Skip to main content

Gigabit-Router: Wireless-Router mit 802.11ac

Schnelle Internetzugänge haben in den vergangenen Jahren einen unnachahmlichen Siegeszug angetreten. War um die Jahrtausendwende noch eine Internetgeschwindigkeit von 64 Kilobit pro Sekunde, realisiert über eine einzelne ISDN-Leitung, ein unglaublicher Luxus, gelten heutzutage zumindest in stark besiedelten Stadtgebieten Geschwindigkeiten von 100 und mehr Megabit pro Sekunde als aktuell. Selbst einige ländliche Umgebungen surfen inzwischen mit 16 Megabit pro Sekunde, in Gegenden mit gutem Kabelnetz-Ausbau sogar mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde.

All diesen Zugängen ist allerdings eines gemein: Der Provider bietet genau einen Zugang zu einem Kabel- oder DSL-Modem (oder einem UMTS/LTE-Adapter bei Funkzugängen). Sollen mehr als nur ein Rechner gleichzeitig ins Internet, wird ein Router benötigt. Diesen liefern viele Provider zu oft nur sehr geringen Preisen gleich mit: Bis zu vier Rechner lassen sich dann per Kabel gleichzeitig mit dem Internet und auch untereinander verbinden. WLAN-Router bieten zusätzlich noch eine Funkstrecke für weitere Endgeräte.

Doch selbst bei aufpreispflichtigen teureren Inklusive-Routern werden nur WLAN-Geschwindigkeiten von maximal 300 Megabit pro Sekunde angeboten. Das mag auf den ersten Blick ausreichen, scheinen die 300 Megabit pro Sekunde ja deutlich besser zu sein als die bestenfalls 100 Megabit pro Sekunde des Internetzugangs. Unpraktisch: Bei der angegebenen Maximalgeschwindigkeit handelt es sich um einen in der Realität nicht erreichbaren Brutto-Wert. Im Alltag lassen sich mit sehr hochwertigen 300-MBit-Routern mit dem Standard IEEE802.11n bis zu 120 Megabit pro Sekunde netto kabellos übertragen. Dabei handelt es sich aber um einen Wert, der nur unter sehr guten Umständen erreicht wird – es sollten tunlichst keine Wände, Türen oder Fenster zwischen Router und Empfänger. Ebenfalls störend wirken bei vielen eher preiswerteren Geräten andere Funkquellen auf der Frequenz 2,4 Gigahertz. DECT-Telefone, Bluetooth-Adapter, schlecht geschirmte Mikrowellengeräte und das WLAN des Nachbarn können den Empfang teils drastisch einbrechen lassen. Abhilfe lässt sich mit der Nutzung des 5-GHz-Frequenzbandes schaffen.

Gigabit Router

Gigabit Router @iStockphoto/Stephan John

Der nun aktuell in den Markt drängende Nachfolgestandard für 802.11n nennt sich 802.11ac, im Volksmund „Gigabit-WLAN“ und arbeitet serienmäßig mit 5 Gigahertz. Allerdings handelt es sich bislang noch um einen Entwurfsstandard, „11ac-Draft“ genannt. Der finale Standard soll im Laufe des Jahres 2013 verabschiedet werden – wer aber bereits jetzt zu einem Draft-ac-Router greift, macht grundsätzlich nichts falsch. Schon beim Vorgängerstandard 802.11n gab es lange Zeit vor der finalen Zertifizierung des Standards zahlreiche Draft-n-Geräte und so gut wie alle dieser Router und Adapter sind noch immer kompatibel zum finalen Standard. Bei Routern haben es die Hersteller generell recht einfach: Zumeist reicht die Installation einer neuen Firmware, was mittlerweile komplett aus dem Routermenü erledigt werden kann.

Und um zum ursprünglichen Problem der geringen Datenraten zurückzukehren: Gigabit WLAN hat seinen Namen auf Basis der hohen, zumindest theoretisch, erreichbaren Maximalgeschwindigkeit von aktuell bis zu 1300 Megabit pro Sekunde bekommen. In der Realität bleibt davon zwar erneut nur ein Bruchteil übrig, zumindest für 100-MBit-Netzwerkkabel wird es aber mittlerweile eng.

Autor: Dennis Ziesecke


banner