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DSL-Einrichtung: Anschluss per Modem und Router

Ein DSL-Router wird zwischen DSL-Modem und PC verbunden. Einige Router enthalten allerdings bereits ein integriertes Modem, so wie beispielsweise die Fritz!Box und viele Speedport-Router der Telekom. Generell dient ein Router dazu, die Internetverbindung auf mehreren Computern gleichzeitig nutzen zu können. Zwar lässt sich eine DSL-Verbindung auch von einem per Modem verbundenen Computer freigeben, wird dieser PC allerdings ausgeschaltet (oder stürzt ab), ist die Verbindung auch für alle angeschlossenen Rechner getrennt. Der Router übernimmt diese Aufgabe, empfängt die DSL-Daten und teilt sie auf alle angeschlossenen Rechner auf – auf Wunsch auch per WLAN wenn es sich um einen WLAN-Router handelt.

Doch auch wenn nur ein einzelner PC an den Router angeschlossen ist, ist die Nutzung des Routers sinnvoll. Jeder aktuelle Router verfügt über grundlegende Schutzfunktionen, die vereinfacht als „Hardware-Firewall“ bezeichnet werden. Zwar schützt diese Firewall nicht vor allen Angriffen, einen nicht zu unterschätzenden Basis-Schutz bietet sie aber dennoch.

Auch wenn es dem grundlegenden Zweck eines Router widerspricht: Es gibt auch Router mit nur einem Netzwerkausgang, Modelle also, an die sich nur ein einzelner PC anschließen lässt. Auch diese Modelle bieten einem reinen Modem gegenüber allerdings einige Vorteile. Zum einen wäre da selbstverständlich die bereits erwähnte Firewall. Zum anderen lässt sich ein 1-Port-Router mit einem preiswerten Netzwerkswitch um weitere Netzwerkanschlüsse erweitern. Außerdem ist die Einwahl per Router generell weniger kompliziert als ausschließlich per Modem. Ist ein Router einmal eingerichtet, arbeitet er unauffällig vor sich hin und bietet eine dauerhafte Internetverbindung ohne störende Neu-Einwahlen. Diese sind in Zeiten von DSL-Flatrates generell nicht mehr praktikabel.

DSL-Einrichtung: Anschluss per Modem und Router

DSL-Einrichtung: Anschluss per Modem und Router @iStockphoto/Jakub Pavlinec

Die Einrichtung eines DSL-Routers ist im Normalfall im beiliegenden Handbuch beschrieben. Da sich die Modelle verschiedener Hersteller in ihren Konfigurationsoberflächen stark unterscheiden, gibt es nicht „die eine“ Anleitung.

Zumeist liegt dem Router allerdings eine Konfigurations-CD bei, die zumindest unter Windows die meisten Schritte bequem mit dem Nutzer durchgeht. So wird nach dem Einlegen der CD nach Anweisung auf dem Bildschirm ein Netzwerkkabel zwischen PC und Router verbunden und es werden die vom Provider mitgelieferten Zugangsdaten installiert. Soll die eventuell integrierte WLAN-Funktion genutzt werden, kann auch diese oft über die CD eingerichtet werden.

Nach der Ersteinrichtung ist es allerdings dennoch sinnvoll, einige Punkte im Detail zu konfigurieren. Zu diesem Zwecke muss die Konfigurationsoberfläche des Routers aufgerufen werden. Die Oberfläche ist als Webseite direkt im Router gespeichert und wird per Internet-Browser geöffnet. In den meisten Fällen wird dafür die sogenannte IP-Adresse des Routers in das Adress-Eingabefeld des Browsers eingegeben – diese Adresse steht auf jeden Fall im Handbuch des Routers! In vielen Fällen handelt es sich um Adressen wie 192.168.0.1 oder 192.168.1.1 – nach der Eingabe öffnet sich ein Fenster, das die Eingabe eines Nutzernamens und eines Passwortes verlangt. Diese stehen ebenfalls im Handbuch des Routers, oft handelt es sich allerdings einfach um „admin“ und „password“ oder „0000“. Da diese Standardpasswörter sehr leicht zu erraten (oder durch herunterladen des Handbuches zu recherchieren) sind, sollten diese Zugangsdaten direkt als erstes geändert werden.

Erlangt ein Angreifer Zugriff auf das heimische Netzwerk, könnte er ansonsten bequem den Zugang zum Router sperren und die Funktionen des Routers für seine eigenen Zwecke umstellen.

Auch die Zugangsdaten für die WLAN-Funktionen sollten nach der Ersteinrichtung manuell geändert werden. In den meisten Fällen verzichten die Routerhersteller leider darauf, eine sichere und verschlüsselte Verbindung einzurichten. Kabelloses surfen über eine unverschlüsselte Verbindung jedoch ist unsicher und kann unter Umständen auch sehr teuer werden.

WLAN-Signale machen vor der Wohnungsgrenze nicht halt! Nutzt ein Nachbar oder ein Passant auf der Straße vor dem Haus das unverschlüsselte WLAN mit, kann dieser in ihrem Namen im Internet illegale Downloads vornehmen, Amokläufe ankündigen oder in Foren mit ihrer Kennung (IP-Adresse) Personen beleidigen oder radikales Material verbreiten. Deutsche Richter sind bislang der Auffassung, der Inhaber des dafür genutzten Internetzuganges macht sich im Rahmen der Störerhaftung ebenfalls haftbar für solche Taten – im falle von illegalen Downloads kann es also schnell viel Geld kosten.

Zudem bekommt ein potentieller Angreifer Zugriff auf ihr persönliches Netzwerk und unter Umständen auf die darin verbundenen Rechner, Netzwerkspeicher und Smartphones.

Auch wenn es ein, zwei kleinere Fallstricke bei der Konfiguration gibt – die Einrichtung eines DSL-Zuganges ist nicht schwer und lässt sich auch von Laien problemlos realisieren. Die sichere Verbindung via WLAN und das Ändern des Standardpasswortes hingegen nehmen leider oft auch die vom Provider für viel Geld geschickten Techniker nicht immer vor.

Auch wenn in diesem Text immer von DSL-Zugängen die Rede ist: Auch die Einrichtung eines Internetzuganges über den Kabelanschluss oder per V-DSL unterscheidet sich zumindest bei Nutzung eines Routers nicht von der hier beschriebenen Vorgehensweise. Allerdings entfällt bei Glasfaser-Zugängen oder Kabelanschlüssen der Anschluss des DSL-Splitters. Alle weitere Schritte sind aber identisch – bis hin zur auf jeden Fall zu überprüfenden Sicherheit des Routers und der Änderung der Passwörter. Selbst Zugänge per UMTS oder LTE lassen sich per Router weitergeben und werden entsprechend identisch konfiguriert. Nur die Zugangsdaten unterscheiden sich ein wenig von denen der DSL-Anschlüsse – letzten Endes teilt die Zugangsdaten aber eh der Provider mit. Es bleibt zu erwarten, dass auch zukünftig an der Einwahlmethode per Router nicht gerüttelt wird.

Autor: Dennis Ziesecke

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