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Sony SmartWatch – Fernbedienung fürs Smartphone

Moderne Smartphones sind Alleskönner, zeigen Facebook-Meldungen, Wetterberichte, Twitter-Nachrichten, Onlineseiten und eMails genauso an wie Videos und Fotos. Die noch vor wenigen Jahren als Revolution gefeierten MP3-Player werden nach und nach von Smartphones verdrängt – warum zwei, drei oder vier Geräte mit sich herumtragen, wenn doch ein einzelnes Hightechspielzeug ausreicht. Und nebenbei lässt es sich mit einem Smartphone sogar telefonieren. Je mehr Funktionen die schlauen Telefone aber integrieren, desto unhandlicher werden die Geräte. Im Blindflug wie bei einem guten MP3-Player lässt es sich auf den Touchgeräten eh nicht navigieren, wer sein Smartphone benutzen will, muss den sperrigen Klotz also immer aus der Tasche kramen. Spätestens mit angeschlossenem Headset eine zumeist eher unhandliche Aufgabe. Eine Fernsteuerung für das Telefon wäre da praktisch, irgendwo wo sie nicht stört. Bevor Google mit seiner Android-Datenbrille Google Glass den Massenmarkt erobert, werden sich darüber wohl noch einige Smartphonebesitzer Gedanken machen. Oder auch nicht – denn Sony bietet mit der SmartWatch eine solche Fernbedienung fürs Smartphone an, getragen wird sie wie eine Armbanduhr. Und – erstaunlich – sie sieht sogar aus wie eine Armbanduhr.

Apps Apps Apps und Bluetooth

Die SmartWatch nimmt Kontakt zu einer Vielzahl unterschiedlicher Android-Smartphones auf. Den vollen Funktionsumfang begrenzt Sony allerdings recht mutwillig auf einige Modelle eigener Fertigung. Verbunden wird die pfiffige Touchscreen-Uhr via Bluetooth, nach kurzer Kopplung und dem Herunterladen einer Smartwatch-App lassen sich anschließend Erweiterungen für die App herunterladen. Diese bieten Zugriff auf Twitter, Facebook, den Kalender des Handys, einen Wetterbericht, Telefonkontakte sowie Funktionen zur Anrufsteuerung durch die SmartWatch, eine Steuerung für den Medienplayer des Smartphones und eine „Handy-Suchen“-Option.

Sony-SmartWatch

Sony-SmartWatch Bild:Sony

Sehr praktisch sind dabei die Kurzmitteilungen von Twitter und Facebook, auf die mittels am Telefon vorkonfigurierter Standard-Nachricht sogar geantwortet werden kann. „Likes“ lassen sich aber auch so direkt vom Armband aus verteilen. Auf Kalender-Ereignisse weist die SmartWatch mittels Vibration hin, so dass es noch etwas schwerer fallen dürfte, Termine zu verpassen. Eingehende Anrufe lassen sich von der Uhr aus annehmen oder abweisen, ein Zugriff auf die im Smartphone gespeicherten Kontakte ermöglicht es auch, Anrufe von der Uhr aus zu beginnen – bislang nicht eingespeicherte Nummern lassen sich so allerdings nicht anwählen. Da die SmartWatch weder über ein Mikrofon noch über Lautsprecher verfügt, sind „Knight-Rider-Telefonate“ mit der Armbanduhr leider nicht möglich, ein Headset ist in diesem Falle ein sinnvolles Zubehörteil.

Ist im Musikplayer des Handys bereits ein abzuspielendes Album ausgewählt, lässt die SmartWatch auch die Bedienung des Players zu – Ordnernavigation wäre für das kleine Display der Uhr auch etwas viel verlangt. Musik lässt sich aber bequem vom Arm aus Starten und Beenden. Zwischen den Tracks lässt sich ebenfalls wechseln und auch die Lautstärke kann an der Uhr reguliert werden.

Einige App-Anbieter haben bereits auf die SmartWatch reagiert und bieten eigene Erweiterungen an. So lassen sich beispielsweise kleine Spiele wie TicTacToe auf der Uhr spielen. Sehr nett ist eine von Sony angebotene Funktion, mit der sich das Smartphone suchen lässt – auch Knopfdruck an der Uhr vibriert und klingelt das Telefon. Zumindest, wenn es sich in Reichweite der SmartWatch befindet, weiter als 5 Meter sollte es also nicht entfernt sein.

Aufgrund der Bluetooth-Verbindung ist die Reichweite der SmartWatch begrenzt – selbst ohne störende Türen oder Wände zwischen Telefon und Armbanduhr beträgt diese nicht mehr als maximal 5 Meter, sobald störende Objekte den Empfang einschränken wird’s teilweise deutlich weniger. Die klassische Konstellation „Smartphone in Jackentasche / Aktenkoffer / Rucksack – SmartWatch am Arm“ stellt das Sony-Produkt allerdings nicht vor unlösbare Reichweitenprobleme. Dafür bedeutet die Bluetooth-Kopplung aber auch, dass der Akku des Telefons sich schneller leert als gewohnt, da der Kurzstreckfunk einige zusätzliche Watt benötigt. Im Test mit einem HTC Evo 3D waren regelmäßige Verbindungsabbrüche und nicht reagierende Apps festzustellen, auch die Bluetooth-Reichweite lag hier deutlich niedriger als bei einem vergleichsweise genutzten Samsung Galaxy S+. Mehr als maximal 2 Meter durfte das HTC-Smartphone nicht von der Uhr entfernt sein ohne Verbindungsabbrüche zu riskieren.

Autor: Dennis Ziesecke

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