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Größter Usenet-Provider muss seinen Dienst einstellen

Mit News-Service wurde der größte Usenet-Anbieter gerichtlich dazu gezwungen, den Dienst sofort einzustellen. Dieses Urteil fiel aufgrund einer Klage der niederländischen Urheberrechts-Organisation BREIN.

Das Usenet gilt als eine der Säulen des Internets. Das, was heute als Internet bekannt ist, nennt sich WWW, World Wide Web, zusätzlich existieren aber noch die Bestandteile E-Mail, Chat, FTP und die Newsgroups im Usenet. In der Vergangenheit des Internet, in den 1980er bis 1990er Jahren galten Newsgroups als eine der wichtigsten Informationsquellen im Internet. Ein Newsreader reicht aus, um Zugriff auf zigtausende Diskussionen zu bekommen. Da sich im Usenet aber auch Binärdateien hinterlegen lassen, etablierte sich das Usenet in der jüngeren Vergangenheit schnell als Tauschzentrum für urheberrechtlich geschützte Inhalte. Aus den erotischen Bildern der Internetfrühzeit wurden so Hollywood-Blockbuster und aktuelle Musikalben – Diskussionen finden im Usenet allerdings noch immer statt. Allerdings setzen Unternehmen wie Microsoft schon seit einiger Zeit nicht mehr auf Newsgroups wenn es um Anwendersupport geht – für diese Zwecke haben sich Foren bewährt.

Größter Usenet-Provider muss seinen Dienst einstellen

Größter Usenet-Provider muss seinen Dienst einstellen ©iStockphoto/tigerx

Der Unternehmensname News-Service dürfte den wenigsten Anwendern ein Begriff sein. Bekannter sind da schon die Dienste der Kunden von News-Service. Das bekannteste und auch umstrittenste Objekt ist Usenext, ein Usenetportal mit Fokus auf dem Angebot illegaler Downloads. Die Urheberrechts-Organisation BREIN klagt bereits seit mehreren Jahren gegen News-Services und deren Angebote. BREIN verlangt, dass News-Service alle urheberrechtlich bedenklichen Angebote von deren Servern löschen solle. Das Amsterdamer Gericht gab der Organisation nun Recht und verurteilte News-Service zur Löschung. Zur Vermeidung hoher Geldbußen stellte das Unternehmen sein Angebot nun komplett offline, Nutzerdaten wurden allerdings noch nicht gelöscht. News-Service reichte zudem eine Revisionsklage ein und will das Urteil „schon aus prinzipiellen Gründen nicht akzeptieren“.

Und tatsächlich hätte das niederländische Urteil große Auswirkungen auf Internetdienste-Anbieter in Europa. News-Services möchte im Sinne aller Dienste-Anbieter vor Gericht erreichen, dass die eigenen Angebote ebenso behandelt werden müssten, wie die von Internet-Zugangsanbietern. Einem Internet-Zugangsanbieter ist es untersagt zu prüfen, welche Daten ein Nutzer über die Internetleitung bewegt – Dienste-Anbieter wie News-Services hingegen sind durch das Urteil des niederländischen Gerichtes gezwungen, alle Inhalte auf illegale Daten zu durchsuchen. Jedes Angebot, das es dem Nutzer erlaubt, eigene Dateien hochzuladen und anderen Nutzern bereitzustellen wäre von diesen Urteil betroffen – das Aus für an sich legale Dienste Rapidshare, Dropbox und die komplette europäische Usenet-Community.


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