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DSL Router, WLAN Router

Ein Router ist ein quasi eigenständiger kabelgebundener Computer, der die Vermittlung und die Koppelung von Datenpaketen aus mehreren (homogenen oder heterogenen) Netzen oder auch von mehreren Workstations übernimmt. Er arbeitet im OSI-Model auf Layer 3 Ebene (Netzwerkebene) und sendet so die vom sendenden Netzwerk ankommenden Informationen und Datenpakete analytisch auf die Zielnetzwerke weiter.

Ein Router besitzt eine Schnittstelle an der die einzelnen Netze angeschlossen werden können. Im privaten Bereich und auch in kleinen Firmennetzen werden Router mit 4, 8 und 16 Schnittstellen (Interface) eingesetzt. Diese sind durch Hubs und Switches erweiterbar. In größeren Unternehmen werden solche Router oftmals in so genannten Stacks eingesetzt und miteinander gekoppelt. So erhöht sich die Möglichkeit der Anbindung vieler Netzwerke erheblich.

Dieselbe Funktion wie ein kabelgebundener Router erfüllt ein WLAN-Router unter Zuhilfenahme des Funknetzes. Dieses Wireless LAN muss allerdings noch per Verschlüsselung abgesichert und vor Datenmissbrauch geschützt werden. Die Verschlüsselung geschieht meist per WEP oder WAP- Verschlüsselung. Der Vorteil eines Wireless LAN ist die freie, ortsunabhängige und schnelle Installation. Meist werden diese WLAN-Router auch als DSL-Router oder ADSL-Router bezeichnet. Die Bezeichnung ADSL-Router kommt von „ Asynchron Digital Subscriber Line“ und bezeichnet somit eine Teilnehmeranschlussleitung die nicht linear ausgeführt wird. Hier ist die Downloadrate höher als die Uploadrate. Diese ADSL-Router verfügen oftmals noch über ein DSL-Modem für den Internetzugang und sind somit als Kombigeräte zu bezeichnen. Allerdings müssen bei dieser Art Geräte gewisse Abstriche in kauf genommen werden da sie nicht alle Funktionen eines reinen Routers beinhalten da sie oftmals nur für den Internetzugang eingesetzt werden und nur PPPoE als Protokoll nutzen.

DSL Router

DSL Router ©iStockphoto/James E. Hernandez

Arbeitsweise aller Router (Hardware und Softwarerouter)

Die Zielfindung eines Routers erfolgt über den Standardgateway das auch lokal als Routingtabelle vorliegt. Hier sind alle Einträge der einzelnen Netze verfügbar und erweiterbar. Durch Abruf der Routingtabelle werden die unterschiedlichen Netze lokalisiert und eingeordnet sodass die Datenpakete zielgerichtet den Empfangsnetzen zugeordnet werden können.

Größere (und auch teurere) Router verfügen über das Policy Based Routing. Hierbei wird die Vermittlungsentscheidung nicht nur auf der Grundlage des gewünschten Zielnetzwerkes vorgenommen sondern auch noch anhand des gewünschten Dienstes. Sei dies nun ein SMTP-Abruf für E-Mails oder ein HTTP- Abruf für Webdialoge. Diese professionellen Router, die hier gerne einmal mehrere hundert Euro teuer sein können, werden Beispielsweise bei Netzwerken großer Unternehmen eingesetzt. Sie sind natürlich für kleinere Netzwerke vollkommen überdimensioniert.

Router mit Bridgefunktion routen auch nicht routbare Protokolle. Diese Geräte werden allgemein als Brouter bezeichnet. Für Dienste die broadcastbasiert sind muss zudem ein Relay Agent eingerichtet werden. Damit sind zum Beispiel DHCP Dienste über den Router hinaus einsetzbar.

Die verfügbaren Router sind Einprotokollrouter oder Multiprotokollrouter. Die Einprotokollrouter werden in homogenen Netzwerken eingesetzt in denen zum Beispiel TCP / IP Protokolle genutzt werden. Für heterogene Netzstrukturen können Multiprotokollrouter eingesetzt werden. Diese erkennen zum Beispiel noch IPX und NetBios-Protokolle. Allerdings spielen diese in der heutigen Zeit keine große Rolle mehr. Gängig sind Einprotokollrouter. Die Ausnahme bilden hier noch die ATM- Netze der Telekom.

Eine weitere und sehr wichtige Unterscheidung sind die „gerouteten Protokolle“ und die „Routing Protokolle“. Die gerouteten Protokolle sind für den Datenaustausch und die Auswahl der Route vorgesehen und die Routingprotokolle sind für die Kommunikation zwischen den Routern, sowie deren Verwaltung des gesamten Routingvorgangs und den Autausch der Routingtabellen untereinander, zuständig.

Router werden auch in größeren Unternehmen innerhalb eines Backplanes eingesetzt. Hier koppeln sie die Backbones (breitbandige Hochgeschwindigkeitsverbindungen) miteinander und sorgen somit für eine hohe Redundanz innerhalb des Systems. Dieses ist auch leichter zu warten und zentral strukturiert. Ihre Ausfallsicherheit liegt bei 99 Prozent.

Man unterscheidet hier zwischen Collapsed Backbone und Distributed Backbone. Im Collapsed Backbone (ein virtuelles Backbone) werden Router als eingenständiges Element der Koppelung eingesetzt. Dieses besitzt wenige aktive Komponenten und ist zentral gesteuert und leicht zu warten. Die Struktur ist somit sehr zuverlässig.

Bein Distributed Backbones (ältere Technik) werden Netze innerhalb eines Gebäudes per Ringverteilung und Router angebunden. Diese Technik erschwert die übergreifende Verbindung zu einem VLAN.

Moderne Router besitzen die Möglichkeit des VoIP- routings ( Voice over IP). Diese Technik ermöglicht es, das Internetprotokoll für die Übermittlung von Sprache zu nutzen. Quasi ein Telefonieren über das Internet. Hierzu werden die Datenpakete ebenfalls über die Layer 3- Schicht des OSI-Modells übermittelt. Eine Weitergabe durch den Router ist hierfür erforderlich. Dieser empfängt die Datenpakete und sendet sie an die dementsprechende Empfangsstelle weiter. Eines der genutzten Protokolle ist SIP (Session Initiation Protocol) das herstellerunabhängig arbeitet. Somit ist die Kennung nicht statisch IP gebunden sondern auch dynamisch möglich.

Die Softwarerouter

Eine weitere elegante Möglichkeit ist die Installation eines Softwarerouters. Dies setzt allerdings höhere Kenntnisse der Systemumgebung voraus und soll hier nur kurz erwähnt werden. Unixgeräte, Linux- Workstations und deren Derivate beherrschen von Hause aus das Routing. Doch auch PC’s können mit passenden Programmen (Smoothwall, IPCop und andere) als Router genutzt werden. Hier bringen Linuxderivate und Windows NT-basierte Systeme alles Notwendige zur Konfiguration mit. Diese Softwarerouter sind genauso leistungsfähig wie Hardwarerouter. Der größte und damit entscheidende Nachteil gegenüber einem Hardwarerouter liegt allerdings im sehr hohen Stromverbrauch begründet. Ein System für diese Zwecke zu konfigurieren rechnet sich meist nicht und ist für ein Heimnetzwerk nicht sinnvoll. Die Einrichtung eines solchen Systems für Schulungszwecke kann hier jedoch zweckmäßig sein.

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