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Notebooks – Gerätetypen

Auch wenn immer wieder von „Notebooks“ gesprochen wird, unterteilt sich dieses Segment doch stark in zahlreiche teils extrem verschiedene Sparten. Einige der Produktsparten sind von Firmen wie Intel geschaffen worden, teilweise geben die Hersteller auch strenge Vorgaben an die Ausstattung und die Größe der Modelle eines Produktsegmentes. Und dennoch sind die einzelnen Schubladen nicht unpraktisch bei der Klassifizierung und beim Kauf – es ist dann doch einfacher, einen Verkäufer auf aktuelle Ultrabooks anzusprechen, als erst umständlich Gerätedetails zu erläutern.

Netbooks

Wenn es ein ultra-portables, möglichst kleines Gerät für den Office-Alltag sein soll, bietet sich unter gewissen Umständen ein Netbook als mobiler Begleiter an. Zwar bieten Netbooks nur vergleichsweise wenig Leistung, dafür fallen sie im Gepäck kaum auf und auch ihre Akkulaufzeit weiß im Normalfall zu überzeugen. Die zum Einsatz kommenden Prozessoren wie Intels Atom oder AMDs C- und E-Serie bieten ein bis zwei Rechenkerne mit geringer Taktfrequenz und eher wenig Rechenleistung. Einkernmodelle sind selbst im Office-Alltag nur für sehr geduldige Naturen empfehlenswert, ein Zweikernprozessor sollte es der höheren Geschwindigkeit zuliebe schon sein. Intels Atom-CPUs lösten zwar vor einigen Jahren den Netbook-Boom überhaupt erst aus, vor allem in Punkto Grafikleistung liegen diese Prozessoren allerdings mittlerweile weit hinter der später erschienenen Konkurrenz von AMD. Und auch wenn Netbooks generell nicht für Computerspiele vorgesehen sind, kann sich eine verbesserte Grafikleistung dennoch im Alltag bemerkbar machen. So übernimmt die GPU die Beschleunigung von Flash-Inhalten, HTML5-Webseiten oder abgespielten Videodateien. Mit Intels Atom-Prozessoren haken allerdings bereits durchschnittlich aufgelöste Youtube-Videos, während AMDs deutlich zeitgemäßere Grafikeinheit auch FullHD-Videos und Blu-ray-Filme flüssig wiedergeben kann.

Netbook @iStockphoto/murat sarica

Netbook @iStockphoto/murat sarica

Die Bildschirme der Netbooks sind zwischen 10,1 und 12 Zoll groß, die überwiegende Mehrheit der Netbooks setzt auf 10,1 Zoll. Eher niedrig fällt dabei oft die Auflösung aus – 1024 x 800 Bildpunkte birgt nur wenig Platz für ausschweifende Arbeiten. Vor allem die wenigen Modelle mit 12 Zoll bieten aber ein deutlich angenehmeres Arbeitsgefühl, da hier mit 1366 x 768 Bildpunkten ungleich mehr Arbeitsfläche auf dem Bildschirm vorhanden ist.


Auch der Speicher ist beim Netbook oft eingeschränkt – 1 bis 2 Gigabyte RAM gibt es fest verbaut, selten finden sich Modelle mit 4 Gigabyte. Intels Atom-CPU kann sogar nur 2 Gigabyte insgesamt adressieren, so dass Aufrüsten hier kaum sinnvoll möglich ist – Speicherfreunde sollten sich bei den AMD-Netbooks umschauen.

Netbooks setzen oft auf abgespeckte Betriebssystemversionen von Microsoft – Windows 7 Starter Edition bietet aber bis auf einige Kleinigkeiten fast alle Vorteile der teureren Home Premium Edition. Allerdings lässt sich unter anderem das Desktop-Hintergrundbild bei Windows 7 Starter nicht ändern. Aus Platzgründen findet sich in einem Netbook allerdings kein optisches (DVD-)Laufwerk, ein neues Betriebssystem lässt sicher daher nur über den Umweg eines externen Laufwerkes oder via USB-Stick installieren.

Von allen Notebookklassen bieten die kleinen Netbooks dafür die größten Akkulaufzeiten – bis zu 15 Stunden sind je nach Modell erreichbar. Grund für diese Rekordwerte ist neben dem kleinen und damit energiesparenden Display vor allem auch der Prozessor: Mit nur 5 bis 12 Watt liegen diese deutlich unter den 25 bis 40 Watt eines „ausgewachsenen“ Notebookprozessors.

Subnotebooks

Noch vor wenigen Jahren galten Subnotebooks als das unerschwingliche Ideal des Notebooks. Klein, leicht, technisch gut ausgestattet und viel zu teuer – viele Käufer lassen sich so nicht finden. Der Erfolg der Netbooks und deren Mangel an Rechenleistung sorgte bei einigen Unternehmen aber für die durchaus sinnvolle Idee, etwas besser ausgestattete und etwas größere Netbooks zu bezahlbaren Preisen herauszubringen. So bieten Subnotebooks Displaygrößen zwischen 11 und 13,3 Zoll, wie auch die Netbooks keine optischen Laufwerke aber im Gegenzug deutlich schnellere Prozessoren. Die gehobene Ausstattung geht allerdings zu lasten der Akkulaufzeit, wenngleich 4-8 Stunden immer noch sehr passable Werte sind.

