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Die besten NAS-Boxen für den Heimanwender

Synology Diskstation DS212j

Professionelle Ausstattung zu vertretbaren Preisen liefert Synology mit der Diskstation DS212j. Das NAS-Leergehäuse nimmt maximal 2 Festplatte in der Baugröße 3,5 Zoll auf und kann diese wahlweise zu einem RAID 1 zusammenschalten. RAID? Bei einem RAID handelt es sich um zwei oder mehr Festplatten, die je nach RAID-Version mehr Leistung oder höhere Datensicherheit erbringen können. Bei der im NAS-Bereich gängigen Version RAID 1 spiegelt das NAS die Daten, so dass zwar nur die Kapazität einer der beiden verbauten Festplatten zur Verfügung steht, dafür aber bei einem Festplattendefekt die Daten auf der anderen Festplatte noch vorhanden sind. Alternativ lassen sich die beiden verbauten Laufwerke im DS212j auch als ein doppelt so großes „JBOD“ (Just a Buch of Discs) oder klassisch als zwei getrennte Laufwerke ansprechen.

Mit seinem 1,2 Gigahertz schnellen ARM-Prozessor und 256 MB Arbeitsspeicher ist die DS212j eher schwach ausgestattet, was sich auch bei den erreichbaren Datenraten bemerkbar macht. Zwar reicht die Geschwindigkeit vor allem beim Lesen vom NAS mit bis zu 60 Megabyte pro Sekunde für den Alltag aus, beim Schreiben halbiert sich diese Geschwindigkeit allerdings schon. Die angebotene AES-Verschlüsselung sollte man dem Laufwerk dann auch besser nicht zumuten, hier bricht die Geschwindigkeit aufgrund des langsamen Prozessors zu stark ein.

Die besten NAS-Boxen für den Heimanwender

Die besten NAS-Boxen für den Heimanwender ©iStockphoto/Nikolay Iliev

Punkten kann das Laufwerk hingegen bei der Ausstattung – zwei USB-Ports und ein eSATA-Anschluss dienen der Erweiterung mit externen Festplatten, optional lässt sich auch ein WLAN-Stick per USB anbinden. So wird das Laufwerk unabhängig vom eigentlich Netzwerk, die Leistung des NAS ist dann allerdings auf die maximale Geschwindigkeit der WLAN-Verbindung begrenzt. Vorbildlich ist zudem die Ausstattung der Software und der Firmware gelungen. Dem DS212j ist die Bedienoberfläche Synology DiskStation Manager vorinstalliert, welche über den Internetbrowser von jedem Rechner aus aufgerufen werden kann. Die übersichtliche und flotte Oberfläche bietet Zugriff auf die Zusatzfunktionen des NAS – so lässt sich das Laufwerk als FTP-Server (für Datentausch via Internet) einrichten, es bietet einen DLNA-Medienserver um vom Medienplayer oder der Spielkonsole Musik und Filme wiedergeben zu können, zahlreiche Backuplösungen bis hin zum Support für Apples Time Machine und zu guter Letzt einen Paketmanager um weitere Programme nachinstallieren zu können.

Apps für iPhone und Android bieten direkten Zugriff auf das NAS und zeigen Statusmeldungen an. Richtig interessant wird es mit dem Cloud-Station-Paket – dabei handelt es sich um eine Alternative zu Clouddiensten wie Dropbox. Das NAS synchronisiert damit auf Wunsch Dateien zwischen Windows-Rechnern und DiskStation. Dank einer Versionierung der Dateien kann bei einem versehentlich überschriebenen Dokument noch eine ältere und korrekte Version zurückgeholt werden.

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Preis: EUR 1.499,00

Die Synology DiskStation DS212j wird aktuell (April 2012) zu Preisen ab 169 Euro (ohne Festplatten) angeboten. Angesichts der gebotenen Features ein fairer Preis – allerdings ist der Lüfter des DS212j etwas zu laut um das Gerät im Wohnzimmer nutzen zu können.

Qnap TS-239 Pro II+

Neben Synology gilt Qnap als einer der großen und empfehlenswerten Hersteller von NAS-Laufwerken. Beim Qnap TS-239 Pro II+ handelt es sich im Gegensatz zum bereits vorgestellten Synology-NAS um ein deutlich schnelleres und professionelleres Gerät, was sich auch am Preis bemerkbar macht. Dieser liegt mit knapp 450 Euro (Stand: April 2012) ohne Laufwerke deutlich höher, im Gegenzug bietet das TS-239 Pro II+ aber auch eine beeindruckende Performance.

