dienst, dient aber gleichermaßen dazu, um mit spezialisierten Teilen anderer „Rechnerwolken“ Kontakt aufzunehmen.

Cloud Computing

Cloud Computing @iStockphoto/Peter Booth

Im Unternehmenseinsatz bedeutet die Cloud allerdings auch, dass ein gewisser Teil der IT-Infrastruktur nicht mehr selbst betrieben werden muss. Die Kapazitäten können einfach angemietet und mittels genormter Schnittstellen genutzt werden.

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Es gibt aber auch den Anwendungsfall der „private Clouds“, bei denen entweder das firmeneigene Intranet oder das private Heimnetzwerk für den Zugriff auf gemeinsam genutzte Datenspeicher oder die Rechenleistung eines freigegebenen Rechners eingesetzt werden. Das kostenlose System ownCloud beispielsweise bietet hier zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten bei denen zudem die Verfügungshoheit über die eigenen Dateien beim Anwender bleibt – Cloudanbieter in den USA beispielsweise sind durch den US Patriot Act verpflichtet, gespeicherte Daten auch von ausländischen Kunden auf Wunsch an die US-Behörden zu übermitteln.

Doch auch gänzlich andere Dienste fallen unter den Begriff der Cloud. Google versucht seit einiger Zeit mit Chrome OS ein komplettes Betriebssystem mitsamt aller nötigen Anwendungsprogramme in die Cloud auszulagern. Maxdome und andere Videodienste nutzen für die Übermittlung von Videostreams ebenfalls Cloud-Techniken, gleiches gilt für das Spiele- und Softwareportal Steam.

Autor: Dennis Ziesecke


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