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D-Link DIR-865L WLAN-Router

Der im WLAN-Bereich recht bekannte Hersteller D-Link war so freundlich, uns ein Exemplar des ersten Gigabit-WLAN-Routers und des ersten Gigabit-USB-Sticks zum Test zur Verfügung zu stellen. Der DIR-865L entspricht dabei dem aktuellen Standard für hochwertige und teure Router: 4x Gigabit-LAN, ein WAN-Port ebenfalls mit Gigabit-Geschwindigkeit, ein USB-2.0-Port für externe Datenträger sowie ein Taster für WPS finden sich auf der Außenseite.

Im Inneren arbeitet ein moderner 802.11ac-Chipsatz von Broadcom zusammen mit einem 3×3-Array für 3 simultane WLAN-Streams bei 5 Gigahertz und 80 Megahertz breiten Funkkanälen. So erreicht der Router eine maximale Geschwindigkeit von 1300 Megabit pro Sekunde (brutto) im 5-GHz-Frequenzband. Der Dualband-Router kann im 2,4- und im 5-GHz-Bereich simultan arbeiten und ist zudem in der Lage, beide Funktechniken für noch höhere Geschwindigkeiten zu kombieren. D-Link gibt daher eine maximale Geschwindigkeit von 1,75 Gigabit pro Sekunde (1,3 Gigabit pro Sekunde bei 5 Gigahertz sowie 450 Megabit pro Sekunde bei 2,4 Gigahertz) an. Praktisch erreichbar sind solche Leistungen aber nicht.

Dank Beamforming soll die Reichweite des Routers auch bei verwinkelten Wohnungen höher ausfallen als bei preiswerten Vorgängermodellen. Wunder wirken kann diese Technologie indes nicht, zumal die Reichweite bei 5 Gigahertz generell immer etwas geringer ausfällt als bei 2,4 Gigahertz. Über 2 Meter mit Sichtkontakt war der Empfang bei beiden Funkfrequenzen sehr gut, 5 Meter mit einer Wand zwischen Router und Stick sorgten allerdings bereits für geringere Signalqualitäten, vor allem bei 5 Gigahertz und damit beim Gigabit-WLAN-Part des Routers.

D-Link DWA-182 USB-Adapter

D-Link DWA-182 USB-Adapter Bild:Dennis Ziesecke

Die etwas überflüssige D-Link Software des USB-Sticks DWA-182 zeigte bei 5 Metern Entfernung (inkl. Wand) eine maximale Übertragungsrate von 243 Megabit pro Sekunde zu einem 802.11n-Router (300 Megabit maximal) an, zum DIR-865L verband sich der Stick mit maximal 585 Megabit pro Sekunde. Bei geringeren Entfernungen (etwa 2 Meter, keine Wand oder sonstige Trennung) zwischen Stick und Router sank die angezeigte Übertragungsrate im 2,4-GHz-Netz sogar auf 144 Megabit pro Sekunde, im 5-GHz-Bereich stieg sie jedoch auf bis zu 866 Megabit pro Sekunde an – höhere Geschwindigkeiten ließen sich nicht erreichen, auch nicht mit der Anfang Dezember erschienenen neuen Firmwareversion.

In Verbindung mit einem Intel-WLAN-Modul (1000 BGN, nur 2,4 Gigahertz) ließen sich bei Sichtkontakt maximal 144 Megabit pro Sekunde erreichen, in den meisten Fällen wurden sogar nur 72 Megabit pro Sekunde angezeigt – hier sind viele preiswertere Geräte schneller.

Auch die real erreichbaren Übertragungsraten konnten nicht überzeugen. So erreichte die Funkverbindung bei nur etwa 2 Metern Entfernung und ohne störende Hindernisse eine maximale Datenübertragungsrate von knapp 17 Megabyte pro Sekunde, was etwa 136 Megabit pro Sekunde entspricht. Mit einer Wand und etwa 5 Metern Entfernung ging die Übertragungsrate auf 12 Megabyte pro Sekunde (etwa 100 Megabit pro Sekunde) herunter. Mit dem Intel-WLAN-Modul 1000 BGN etablierte der Router Verbindungen mit maximal etwas mehr als 6 Megabyte pro Sekunde, also bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Allerdings testeten wir mit nur einer gleichzeitigen Verbindung – seine Muskeln spielen lassen kann Gigabit-WLAN eher mit vielen parallelen Verbindungen. Werden mehrere Streams gleichzeitig übertragen, sind bis zu 450 Megabit pro Sekunde bei geringer Entfernung und Sichtverbindung möglich, bei 5 Metern ohne Sichtverbindung sind es immer noch mehr als 100 Megabit pro Sekunde. Es eignet sich daher gut als Familien-WLAN mit vielen parallel arbeitenden Personen, Singles werden die Performance der neuen Technologie nur selten ausreizen.

Wer schnellere Verbindungen benötigt, sollte daher weiterhin auf Kabel setzen, hier sind tatsächlich fast 1000 Megabit pro Sekunde realisierbar. Im Vergleich zur Vorgängergeneration bleibt aber auch bei größeren Entfernungen zwischen Rechner und Router noch einiges mehr an nutzbarer Datenrate per WLAN übrig.

Sehr praktisch sind die Smartphone-Apps, mit denen sich per USB an den Router angeschlossene Datenträger auslesen lassen, beispielsweise um Musik und Filme in der Wohnung zu streamen. Wer des öfteren Besuch erhält, wird sich zudem über die Möglichkeit freuen, ein Gastnetzwerk sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz-Bereich einrichten zu können. Auch eine Kindersicherung ist integriert und biete einige sehr pfiffige Optionen um den Nachwuchs vom allzu regelmäßigen und unkontrollierten Surfen abzuhalten.

Autor: Dennis Ziesecke

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