Das Laufwerk ist daher weniger für NAS-Einsteiger gedacht sondern eher für ambitionierte Nutzer mit hohen Ansprüchen an Übertragungsleistung, Ausstattung und Verschlüsselung. Im Gegensatz zu den bei günstigen Laufwerken üblicherweise eingesetzten ARM-Prozessoren setzt Qnap hier auf einen Intel Atom mit 1,8 Gigahertz und 1 Gigabyte RAM. Zudem finden sich gleich zwei Gigabit-Netzwerkanschlüsse sowie 5 USB-Anschlüsse. Diese lassen sichunter anderem zur Erweiterung durch externe Laufwerke nutzen, allerdings begrenzt USB 2.0 die Leistung auf etwa 40 Megabyte pro Sekunde. Praktischer sind da schon die beiden eSATA-Ports, da an diesem die gesamte Leistung der extern angeschlossenen Festplatten bereitgestellt wird.

Intern lassen sich zwei Festplatten einbauen und sowohl als RAID 0, RAID 1 oder JBOD konfigurieren. Für eine höhere Datensicherheit ist RAID 1 die richtige Wahl, mehr Performance zu Lasten der Datensicherheit bietet RAID 0. Im Gegensatz zu den meisten preiswerten NAS bietet das TS-239 Pro II+ auch einen VGA-Ausgang und lässt sich auch ohne angeschlossenen PC direkt an der Box konfigurieren.

Selbstverständlich bietet auch das professionelle Laufwerk Multimediafunktionen und kann Musik, Fotos und Filme auf Medienplayer streamen, Diashows erstellen, einen Zugriff aus dem Internet auf die daheim gespeicherten Daten erlauben und Backups automatisieren. Apple-Nutzer können ihre Daten auch per Time Machine auf dem NAS sichern, für Windows-Nutzer gibt es entsprechende Software um die Datensicherung zu automatisieren. Apps für Android und iPhone stellt der Hersteller ebenfalls zur Verfügung, so dass sich auch vom Smartphone oder Tablet auf die gespeicherten Daten zugreifen lässt. Wer zum Downloaden größerer Dateien nicht immer den PC laufen lassen will bietet Qnap die Möglichkeit, Downloads von P2P-Netzwerken wie Bittorrent oder von One-Click-Hostern wie Rapidshare direkt auf dem NAS vorzunehmen.

Dank des schnellen Atom-Prozessors fällt auch die Geschwindigkeit extrem gut aus. Bei größeren Dateien sind problemlos 100 Megabyte pro Sekunde sowohl lesend als auch schreibend möglich. Selbst wenn die Laufwerke verschlüsselt werden, bricht die Geschwindigkeit nicht so stark ein wie bei vielen anderen Laufwerken – es sind immerhin noch bis zu 60 Megabyte pro Sekunde realisierbar.

Angesichts der recht professionellen Funktionen und des hohen Preises erfreut die extrem einfache Inbetriebnahme des NAS – eine Automatik übernimmt beim ersten Anschluss alle wichtigen Einstellungen, Profis können selbstverständlich feintunen.

LG N2B1DB2 – NAS + Blu-ray-Brenner

Das Laufwerk von LG ist weniger als schnelles NAS sondern eher als praktische Komplettlösung fürs Netzwerk gedacht. Aufgrund des mit 800 Megahertz recht langsamen Marvell-Prozessors kommt die Datentransferraten im Netzwerk nie über maximal 25 Megabyte pro Sekunde heraus, so dass größere Backups zu einer Geduldsprobe werden. Das mit zwei Laufwerken ausgestattete Gerät ist aber aus einem anderen Grund trotzdem eine Empfehlung: LG integriert zusätzlich einen Blu-ray-Brenner und einen Kartenleser. Dank iSCSI lässt sich der Brenner auf einem im Netzwerk angeschlossen Rechner wie ein lokales Laufwerk nutzen – so ist es möglich, Softwareinstallationen auf mehreren Rechnern über das Netzwerk vorzunehmen, ohne den Datenträger durch die Gegend tragen zu müssen. Ebenfalls möglich ist ein direktes Backup von Dateien auf dem NAS direkt auf Blu-ray, DVD oder CD. Angenehm ist auch der versenkbare Kartenleser im Deckel des Gerätes – der Inhalt von hier eingesteckten Speicherkarten lässt sich direkt auf die Festplatte des NAS übertragen, auf Knopfdruck und ohne große Konfiguration. Der Inhalt eingesteckter Karten lässt sich auch im Netzwerk freigeben und von allen angeschlossenen Rechnern nutzen.

Ebenfalls vorhanden sind drei USB-Ports zum Anschluss externer Laufwerke. Einer der drei Ports findet sich in der Front, zwei weitere an der Rückseite des Gerätes. Dort ist auch der eSATA-Anschluss angebracht, über den sich ebenfalls externe Laufwerke mit dem NAS verbinden lassen.

