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NAS im Eigenbau

Da es sich bei einem NAS um nichts anderes als einen auf eine Aufgabe spezialisierten Rechner handelt, ist es auch möglich, sich aus einem alten PC oder herumliegenden Komponenten ein solches Netzspeichergerät selbst zu bauen. Viel Leistung benötigt ein NAS nicht, weshalb auch ältere Komponenten ausreichen – allerdings bieten ältere Mainboards keine Anschlussmöglichkeit für aktuelle SATA-Festplatten, weshalb die ganz arg angestaubten Computerteile im Keller bleiben sollten. Ansonsten stellt eine NAS-Software keine großen Anforderungen an Prozessor und RAM. Selbst mit nur einem Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Einkernprozessor der 1-GHz-Klasse lässt sich hervorragend arbeiten, das Eigenbau-NAS reagiert selbst mit diesen langsamen Komponenten schneller als viele preiswerte NAS-Gehäuse. Wichtig wäre allerdings der Einbau einer Gigabit-Netzwerkkarte, da nicht alle älteren Mainboards diesen Standard bereits unterstützen.

Als Software lässt sich das kostenlose auf Linux basierende Betriebssystem FreeNAS einsetzen. Dieses ist nach der ersten Konfiguration sehr wartungsfreundlich und benötigt zur Installation nur einen Datenträger mit einem Gigabyte freiem Speicherplatz. FreeNAS bootet auch problemlos von USB-Sticks oder SD-Speicherkarten.

Im Gegensatz zu den auf nur einen Einsatzzweck konzentrierten NAS-Boxen haben ausgemusterte PCs aber einen gravierenden Nachteil: Der Energiebedarf selbst älterer Rechner ist um ein vielfaches höher als der eines dedizierten NAS im schmalen Gehäuse. So benötigen viele NAS-Boxen im Ruhemodus nicht viel mehr als 5 Watt, unter Last mit einer Festplatte steigert sich dieser Wert dann auf 15 bis 25 Watt, jede weitere Festplatte benötigt bis zu 10 Watt zusätzlich. Ein ungeschickt gewählter ausgemusterter PC mit einem Pentium4-Prozessor kommt aber selbst ohne Last schon auf 50 bis 60 Watt, werden verschlüsselte Dateien angefordert zieht ein solcher Rechner bis zu 200 Watt aus der Steckdose. Der größere Platzbedarf eines vollwertigen PCs spricht ebenfalls gegen ein solches Selbstbau-NAS – allerhöchstens wenn das Gerät auch noch weitere Aufgaben im heimischen Netzwerk übernehmen soll könnte sich der Aufwand lohnen. Aber auch dann ist es ratsam, auf den Energiebedarf der gewählten Komponenten zu achten. Eine dedizierte Grafikkarte beispielsweise ist für ein NAS eher überflüssig, eine Onboardlösung reicht vollkommen.

NAS im Eigenbau

NAS im Eigenbau ©iStockphoto/Stephan Zabel

Wer nur wenig Wert auf hohe Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung legt, kann auch mit einem Router und einer externen Festplatte arbeiten. Zahlreiche moderne Router bieten eine oder mehrere USB-Schnittstellen zum Anschluss und zur Freigabe von externen Festplatten im Netzwerk. So verwandelt sich der sowieso vorhandene Router bequem in einen Netzwerkspeicher, ohne Zusatzkosten und mit der bereits gewohnten Konfigurationsoberfläche. Einen frappierenden Nachteil hat diese Lösung allerdings: Der Prozessor im Router ist im Normalfall nicht allzu stark und muss sich zudem noch um andere Aufgaben kümmern, was die erreichbare Geschwindigkeit bei der Datenübertragung stark eingrenzt. Mehr als 5 bis 15 Megabyte pro Sekunde erreicht eine solche Kombination nur eher selten. Noch langsamer geht es, wenn der Hersteller nur veraltete USB-Schnittstellen verbaut – AVM produzierte bis vor einigen Jahren beispielsweise zahlreiche Fritz!Box-Router mit USB 1.1, so dass die Datenübertragung derart begrenzt nicht höher als 1 Megabyte pro Sekunde liegen konnte.

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Preis: EUR 1.499,00

Autor: Dennis Ziesecke

NAS–Ratgeber:

  1. NAS – Network Attached Storage
  2. NAS – Technische Grundlagen
  3. Die besten NAS-Boxen für den Heimanwender
  4. NAS im Eigenbau

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