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Microsoft patentiert Augensteuerung

Anstelle einer neuen Xbox-Konsole könnte Microsoft einen Spiele-Helm mit integrierten Displays und einer Augensteuerung vorstellen. Auch eine Videobrille scheint der Hersteller in der Hinterhand zu haben, wie neue Patentschriften zeigen. Von Silicon Micro Display hingegen steht eine Multimediabrille mit voller HD-Auflösung vor der Tür.

Stark umlagert war der Messestand von Carl Zeiss auf der diesjährigen CeBIT. Die dort präsentierten Cinemizer-Videobrillen sorgten beim Publikum nicht für Interesse sondern trotz kleiner Mängel auch für Begeisterung. Angesichts immer neuer Ankündigungen solcher Monitorbrillen ist es gut möglich, dass es in absehbarer Zukunft zu einem neuen Trendthema kommen könnte. Noch sind allerdings die Verkaufspreise zu hoch um den Massenmarkt zu begeistern.

Das könnte sich mit einem Einstieg von Microsoft in das Geschäft mit Multimediabrillen ändern. Bereits im Jahr 2010 hat das Unternehmen ein Patent für einen Gaming-Helm und eine Videobrille mit integrierten Displays beantragt. Die Besonderheit der Microsoft-Entwicklung: Das Gerät soll die Augenbewegungen des Nutzers erkennen, aufzeichnen und auswerten können, so dass sich damit beispielsweise Spiele und Anwendungen steuern lassen könnten. Eine Nutzung in Verbindung mit einem Headtracking-System wäre vor allem auch interessant für Microsofts Spielkonsole Xbox360 und deren Bewegungssteuerung Kinect. Bei entsprechender Anpassung würde sich die Spielfigur nicht nur durch angedeutetes Laufen und Gehen bewegen lassen sondern auch mit Drehungen des Kopfes in der Spielwelt umschauen können. Das Kinect-System erkennt zudem Sprachbefehle und sogar die Bewegung einzelner Finger des Anwenders, der dann mit der Videobrille auf dem Kopf eine beeindruckende Immersion erleben könnte. Das private Holodeck wäre ein Stück näher gerückt.

Videobrillen auf dem Vormarsch – Microsoft patentiert Augensteuerung

Videobrillen auf dem Vormarsch – Microsoft patentiert Augensteuerung ©iStockphoto/LUNAMARINA

Technisch ein Stück weiter geht Silicon Micro Display, deren angekündigte Videobrille gleich die volle HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten nutzt. Praktisch: Auf Wunsch bleiben die in der Brille verbauten LcoS-Displays teilweise transparent, so dass die Umgebung noch zu sehen bleibt – bei blickdichten Videobrillen ist es immer recht schwer, Bedienelemente zu finden. Dennoch lässt sich die Brille auch undurchsichtig schalten, so dass keine Umgebung mehr durchscheint. Das Bild soll die Größe einer 2,5 Meter in der Diagonale messenden Leinwand aus 2,5 Metern Entfernung erreichen, was angesichts der Größe der einzelnen Displays von 0,74 Zoll realistisch erscheint. Ein Kritikpunkt der Cinemizer-Brille von Carl Zeiss war beispielsweise das relativ kleine gesehene Bild, was ungefähr einem Bildschirm von einem Meter Diagonale aus drei bis vier Metern Entfernung entspricht.

Strom bekommt die Videobrille ST1080 via USB, insgesamt benötigt sie 7 Watt, was zwei USB-Ports erforderlich macht. Mangels Akku wiegt die Brille mit nur 180 Gramm dafür aber auch sehr wenig. Zusätzlich sind noch zwei Kopfhörer angebracht um einen Stereoklang zu liefern. Wie auch die Cinemizer OLED soll die Brille von Silicon Micro Display bereits im Mai diesen Jahres verkauft werden – der Preis liegt bei etwa 800 US-Dollar.

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