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Intel WiDi

Die Grundvoraussetzung für Intels Wireless Display ist ein WLAN-Chip aus dem Hause Intel mit WiDi-Zertifizierung, ein entsprechender kompatibler Treiber (bislang nur für Windows verfügbar) sowie Intels WiDi-Software. Am Fernsehgerät wird eine Empfangsbox benötigt, die Hersteller wie D-Link, Netgear oder Belkin zu Preisen von etwa 90 Euro anbieten. Beim Kauf einer solchen Box ist allerdings Vorsicht geboten – einige Händler bieten noch immer Geräte der ersten Generation an. Intel sieht als Voraussetzung auch eine Core-CPU aus der eigenen Produktion, mit AMD-Prozessoren wird es also nicht funktionieren. Die Beschränkung auf ein 64-Bit-fähiges Windows-System hingegen dürfte nur Mac- und Linux-Nutzer stören.

Mittlerweile ist Wireless Display in der zweiten Generation angekommen. Die Generationsangabe ist nur beim Kauf eines TV-Adapters interessant, da auf dem Computer einfach nur eine neue Softwareversion installiert werden muss um WiDi „aufzurüsten“. In der ersten Generation wusste Wireless Display nicht allzu sehr zu überzeugen. Die übertragene Bildgröße war auf 1366 x 768 Bildpunkte beschränkt. Ton wurde nur in Stereo übertragen. Unpraktisch: Wireless Display in der ersten Generation unterstützte den HDPC-Kopierschutz nicht, so dass keine urheberrechtlich geschützten Videos per Funk übertragen werden konnten. Auch die Latenz, die Verzögerung zwischen Ein- und Ausgabe also, war mit ca. 1 Sekunde extrem hoch.

Intel WiDi

Intel WiDi Bild:Intel

Mit der Anfang 2011 vorgestellten zweiten Generation von Wireless Display verbesserte Intel den Standard daher in zahlreichen Punkten. Endlich wird auch die mittlerweile gängige FullHD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln unterstützt, komplett inklusive HDCP. Es lassen sich also auch auf dem Notebook abgespielte Blu-ray-Filme kabellos in guter Qualität auf einen Fernseher streamen. Klanglich ist Intel der Schritt zu 5.1-Sound geglückt. Am offensichtlichsten sind jedoch die Verbesserungen bei der Latenz. Diese ist von ca. 1 Sekunde auf wenige Millisekunden gefallen. Waren mit der ersten WiDi-Generation nicht einmal genügsame Strategiespiele denkbar, lassen sich nun zumindest einige weniger zeitkritische Titel kabellos auf dem Fernseher spielen. Actionreich sollte es aufgrund der immer noch sichtbaren Verzögerung allerdings nicht zugehen. Im Alltag stört das leichte Hinterherziehen des Mauszeigers kaum, Schnellschreiber bemerken jedoch die verzögerte Wiedergabe ihres geschriebenen Textes.

Wireless Display nutzt die bestehende WLAN-Verbindung des Notebooks (oder Tablets) und überträgt in diesem Signal die Bild- und Tondaten. Der Netzwerkverkehr findet direkt zwischen Notebook und TV-Adapter statt, WiDi nimmt laut Intel nicht den Umweg über einen WLAN-Router. Dennoch bleibt die WLAN-Verbindung zum Router offenbar bestehen, selbst bei aktivem Wireless Display ist das kabellose Surfen im Internet weiterhin möglich. Die Reichweite zwischen WiDi-Adapter und dem Notebook darf laut Intel nur maximal 5 Meter betragen, zudem sollte eine Sichtverbindung zwischen den Geräten bestehen.

In unserem Test eines Netgear-Adapters der ersten Generation zeigte sich die Technik jedoch unbeeindruckt von höheren Reichweiten und versperrter Sichtverbindung. Selbst eine Etage tiefer war noch immer eine flüssige 720p-Wiedergabe eines Filmes möglich. Mit der zweiten Generation sind die Anforderungen jedoch gestiegen, es müssen schließlich auch größere Datenmengen übertragen werden. Die Reichweite sinkt so zwar etwas, allerdings reicht es in den meisten Fällen noch immer, um von einem benachbarten Zimmer auf den Fernseher im Wohnzimmer zu streamen.

Neben einer besseren Bild- und Tonqualität konnte Intel bei der zweiten Generation von Wireless Display vor allem die Eingabeverzögerung, die Latenz, stark verringern. Bewegte sich der Mauszeiger auf dem Fernseher bei der ersten WiDi-Generation immer erst eine knappe Sekunde nachdem die Maus tatsächlich genutzt wurde, verzögert die zweite Generation nur noch um wenige Millisekunden. Schnelle Spiele sind damit zwar immer noch nicht möglich, die normale Bedienung eines Computers geht dank der geringeren Latenz aber deutlich angenehmer vonstatten.

Wird ein größerer Film übertragen, muss Wireless Display das Bildmaterial erst einige Sekunden lang puffern. In den ersten Filmsekunden kommt es daher, je nach Bitrate des Filmmaterials, zu mehr oder weniger stark störenden Rucklern. Nach kurzer Zeit verschwinden diese allerdings und das Video läuft flüssig. Ist allerdings die WLAN-Verbindung bei der Wiedergabe gestört, kann es erneut zu Bildfehlern und Aussetzern kommen. Durch die für die Übertragung nötige Kompression sind zumindest bei geringem Sitzabstand zum Fernseher kleinere Kompressionsartefakte und ein stärkeres Bildrauschen zu sehen. Heimkinofans mit Anspruch auch beste Qualitäten sollten daher von WiDi Abstand nehmen und lieber ein Kabel ziehen.

Autor: Dennis Ziesecke

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