Für mehr Rechenleistung im Vergleich zum Netbook sorgen sogenannte ULV-Prozessoren. Diese „Ultra Low Voltage“-Prozessoren sind zwar deutlich niedriger getaktet als herkömmliche Notebookprozessoren, zumeist mit nur 1 bis 1,4 Gigahertz – aufgrund ihres moderneren Innenlebens arbeiten sie allerdings gut doppelt so schnell wie Netbookprozessoren wie Intels Atom. Auch die Grafikeinheiten sind schneller, so dass die Wiedergabe von hochauflösenden Videos und selbst gelegentliche Spiele kein Problem sind. Einige Modelle bieten sogar dedizierte Grafikchips und nähern sich damit eher den herkömmlichen Notebooks an. Preislich finden sich Subnotebooks zwischen 450 und 1000 Euro, je nach Ausstattung, Verarbeitung und Laufzeit.

Ultrabooks

Intel lag einiges daran, eine eigene Geräteklasse oberhalb der Subnotebooks einzuführen. Ultrabooks sind ebenfalls sehr mobile und portable Allround-Notebooks mit eher kleinen Displays. Die Bildschirmdiagonalen liegen zwischen 11 und 14 Zoll, Zumeist mit der Standardauflösung 1366 x 768 Bildpunkten. Allerdings gibt es von Intel einige strenge Vorgaben, wenn sich ein Subnotebook „Ultrabook“ nennen will – und der Hersteller mit dem positiv besetzten Begriff werben darf. So darf ein Ultrabook ausschließlich Prozessoren aus Intels ULV-Prozessorserien einsetzen, CPUs von AMD sind – nachvollziehbar – verboten. Ein Ultrabook darf bei einer Displaydiagonale von bis zu 13,3 Zoll maximal 18 mm dick sein, ab 14 Zoll sind 21 mm erlaubt. Die Akkulaufzeit mindestens 5 bis 8 Stunden betragen, das Gewicht eines Ultrabooks darf nicht höher als 1,4 Kilogramm liegen.

Um diese Vorgaben einzuhalten, sind die Hersteller gezwungen, hochwertige und energiesparende Komponenten und leichte Materialien zu verwenden. Als Massenspeicher kommt daher zumeist eine schmale SSD zum Einsatz – Festplatten sind zu dick und brauchen zu viel Strom, gleiches gilt für DVD- und Blu-ray-Laufwerke. Die Low-Voltage-Prozessoren von Intel arbeiten mit zwei Rechenkernen und benötigen nur etwa 17 Watt, bieten aber für die meisten alltäglichen Aufgaben mehr als genug Rechenleistung. Die gehobene Ausstattung hat ihren Preis: Ultrabooks werden nur selten günstiger als 750 Euro angeboten, die Mehrzahl der Geräte liegt im Bereich um 1000 Euro.

Intel ließ sich bei der Konzeption des Ultrabook-Standards stark von Apples MacBook Air inspirieren. Diese extrem flachen Mobilcomputer setzen primär auf leichtes Aluminium als Baumaterial, nutzen energiesparende Prozessoren (ironischerweise ebenfalls aus dem Hause Intel) und bringen nur sehr wenig Gewicht auf die Waage. Eine erste Ultrabook-Serie aus dem Hause Asus ähnelte Apples MacBook Air zudem so stark, dass Apple mit klaren Worten die Produktion dieser Geräte untersagte.

Weiter Konkurrenz bekommt diese Geräteklasse aus dem Hause AMD. Nachdem der Begriff „Ultrabook“ von Intel geschützt ist, möchte AMD seine Partner zur Konzeption von „Ultrathins“ überzeugen. Unterschiede gibt es freilich kaum, nur sollen bevorzugt AMDs kombinierte CPU/GPU-Chips aus der Trinity-Serie zum Einsatz kommen. Wer die hohe Rechenleistung bei gleichzeitig eher geringer Grafikpower bei Intel nicht benötigt, bekommt bei AMD also genau das Gegenteil – viel GPU, weniger CPU.

Notebooks

Der Klassiker – Notebook oder Laptop, beides bezeichnet eine Geräteklasse. Die Vielfalt auf dem Markt ist trotz der Abspaltung der anderen in dieser Übersicht genannten Geräte fast unüberschaubar. So reicht die Displaygröße von 14 über 15,6 bis hin zu 16 und 17,3 Zoll. Preiswerte Modelle nutzen Bildschirme mit der Standardauflösung 1366 x 768, was oft allerdings schon etwas zu wenig ist – hochauflösende Modelle mit 1600 x 900 oder 1920 x 1080 Bildpunkten finden sich aber ebenfalls auf dem Markt; sie sorgen für mehr Übersicht auf dem Bildschirm und mehr Komfort bei der Arbeit mit dem Notebook.

Als Prozessoren kommt eine wilde Vielfalt von Intel und AMD zum Einsatz. Beliebt sind Doppelkern-Prozessoren, da hier das Verhältnis aus Energiebedarf und Leistung noch am besten gewahrt ist. Zumal nur wenige Anwendungen die Rechenleistung eines Vierkernprozessors benötigen. Zudem bieten selbst preiswerte Notebooks oft einen dedizierten Grafikchip mit eigenem Grafikspeicher. