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Weiterentwicklung und Ausbau der Funkmasten zu LTE

LTE baut auf der UMTS-Technik auf und ermöglicht das preisgünstige Umrüsten bestehender Funkmasten für die schnelle Technik. Allerdings müssen die Provider für eine entsprechend breitbandige Netzanbindung ihrer Funkmasten sorgen – was den Ausbau von LTE etwas verzögert. Ohne die Bandbreite schneller Glasfaserverbindungen können die hohen Datenraten von LTE nicht garantiert werden, unter anderem ein Grund, weshalb viele LTE-Anbieter die maximale Datenrate auf UMTS-Niveau festsetzen – und damit viele potentielle Kunden verärgern.

Zudem gab die Bundesregierung vor, dass zuerst die ländlichen Gegenden, die „weißen Flecken“ auf der Breitband-Landkarte, mit LTE versorgt werden müssen. Aus diesem Grunde stockt die Versorgung der Städte mit schnellem LTE während viele abgelegene Gemeinden sich über halbwegs schnelle Internetverbindungen freuen können.

Tatsächlich bietet LTE für den Ausbau abgelegener Gegenden einige Vorteile. So können die Anbieter mehrere Frequenzen für den Mobilfunkausbau nutzen – auf dem Lande werden dabei primär 800 Megahertz eingesetzt. Diese Frequenz ist als sogenannte „Digitale Dividende“ mit der Abschaltung der analogen terrestrischen TV-Ausstrahlung quasi frei geworden. Ferngesehen wird mittlerweile via DVB-T, die mit sehr hoher Reichweite realisierbaren 800 Megahertz können für Internetdaten einsetzt werden. Theoretisch wären so Reichweiten von bis zu 100 Kilometern möglich, aus praktischen Gründen wird die Reichweite eines Funkmastes allerdings auf deutlich geringere Werte begrenzt. Bis zu 20 Kilometer sind allerdings auch in Deutschland machbar. Vorteil für die Provider: Es werden weniger teuer anzubindende Funkmasten für mehr zahlende Kunden benötigt. Nachteil für den Anwender: Wer weit vom Funkmast entfernt ist, bekommt nur noch schlechte Verbindungen, je mehr Nutzer in der Funkzelle aktiv sind, desto langsamer wird die Verbindung, da sich alle Nutzer der Zelle die Ausgangsbandbreite teilen.

Weiterentwicklung und Ausbau der Funkmasten zu LTE

Weiterentwicklung und Ausbau der Funkmasten zu LTE ©iStockphoto/DutchScenery

Netzanbieter wie Vodafone äußern sich sehr euphorisch bezüglich der Funktechniken UMTS und LTE, Vodafone möchte sich über kurz oder lang sogar vom Festnetzgeschäft komplett trennen und setzt ausschließlich auf Funktechnik. Immer wieder wird propagiert, LTE könne DSL aufgrund hoher Geschwindigkeiten und niedriger Latenzen komplett ersetzen. Dabei werden allerdings immer wieder die Nachteile für den Nutzer und auch für die Provider übersehen. Die hohen theoretischen Geschwindigkeiten von LTE sind nur erreichbar, wenn wenige Nutzer in der Funkzelle angemeldet sind oder die Nutzer keine Bandbreiten-intensiven Anwendungen wie Filmstreaming nutzen. Geringe Inklusiv-Volumen der Netzanbieter sorgen für Verdruss, wenn nach wenigen Tagen das Volumen aufgebraucht ist und die Verbindung auf DSL-Light-Geschwindigkeit gedrosselt wird. Dazu kommen zumindest in den ersten Jahren sehr hohe Kosten für die LTE-Nutzung – und noch höhere Kosten wenn mehr Freivolumen erworben werden soll. Unbeschwert im Internet surfen ist so kaum möglich, selbst Betriebssystemupdates oder größere Treiberpakete lassen sich am Monatsende oft nicht mehr herunterladen.

Sollte der Wettbewerb dazu führen, dass die Anbieter auf die überschaubaren Inklusiv-Volumen in den Verträgen verzichten, bieten sich andere Probleme. Ohne die Steuerung durch begrenztes Downloadvolumen werden LTE-Anschlüsse für alltägliche Internetanwendungen für die ganze Familie genutzt. Und die Zeiten, in denen nur einmal am Tag Mails abgerufen und ab und an einmal eine Webseite geöffnet wurde, sind schon lange vorbei. Heutzutage gehen moderne Blu-ray-Player wie selbstverständlich ins Internet um dort per Streamingdienst hochauflösende Filme abzuspielen. Heutzutage ersetzt Youtube das Musikfernsehen, benötigt selbst die Werbung auf den Webseiten mehr Bandbreite als vor einigen Jahren von einem Nutzer im Jahr benötigt wurde. Dazu kommen Downloaddienste wie Steam, mit denen sich zig-Gigabyte-schwere Spiele legal auf den Rechner kopiert werden können, Clouddienste wie Dropbox, die den Inhalt ganzer Festplatten auf Webservern speichern. Der moderne Internetnutzer könnte problemlos viele hundert Gigabyte im Monat „verbrauchen“ – Bandbreite, die die Internetprovider über ihre schnell zum Flaschenhals werdenden Funkmasten nicht übertragen können. Da die benötigte Bandbreite zudem immer weiter steigt, müssten die Provider die Datenanbindung der Funkmasten immer weiter verbessern – was aber aus Kostengründen nicht geschieht.

Autor: Dennis Ziesecke

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