Ansonsten bietet LG NAS-Standards: Ein Medienplayer lässt Spielkonsolen und Netzwerkplayer sowie Webradios auf den Inhalt der Festplatten zugreifen, zumindest unter Windows stehen auch Backupfunktionen zur Verfügung. Auch der Fernzugriff aus dem Internet ist nach etwas Basteln möglich. Die Stromsparfunktionen lassen sich in Zeitintervallen einstellen – je nachdem, ob das Laufwerk in 10, 20, 30 oder mehr Minuten der Inaktivität in den Standby gehen soll. Bei Benutzung benötigt das NAS knapp 44 Watt elektrischer Energie, im Standby ist es nur noch 1 Watt. Allerdings muss der kleine Lüfter an der Rückseite die erzeugte Abwärme abführen und agiert dabei leider recht lautstark. Das an sich sehr ansehnliche Gerät eignet sich daher nur bedingt zum Einsatz im Wohnzimmer. Dennoch, wer ein NAS mit integriertem Blu-ray-Brenner sucht, wird abseits von Selbstbau-Lösungen kaum Alternativen finden. Zumal sich nur wenige Geräte mit integrierten (und jederzeit wechselbaren) Festplatten sowie Blu-ray-Brenner für nur etwa 240 Euro (Stand: April 2012) finden lassen.

Western Digital MyBookLive

Während die bisher vorgestellten Laufwerke durch zahlreiche Sonderfunktionen oder eine einzigartige Ausstattung überzeugen konnten, besticht das MyBookLive von Western Digital durch seinen sehr geringen Preis bei gleichzeitig überraschend guter Performance. Für nur etwa 160 Euro bietet der Hersteller das Modell mit 2 Terabyte Speicherkapazität an – selbst das nackte Laufwerk ohne NAS-Funktionen kostet bereits gute 120 Euro, so dass der Netzwerk-Aufpreis erstaunlich gering ausfällt.

Im Gegenzug bietet Western Digital allerdings nur Basisfunktionen und keine Erweiterungsmöglichkeiten an. Für Medienplayer ist ein Twonky-Medienserver vorinstalliert, so dass im gesamten Netzwerk auch via Webradio, Spielkonsolen und Medienplayern auf die Daten des NAS zugegriffen werden kann. Die übersichtliche und ausreichend schnelle Weboberfläche hilft dem Anwender nicht nur bei der Ersteinrichtung sondern auch beim Erstellen von Ordnern und Freigaben für verschiedene Nutzer(gruppen). Auf Wunsch lassen sich so auch Statusmeldungen per Mail oder SMS verschicken – wenn das NAS beispielsweise nicht mehr erreichbar ist, der Strom ausgefallen ist oder ein Datenfehler auftrat. Für Android und iOS bietet Western Digital zudem eine App, mit der sich auf die Daten des NAS zugreifen lässt. Verzichten muss der Nutzer allerdings auf USB-Ports, WLAN-Optionen oder andere Zusatzfunktionen teurerer Netzwerkspeicher.

Allgemein gilt im NAS-Bereich der Leitsatz, dass preiswerte Modelle keine hohe Leistung bieten können. Angesichts der aufgrund des Preisdrucks oft nur sehr langsamen Prozessoren sind hier tatsächlich nur selten Transferraten von mehr als 25 Megabyte pro Sekunde zu realisieren, oft liegt der Wert sogar deutlich darunter. Western Digital hebt sich hier sehr positiv von der Allgemeinheit ab und straft Zweifler mit hoher Geschwindigkeit Lügen. Bis zu 75 Megabyte pro Sekunde lassen sich via Gigabit-Ethernet (lesend) übertragen, beim Schreiben ist das Laufwerk mit bis zu 45 Megabyte pro Sekunde zwar etwas langsamer aber immer noch ausreichend schnell. Diese Werte gelten allerdings nur für große Dateien, der Zugriff auf viele kleine Dateien ist – wie auch bei fast allen anderen vorgestellten Laufwerken – teils deutlich langsamer. Mit einer Verschlüsselung sollte man den ARM-Prozessor des MyBookLive besser nicht überfordern. Dennoch – angesichts des niedrigen Preises ist das Laufwerk für NAS-Einsteiger eine sehr gut Wahl und nur wenig teurer als hochwertige USB-Laufwerke, die im Alltag deutlich unflexibler sind.

Autor: Dennis Ziesecke

NAS–Ratgeber:

  1. NAS – Network Attached Storage
  2. NAS – Technische Grundlagen
  3. Die besten NAS-Boxen für den Heimanwender
  4. NAS im Eigenbau

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