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WiGig

Deutlich weiter als nur bis zum Fernseher will die Wireless Gigabit Alliance mit dem WiGig-Standard gehen. Dieser funkt in sehr hohen Frequenzbereichen von 60 Gigahertz und schafft es so, eine maximale Transferrate von 7 Gigabit pro Sekunde zu erreichen. In der Realität werden davon zwar nur maximal 50 Prozent ankommen, selbst das reicht aber aus, um einen Blu-ray-Film mit nur geringer zusätzlicher Kompression und weniger hochauflösende Inhalte komplett ohne Kompression zu übertragen. Die hohe Geschwindigkeit geht aber auf Kosten der Reichweite – sehr hochfrequente Signale verlieren schnell an Kraft respektive benötigen sehr viel Energie für höhere Reichweiten. WiGig ist auf Entfernungen von bis zu 3 Metern ausgelegt – sehr gering im Vergleich zu WLAN, dafür aber auch mit der zehnfachen Geschwindigkeit.

WiGig soll (und kann) WLAN aber nicht ablösen sondern soll eher dazu dienen, Peripherie kabellos an den PC oder an andere Endgeräte anzubinden. Zu diesem Zwecke solle WiGig eine kabellose Version von PCI-Express unterstützen – externe Grafikkarten könnten so per Funk angebunden werden. Interessanter jedoch ist WiGig wenn Fernseher und Monitore kabellos mit dem PC, dem Notebook oder dem Tablet verbunden werden. Dank Gigabit-Geschwindigkeit sind auch hohe Auflösungen realisierbar, selbst die kommenden 4K-Displays dürften WiGig nicht vor Herausforderungen stellen.

WiGig

WiGig ©iStockphoto/Yunus Arakon

Zum Anschluss an einen Fernseher wird WiGig aber wie alle anderen Technik auch eine zusätzliche Settop-Box benötigen. Diese enthält die 60-Gigahertz-Empfangseinheit und ein Antennenset sowie die Möglichkeit Daten per HDMI und sogar inklusive HDCP-Kopierschutz an den Fernseher weiterzugeben. Aufgrund der begrenzten Reichweite eignet sich diese Technik aber eher fürs heimische Wohnzimmer und weniger um den Blu-ray-Player des Wohnzimmers im Schlafzimmer nutzen zu können. Zumal Wände den Empfang von WiGig massiv stören. Selbst eine vor den Empfänger oder Sender gehaltene Hand reicht, um flüssige Videos in Standbilder zu verwandeln.

Interessant ist jedoch der Ansatz von Panasonic: Das Unternehmen entwickelt SD-Speicherkarten auf denen nicht nur Daten gesichert werden können. Die Karten bieten zusätzlich auch WiGig-Funktionen und bereiten entsprechend erweiterte Tablets für den schnellen Datentransfer vor. So lassen sich auch ältere Modelle bequem um die Möglichkeit Displays kabellos anzuschließen erweitern.

Autor: Dennis Ziesecke

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