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Private Clouddienste

Durch zahlreiche Soft- und Hardwareentwicklungen lässt sich heutzutage eine ganz persönliche Cloud einfach und bequem erstellen. Die simpelste Lösung dürften aktuell die sogenannten NAS-Systeme sein. Solch ein Network Attached Storage, Netzwerkspeicher also, bietet Datenspeicher im gesamten Heimnetzwerk an, so dass jeder angeschlossene Rechner darauf zugreifen kann. Verbunden werden NAS-Systeme per Netzwerkkabel beispielsweise mit dem Internet-Router. So steht bei Nutzung eines WLAN-Routers die Speicherkapazität auch kabellos zur Verfügung. Doch auch von Außen lassen sich viele NAS-Systeme ansprechen – einige Hersteller bieten Smartphone-Apps um den freigegebenen Speicher auch am Smartphone oder Tablet nutzen zu können. Das funktioniert dank Diensten wie dynDNS auch über das Internet – so können Urlaubsfotos noch aus dem Hotel direkt auf die eigene Festplatte in der Wohnung übertragen werden oder vom Außendiensttermin auf wichtige Dateien zugegriffen werden.

Steht ein ansonsten ausgemusterter Rechner zur Verfügung, lässt sich mit dem Programm ownCloud auch eine deutlich mächtigere Cloud-Lösung selbst erstellen. OwnCloud gibt es für die Betriebssysteme Windows, MacOS, Linux und BSD – im Zweifel muss also nicht einmal Geld für ein kostenpflichtiges Betriebssystem ausgegeben werden, OwnCloud selbst ist ebenfalls kostenfrei nutzbar. Dabei unterstützt ownCloud zahlreiche Anwendungsdienste:

– Dateiablage in herkömmlichen Verzeichnisstrukturen (auch über WebDAV)
– Verschlüsselung der Daten auf dem Server, sowie verschlüsselte Übertragung per SSL/TLS
– Synchronisation von Desktops
– Kalender
– Aufgabenplaner und To-Do-Listen
– Adressbuch
– Musikwiedergabe (über Ampache)
– Benutzer- und Gruppenverwaltung (Erweiterbar, z. B. zur Authentifizierung mit LDAP)
– Teilen von Dateien und Ordnern mit anderen Benutzern, Gruppen oder über öffentliche URLs
– Lesezeichen-Verwaltung
– Fotogalerie
– Betrachter für PDF- und OpenDocument-Dateien
– Einbindung von externen Speichern, z. B. FTP
– Apps für mobile Plattformen

Private Clouddienste

Private Clouddienste @iStockphoto/-Oxford-

Besonders beliebt ist, vor allem dank der Apps für Android und iOS, die einen umfangreichen Zugriff auf den eigenen Server erlauben, der Einsatz von ownCloud als Dropbox-Alternative. Die Einsatzbereiche entwickeln sich allerdings ständig weiter und da das Programm modular aufgebaut ist, lässt es sich über ein Plugin-System bequem mit weiteren Modulen erweitern. So lassen sich viele Funktionen die ansonsten Systeme wie Chrome OS bieten auch im privaten Bereich nachbilden – mit dem Vorteil, die eigenen Daten keinem Unternehmen mit eher fraglichem Ruf in Punkto Datenschutz übergeben zu müssen. Begrenzend wirkt aber auch bei ownCloud die oft sehr stark begrenzte Upload-Geschwindigkeit aktueller Internetzugänge. Wird die Software im heimischen (Gigabit-)Netzwerk eingesetzt, ist die Geschwindigkeit vollkommen zufriedenstellend. Die oft nur wenigen Kilobyte pro Sekunde, die selbst gängige DSL-Zugänge im Upstream übertragen können (nur maximal 70 Kilobyte pro Sekunde bei einem 16-Mbit-Zugang, dessen Downstream bei 1,8 Megabyte pro Sekunde liegt) reichen nicht, um den eigenen Cloudserver zum Versenden größerer Datenmengen zu nutzen.

Autor: Dennis Ziesecke

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