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NAS − Network Attached Storage

In der klassischen Heim-PC-Konstellation befinden sich alle wichtigen (und unwichtigen) Daten auf der Festplatte des heimischen Computers. Kommt ein Notebook dazu, werden die Daten oft gedoppelt auf den Datenträgern beider Rechner gespeichert oder mittels externer USB-Festplatten, Datensticks oder gebrannter DVDs zwischen den PCs ausgetauscht. Knifflig wird es allerdings, wenn sich immer mehr Rechner im Haushalt anfinden und auch noch Smartphones, Tablets und Medienplayer hinzukommen. Der Umzug der Daten in die Cloud liegt da nahe – aber es muss ja nicht immer die weit entfernte Internet-Datenwolke sein, in den meisten Fällen reicht auch die private Cloud in Form eines Netzwerkspeichers, eines NAS. Anwendungsszenarien gibt es viele.

Nach dem Familienwochenende wird die Digitalkamera an den PC angeschlossen – auf dem großen Bildschirm sehen die geschossenen Bilder viel besser aus als auf dem kleinen Display der Kamera. Wenn nun Besuch kommt, der sich die Fotos unbedingt anschauen möchte, wird es schon wieder kompliziert – den Besuch vor den PC quetschen kommt nur selten in Frage, das Tablet oder das Notebook im Wohnzimmer wären da schon gemütlicher. Nun müssen die Fotos vom PC auf das Notebook oder auf einen USB-Stick kopiert werden, um sie im Wohnzimmer präsentieren zu können. Unhandlich ist es auch, wenn mehrere Leute mit den Bildern arbeiten wollen – den Datenbestand immer auf dem gleichen Stand zu halten ist eine auf Dauer zum Scheitern verurteilte Aufgabe. Anstatt die Daten redundant auf jedem Rechner vorzuhalten wäre es doch viel praktischer, eine zentrale Speicherstelle für alle heimischen Daten zu haben. Wenn es dann noch möglich wäre, auf die Daten über das Internet, beispielsweise im Urlaub, zuzugreifen.. Unmöglich? Nein, die Lösung nennt sich NAS, Network Attached Storage.

NAS – Network Attached Storage

NAS – Network Attached Storage ©iStockphoto/Shaun Wilkinson

Ein NAS ist nichts anderes als eine Art nur für die Datenspeicherung verantwortlicher PC im heimischen Netzwerk. Und tatsächlich ließe sich ein alter und ansonsten ausgemusterter PC für diesen Zweck nutzen. Praktischer und stromsparender sind hingegen vorkonfigurierte NAS-Boxen für den Heimgebrauch. Diese gibt es sowohl mit als auch ohne vorab installierte Festplatten. Je nach Modell lässt sich das NAS mit einer, zwei oder mit gleich vier Festplatten bestücken. Bis zu 16 Terabyte Speicherkapazität (bei Nutzung von vier Laufwerken mit dem momentanen Maximum von 4 TB pro Festplatte) lassen sich so bequem im gesamten Haushalt bereitsstellen – das reicht auch für umfangreiche Filmsammlungen. Dank Gigabit-Ethernet bieten einige der NAS-Boxen zudem extrem gute Zugriffsgeschwindigkeiten von mehr als 100 Megabyte pro Sekunde. Preiswerte Lösungen arbeiten allerdings aufgrund der schwächeren verbauten Hardware etwas bis deutlich langsamer. Ein NAS mit mehr als einer Festplatte lässt sich zudem als RAID konfigurieren – auf Wunsch werden dabei zwei Festplatten so zusammengeschaltet, dass die Daten auf dem zweiten Laufwerk gespiegelt vorliegen. Fällt eine Festplatte aus, sind die Daten dennoch weiterhin vorhanden.

Ein modernes NAS kommt zudem oft auch mit Medienplayer-Funktionen sowie der Möglichkeit, per App auch vom Smartphone oder Tablet darauf zuzugreifen. So lässt sich problemlos ein preiswerteres Tablet mit geringerer Speicherkapazität erwerben, großformatige Videos, die Musiksammlung und die Familienfotos müssen sich ja für den Heimgebrauch nicht mehr auf dem Tablet befinden sondern können auf dem NAS verbleiben.

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Angeschlossen wird ein NAS via Netzwerkkabel an den heimischen DSL-Router. Handelt es sich dabei um einen WLAN-Router, können auch kabellos angebundene Endgeräte problemlos auf die gespeicherten Daten zugreifen. An einige Netzwerkspeicher lassen sich zudem Lautsprecher anschließen, so dass das NAS die Musiksammlung direkt abspielen kann – für diesen Zweck sollte das NAS allerdings nicht unbedingt im Keller oder in einem Schrank weggesperrt sein.

Autor: Dennis Ziesecke

NAS–Ratgeber:

  1. NAS – Network Attached Storage
  2. NAS – Technische Grundlagen
  3. Die besten NAS-Boxen für den Heimanwender
  4. NAS im Eigenbau

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