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Vorteile und Nachteile von Cloud Computing

Wer seine Daten in die Cloud gibt, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass alle übermittelten Informationen an das Unternehmen gehen, die den Service bereit stellt. Ein als Datensammler bekanntes Unternehmen beispielsweise nimmt sich in den AGBs unter Umständen einige Rechte heraus um die übertragenen Daten zu eigenen Zwecken zu nutzen.

Das Ablegen sensibler Firmendaten bei Clouddiensten wie Dropbox ist daher nicht nur bedenklich sondern sogar nach EU-Recht verboten. Unternehmen, die in der EU angesiedelt sind, müssen laut Datenschutzgesetz einen Provider wählen, der sich an die EU-Datenschutzregeln hält. Daten auf beispielsweise US-Amerikanischen Servern sind daher im Falle eines Rechtsstreits mit einem Kunden eine denkbar schlechte Idee.

Speicherdienste in den USA wie Dropbox, Mozy oder Amazon Cloud unterstehen dem Patriot Act der USA. Die Vorgaben des US-Heimatschutzgesetzes sehen zahlreiche Möglichkeiten für US-Behörden vor, die dort gespeicherten Daten auslesen zu dürfen. Selbst wenn der Anbieter einen Server in der EU für die Speicherung nutzt, gilt der Patriot Act, da es sich um US-Amerikanische Firmen handelt. Allerdings steht der Patriot Act in starkem Widerspruch zu deutschen und europäischen Datenschutzregelungen. Bei der Wahl eines Business-Cloudspeichers sollte daher unbedingt auf Zertifizierungen wie ISO 27001, EuroCloud Star Audit SAS oder SAS 70 Type II geachtet werden!

Vorteile und Gefahren in der Cloud bzw. beim Cloud Computing

Vorteile und Gefahren in der Cloud bzw. beim Cloud Computing @iStockphoto/ Alex Slobodkin

Ebenfalls sollte – egal ob privat oder beruflich – darauf geachtet werden, dass die in die Cloud übertragenen Daten verschlüsselt gespeichert und übertragen werden. Für den populären Dienst Dropbox gibt es allerdings keine Möglichkeit über den Client sondern nur mittels Software von Drittanbietern. Sicherer ist das für Businesskunden optimierte Angebot von Mozy oder TeamDrive, da hier eine Verschlüsselung vom Hersteller angeboten wird. Werden Daten unverschlüsselt gespeichert, können Mitarbeiter des Anbieters theoretisch vollen Zugriff auf die eigenen Daten nehmen.

Die Vorteile der Clouddienste liegen trotz aller Bedenken aber ebenfalls auf der Hand – und mit ein wenig Umsicht bei der Wahl des Anbieters lassen sich auch die Bedenken minimieren. Cloud-Speicherdienste bieten dem Nutzer eine bislang ungekannte Flexibilität beim Umgang mit Dateien und Ordnern, auch über Grenzen des Büros oder der eigenen Wohnung hinaus. Mit anderen Nutzern geteilte Ordner sorgen für perfekte Bedingungen um im Team zu arbeiten. In Familien lassen sich gemeinsam genutzte Dokumente in freigegebenen Ordnern anlegen. So hat jedes Familienmitglied immer Zugriff auf wichtige Unterlagen oder Planungsunterlagen – oder auf den Einkaufszettel, der sich sogar im Laden noch nachbearbeiten lässt.

Eine interessante Mischung aus der fast vollständigen Abgabe der IT an fremde Unternehmen wie sie Google mit Chrome OS propagiert und dem Wunsch nach Selbstbestimmung und maximaler Kontrolle sind Dienste wie ownCloud. Hier lassen sich ebenfalls Dateien zentral speichern und von überall darauf zugreifen. Dank Apps für die gängigen Mobil-Betriebssysteme praktischerweise auch von Unterwegs aus. Der etwas größere Installationsaufwand rechnet sich schnell durch das gesteigerte Platzangebot. Wo kommerzielle Anbieter mehrere hundert Euro im Jahr für größere Datenmengen im Onlinespeicher verlangen, lässt sich die eigene Cloud bequem mit handelsüblichen Festplatten erweitern. Dem gegenüber steht allerdings die eingeschränkte Geschwindigkeit beim Upload bedingt durch die bescheidenen Uploadgeschwindigkeiten aktueller Internetzugänge.

Allen Angeboten gemein ist die Pflicht zu einer stabilen und ausreichend schnellen Internetverbindung. Ohne eine solche bringen Online-Backups von mehreren hundert Mega- oder gar Gigabyte keinen Spaß. Beim Backup ist generell ein Anbieter zu bevorzugen, der Daten auch in Form von DVDs oder Festplatten annimmt – die weiteren Sicherungen erfolgen dann inkrementell, erfassen also nur geänderte Dateien und nicht den gesamten Datenbestand. LTE- oder UMTS-Verbindungen sorgen bei regelmäßiger Nutzung der Clouddienste schnell für Frust, da die begrenzten Inklusiv-Datenvolumen für eine wirklich flexible Nutzung nicht ausreichen.

Autor: Dennis Ziesecke

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