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Notebook-Mäuse mit Bluetooth im Vergleichstest

Für den einen ist es die sinnvollste Funktion eines Notebooks, für den anderen ein Objekt des Zorns: Touchpads sind wahrscheinlich die Peripherie-Komponenten mit den meisten Diskussionen. Ein Zwischending aus Liebe und Hass gibt es hier nicht – entweder kommt man mit den kleinen Fläche zum Steuern des Cursos zurecht oder man wird sich nie daran gewöhnen. Deswegen entwickeln Spezialisten regelmäßig neue Notebook-Mäuse. Sie sind vorzugsweise klein, damit das zusätzliche Objekt für unterwegs leicht verstaut werden kann, und verzichten oft auf Kabel. Meistens werden ein kleiner Empfangsstick in einen USB-Port gesteckt und die Mausbefehle über Funk verschickt.

Eine weitere Variante sind Bluetooth-Verbindungen. Für diese Kategorie benötigt man keinen Empfangsstick, sofern das Notebook ein integriertes Bluetooth-Modul sein Eigen nennen kann – andernfalls muss hier ein Bluetooth-Stick erworben werden. Die Nager verbinden sich dann ganz simpel ohne zusätzliche Treiber- oder Software-Installation mit dem PC und können binnen weniger Sekunden verwendet werden. So sieht jedenfalls die Theorie aus.

Wie sich das Konzept in der Praxis schlägt, haben wir in diesem Bericht überprüft. Hier stellen wir zwei Bluetooth Notebook-Mäuse für je 50 Euro vor, einmal die Kensington Si670 und einmal die Speed-Link SL-6197-SBK. Welche Maus als Testsieger hervorgeht und ob die „Blauzahn-Nager“ überhaupt ohne Probleme arbeiten, erfahren Sie in diesem Test.


Kensington Si670 Bild:Kensington

Kensington Si670 Bild:Kensington

Blau-grauer Flachgleiter: Kensington Si670
Passend zum Bluetooth wird die Kensington Si670 Bluetooth Notebook Optical Mouse, so der Name in ungeniert voller Länge, mit blau-grauem Gehäuse und wenigen Silbereinstichen ausgeliefert. Die Ränder sind von einem geschwungenen, weichrunden Silberstreifen geprägt und laufen mit einer rund ein Millimeter breiten Naht in die Oberseite über. Diese ist, samt den beiden Maustasten, dunkelgrau mit einem leicht herausragenden Logo des Anbieters Kensington. Zwischen den beiden Maustasten liegt etwas hervorgehoben ein schmales, blaues 4-Wege-Mausrad sowie eine grüne Anzeige-LED, die nach Verbindungsaufnahme kurz aufleuchtet.

Da die Maus ihren Saft von zwei AA-Batterien bekommt, muss es irgendwo ein Fach für den Stromspender geben. Diese kleine Nische hat an der Hinterseite Platz gefunden und wird durch Drücken zweier großer Seitenknöpfe geöffnet. Mit diesem pfiffigen System lassen sich Batterien binnen kürzester Zeit wechseln, falls das überhaupt mal nötig sein wird. Während unseres vierwöchigen Tests musste kein einziges Mal ein Boxenstop eingelegt werden.

Für rutschfesten Halt finden die Finger an den Seiten eine großzügig weiche Gummierung mit schwungvoll geformten Einkerbungen. Sie verleiht der sonst so dezenten Maus ein futuristisches Design mit hohem Wiedererkennungswert. Kleiner Nachteil: In den Rillen sammelt sich schnell Staub und Schmutz.

Damit Knöpfe nicht das saubere Design des Gehäuses zerstören, wurden die „Discover“-Taste zum Suchen eines Bluetooth-Geräts und der Schieberegler zum An- und Ausschalten auf der Unterseite der Si670 angebracht. Glücklicherweise sind sie tief genug eingelassen und stören nicht beim Bewegen der Maus. Zu finden sind hier außerdem drei Gleitfüße, zwei stark ovalförmige vorne und ein dünner, langer Streifen hinten.

