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Was ist NAS? Technische Grundlagen

Ein NAS ist nichts anderes als ein PC, der sich ausschließlich um die Datensammlung sowie den Datentransfer kümmert. Moderne Geräte zwacken zudem noch Rechenleistung für integrierte Medienplayer, Bittorrent- und FTP-Clients sowie einige weitere Zusatzfunktionen ab. Allerdings nutzen die NAS-Hersteller nur selten klassische PC-Technik – ein NAS läuft im Normalfall den gesamten Tag und sollte daher aus besonders stromsparenden Komponenten bestehen. Zudem herrscht in den kleinen Gehäusen nicht nur Platz- sondern auch Frischluftmangel, was energiehungrige und damit heiße CPUs ausschließt. Im Gegensatz zu einem PC benötigt ein NAS zudem keine Grafikeinheit, konfiguriert werden die Geräte via Netzwerk und Internetbrowser von einem angeschlossenen PC aus.

Zum Einsatz kommen, je nach Preisklasse und Einsatzgebiet, ARM-Prozessoren oder Intels Netbook-CPU Atom. ARM-CPUs bieten zwar eine nur eher geringe Rechenleistung, je nach Taktrate und Anzahl der Rechenkerne kann ein solcher Prozessor aber dennoch für adäquate Leistungen ausreichen. So arbeitet das MyBookLive von Western Digital mit einem vergleichsweise schwachen ARM-Prozessor, die Geschwindigkeit des NAS ist im Alltag für viele Personen aber dennoch ausreichend.

Festplatte

Festplatte ©iStockphoto/VINCENT GIORDANO

Doch wie macht sich die Leistung eines zu schwachen Prozessors im NAS bemerkbar? Da das Netzwerkprotokoll ebenso wie das auf dem NAS installierte Betriebssystem den Prozessor beansprucht, äußert sich die CPU-Leistung direkt in Form von Übertragungsgeschwindigkeit. Die verbauten Festplatten arbeiten zwar zumeist nur mit 5400 Umdrehungen pro Minute, dennoch bremsen diese Laufwerke ein NAS nur selten aus – bis zu 90 Megabyte pro Sekunde sind auch mit vergleichsweise langsamen Platten realisierbar. Davon kommen bei besonders preiswerten und schlecht ausgestatteten NAS-Laufwerken aber nur bescheidene 8 bis 10 Megabyte pro Sekunde am heimischen Rechner an – selbst eine veraltete 100-Megabit-Netzwerkschnittstelle würde hierfür ausreichen, auch wenn gerade diese Laufwerke oft prominent platziert mit ihrem Gigabit Ethernet werben.

Schnellere Modelle mit flotteren Prozessoren erreichen 30 bis 50 oder sogar 60 bis 70 Megabyte pro Sekunde. Dieses gilt allerdings zumeist nur für Lesezugriffe, geschrieben wird aufgrund von höherer Rechenlast eher langsamer. Auch wenn Zusatzoptionen wie eine Dateiverschlüsselung genutzt werden soll, ist es ratsam auf die verbaute CPU zu achten. Eine Verschlüsselung beansprucht den Prozessor des NAS, nicht den des PCs – und das nicht unerheblich. Die Datenrate bricht bei zu schwachen NAS-Prozessoren teilweise auf nur wenige Megabyte pro Sekunde ein. Zu wenig für Backups, Videostreaming und andere Anwendungen.

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Ob das NAS nun fertig mit einer Festplatte ausgestattet angeschafft wird oder ob die Festplatte selbst eingebaut wird ist unerheblich. Bei der Selbstbaulösung sollte allerdings nicht einfach ein herumliegendes Laufwerk genommen werden – ein NAS läuft oft und regelmäßig, man vertraut dem Laufwerk zudem wichtige Dateien an. So sollte es sich schon um ein zuverlässiges Festplattenlaufwerk handeln, eines das den Dauerbetrieb auch übersteht. Die Umdrehungsgeschwindigkeit sollte bei 5400 Umdrehungen pro Minute liegen, schnellere Laufwerke sorgen für mehr Abwärme, was im besten Fall das NAS lauter macht, da der integrierte Lüfter öfter laufen muss. Im schlimmsten Falle überhitzt die Platte, was einen Datenverlust zur Folge hätte. Ebenso steigt bei schnelleren Laufwerken der Energiebedarf des NAS an, was sich im Dauerbetrieb durchaus bemerkbar machen kann.

Autor: Dennis Ziesecke

NAS–Ratgeber:

  1. NAS – Network Attached Storage
  2. NAS – Technische Grundlagen
  3. Die besten NAS-Boxen für den Heimanwender
  4. NAS im Eigenbau

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