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Wireless Display, die kabellose Verbindung

Kabellose Verbindungen sind nicht nur zufällig „in“ sondern durchaus auch in vielen Situationen extrem praktisch. Notebooks beispielsweise erfreuen sich primär auch wegen Wireless LAN größter Beliebtheit – immer am Netzwerkkabel hängende Notebooks sind eher unpraktisch und ohne Internet ist die Arbeit am Notebook kaum noch denkbar. Tablets hätten sich ohne kabelloses Internet nie durchsetzen können, Smartphones erst recht nicht. Doch nun wird es anachronistisch – sollen Notebooks, Tablets oder Smartphones mit einem Fernseher verbunden werden, um Fotos vom kleinen Mobilgerät auf dem großen Bildschirm zu betrachten, ist in den meisten Fällen wieder ein Kabel vonnöten. Dank HDMI hält sich mittlerweile zwar das Kabelgewirr bei gleichzeitig sehr hoher Bildqualität im Rahmen, als praktisch darf ein per Kabel ans TV-Gerät angeschlossenes Mobilgerät aber nicht bezeichnet werden. Kniffliger wird es dann noch, wenn nicht der Fernseher sondern ein unter der Decke montierter Videoprojektor das Bild ausgeben soll – Kabel durch den Raum spannen wirkt ja schon wenig elegant, Kabel von der Decke hängen lassen ist aber mehr als nur unpraktisch.

Die Lösung liegt allerdings recht nahe: Warum nicht die Kabelverbindung zwischen Mobilgerät und TV vom Kabel befreien? Der Verzicht auf VGA-, DVI- oder HDMI-Kabel bringt aber einige Probleme mit sich. Da wäre zum einen die hohe Bandbreite die die akuell genutzten Auflösungen von bis zu 1920 x 1080 Bildpunkten erzeugen. Diese hohe Bandbreite per Funk störungsfrei zu transportieren ist keine leichte Aufgabe. Zudem muss das Signal ohne Unterbrechung ankommen, ansonsten drohen Bildfehler. WLAN allerdings ist je nach Funkabdeckung oft mehr oder weniger zickig und verliert auch schon einmal einige Datenpakete auf dem Weg zum Empfänger.

Wireless Display

Wireless Display ©iStockphoto/Oleksiy Mark

Dennoch haben sich einige Hersteller der Problematik angenommen und entsprechende Lösungen präsentiert. Intel nutzt sein Knowhow im WLAN-Bereich und macht die hauseigenen WiFi-Adapter auch für bewegte Bilder tauglich – die Technik nennt sich Intel Wireless Display und ist aktuell primär zur Verbindung von Notebooks und Fernsehgeräten respektive Videoprojektoren gedacht. In Zukunft dürften aber auch Tablets in den Genuss von Intel WiDi kommen und die Technik damit deutlich populärer machen als sie es aktuell ist.

Apple integriert bereits seit einiger Zeit eine Funktion namens Apple Airplay in die hauseigenen iPads und die Settop-Box Apple TV. In Zukunft dürfte Airplay wohl auch ohne Box direkt in Apples eigene Fernsehgeräte implementiert werden.

Für den Heimkinobereich und damit auch für anspruchsvolle Anwender ist die vergleichsweise teure Technik Wireless HDMI vorgesehen. Dafür besticht Wireless HDMI aber auch durch vergleichsweise hohe Reichweiten, praktische Zusatzfunktionen wie Infratot-Rückkanäle für Fernbedienungen sowie eine einwandfreie Bildqualität.

Mit WiFi-Display versuchen einige Hersteller kabellose Displayansteuerungen auch im Android-Bereich möglich zu machen. Wie alle anderen hier vorgestellten Techniken aber auch konnte sich WiFi Display aufgrund von Kompatibilitätsproblemen noch nicht so recht durchsetzen. Der Markt befindet sich noch in der Anfangsphase, eine übergreifende Unterstützung ist noch nicht in Sicht. Erst mit einer flächendeckenden Kompatibilität und einem einzigen Standard für den Markt werden sich kabellos angeschlossene Displays durchsetzen können.

Autor: Dennis Ziesecke


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