Praxistest
Wie einfach und schnell gestaltet sich die Verbindung und wie meistert die Si670 Ihren Alltag? Zwei Fragen, zwei Antworten: Die Inbetriebnahme geschieht in weniger als 30 Sekunden, ohne irgendeine Installation. Doch Vorsicht: Nach Herstellerangaben funktioniert die Maus nur unter Windows XP aufwärts und Apple Macintosh ab OS V10.4. Wir konnten zwar auch eine Verbindung mit Windows 2000 herstellen, allerdings garantieren wir keine Funktion fernab dieser Empfehlung. Falls Sie eines der beiden Betriebssysteme (oder höher) haben, muss je nach Bluetooth-Software die Verbindungsanfrage der Maus akzeptiert werden, schon kann das Arbeiten beginnen, womit wir auch schon beim zweiten Punkt wären.Trotz eines Lasersensors von lediglich 1000dpi gestaltet sich das Arbeiten als sehr komfortabel. Abgesehen von leichten Schleifgeräuschen der Gummifüße konnten hier keine Mängel festgestellt werden. Sowohl das 4-Wege-Scrollrad, das allerdings viel zu klein ist, als auch die beiden Maustasten, leisten keinen Widerstand und schnurren wie ein Kätzchen. Neben normalen Officearbeiten und dem Surfen im Internet treffen sogar kleine Spielchen auf großen Anklang. Nur schnellen Spielen muss sich die Si670 geschlagen geben, da sie erstens dafür nicht optimal in der Hand liegt und zweitens die Sensor-Auflösung dann doch etwas zu gering ist (vor allem bei Bildschirm-Auflösungen von 1280×1024 Pixel und höher).

Fazit
Mit der Si670 liefert Kensington genau das, was man sich unter einer kompakten, bedienerfreundlichen, aber auch qualitativ gut verarbeiteten und schnellen Maus vorstellen kann. Die Bluetooth-Verbindung erweist sich als äußerst zuverlässig und stellt die herkömmlichen Funkverbindungen via USB-Empfänger in den Schatten. Vor allem liegt dies an der größeren Reichweite. Im Test konnten wir den Cursor bei einer Entfernung von bis zu acht Metern steuern, egal ob sich eine Betonwand mit Amiereisen oder andere Bluetooth- und Funkgeräte in der Nähe befanden.

Einige Nachteile hat die Kensington-Maus jedoch: abgesehen von den angegebenen hohen Betriebssystem-Voraussetzungen sind die Gummifüße sehr dünn und erzeugen daher Schleifgeräusche. Hier empfiehlt es sich, zusätzlich Teflonfüße zu kaufen und anzukleben. Ebenso minimalistisch wurde das Scrollrad entwickelt. Gerade große Hände kommen mit dem Miniaturrädchen nicht optimal zurecht. Die Bedienung ist zwar noch möglich, dennoch grenzwertig.

Abgesehen von den kleinen Kritikpunkten übertrifft die Kensington Si670 unsere Erwartungen und beweist sich als nützliche Notebook-Maus mit einer sicheren Bluetooth-Verbindung. Der Preis von 50 Euro ist dabei so gerade noch im grünen Bereich.

Der Kontrahent: Speed-Link SL-6197-SBK
Ganz pauschal gesagt handelt es sich bei der Speed-Link SL-6197-SBK um dasselbe in Schwarz, was allerdings beim näheren Hinsehen verworfen werden muss. Zwar sind der Preis und die Verbindungsart via Bluetooth gleich, allerdings liegt der Teufel im Detail. Die Speed-Link-Maus liefert der Hersteller mit zwei Akkus vom Typ AA aus. Dazu gibt es zum Verbinden mit dem PC ein kleines USB-Kabel. Wenn die Akkus schwächeln, kann man dieses Kabel anschließen, sie aufladen und trotzdem weiterarbeiten. Dieses Feature bietet die Konkurrenz Kensington Si670 nicht.

Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff und liegt aus ergonomischer Sicht etwas besser in der Hand. Grund hierfür sind die etwas großzügigeren Ausbuchtungen, sodass mehr Fläche zum Aufliegen zur Verfügung steht. Die Oberseite des leichten Nagers wurde in Schwarz gespritzt und mit Klarlack überzogen, was dem Gerät einen klavierähnlichen Touch verleiht. Für den rutschfesten Halt haben sich die Entwickler für einen üblichen gummierten Rand entschieden, welcher rund drei Zentimeter breit am Seitenrand verläuft. Eine Daumeneinbuchtung auf der linken Seite soll dabei für noch mehr Komfort sorgen. Der Nachteil: im Gegensatz zur Kensington Si670 ist diese Maus für Rechtshänder ausgerichtet. Linkshänder werden mit der Ergonomie zwar einigermaßen zurechtkommen, haben jedoch nicht so eine schöne Daumeneinbuchtung. Die Einbuchtung ist allerdings nicht so extrem wie bei anderen Mäusen.

Abgesehen von den Akkus wartet die SL-6197-SBK mit gleichem Funktionsumfang auf den Käufer. So bietet sie ebenfalls zwei ausreichend große Maustasten mit ebenso lautem Klickgeräusch, ein 4-Wege-Scrollrad und einen Knopf zum Öffnen des Batteriefachs. Das Scrollrad ist stark gummiert und etwas größer als das kleine blaue bei der Kensington Si670, dafür erweist sich der Batteriefach-Knopf als leicht störend. Er befindet sich direkt unter dem Rädchen und ragt etwas zu weit heraus.

Zu viele Knöpfe wirken beim dezenten Design störend. Deswegen hat sich auch Speed-Link entschieden, den Powerknopf unter das Gehäuse zu befördern. Wie bei der Konkurrenz wurde auch dieser Schieberegler tief eingelassen und stört damit nicht beim Betrieb. Statt eines „Discover“-Knopfes zum Suchen eines Bluetooth-Gerätes hat man dem schwarzen Vertreter mit „Reset“ nur einen anderen Namen gegeben. Funktionsmäßig sind keine Unterschiede festzustellen. Als genauso vergleichbar stellen sich die kleinen Kunststoff-Füßchen heraus. Sechs an der Zahl kleben die kleinen Kreischen gut verteilt auf der Unterseite, erzeugen jedoch genau die gleichen lauten Schleifgeräusche wie bei der Si670, sodass man auch hier neue Füße empfehlen muss.

Praxistest
Bei dem Kensington-Mitstreiter konnte die Verbindung binnen weniger Sekunden hergestellt werden, ganz ohne Treiber und zusätzliche Software; ein Bluetooth-Manager natürlich vorausgesetzt. Genau im gleichen Zeitraum konnte die SL-6197-SBK Kontakt mit dem Notebook aufnehmen und trumpft mit einem zeitlich gleichen Verbindungsaufbau auf. 30 Sekunden oder weniger und schon darf man mit dem elektronischen Nagetier den Cursor bewegen. Doch unter welchem Betriebssystem funktioniert das Ganze überhaupt? Kensington sagt ab Windows XP oder Macintosh OS V10.4. Speed-Link wird hingegen etwas genauer und spricht von allen Rechnern mit Windows Bluetooth, Bluesoleil und Macintosh Bluetooth. Und in der Tat sind diese Angaben korrekt. Auch bei einem Windows 2000 PC ließ sich diese Maus, genauso wie die Kensington-Variante, problemlos bedienen.

Hat die Si670 einen Lasersensor von lediglich 1000dpi, freut sich die SL-6197-SBK über 600dpi mehr. Tatsächlich spürt man beim PC-Spielen mit einer Auflösung von 1280×1024 Pixel einen Unterschied, der jedoch nicht stark ins Gewicht fällt. Denn auch diese Maus eignet sich eher weniger für schnelle PC-Spiele, dafür genauso gut für Officearbeiten und zum Surfen wie die Si670.

Fazit
Benutzerfreundlich, kompakt und qualitativ hochwertig: für 50 Euro bietet Speed-Link eine langzeittaugliche Maus mit absolut sicherer Bluetooth-Verbindung. Sie hat eine wesentlich größere Reichweite als herkömmliche Nager mit USB-Empfänger – im Praxistest weit über acht Meter hinaus – und schafft es, durch ein dezentes Design und eine ergonomisch sinnvolle Form zu überzeugen.

Nachteilig wirken sich jedoch die viel zu dünnen Mausfüße aus. Obwohl es ganze sechs an der Zahl sind, ächzt die Maus mit hörbaren Schleifgeräuschen. Das Kaufen von zusätzlichen Teflonfüßen ist zu empfehlen. Zudem ist die Maus nur bedingt für Linkshänder geeignet, da die Daumeneinbuchtung auf der linken Seite ein Hindernis sein könnte. Die Tasten und auch das Gehäuse sind hingegen symmetrisch. Am Besten wäre vor dem Kauf ein Test bei großen Elektronikketten – dort ist diese Maus häufig ausgestellt.

Trotz dieser Kritik wird sich Ihr Notebook über das neue Peripherie-Gerät freuen. Es wurde ideal für den mobilen Gebrauch konzipiert und hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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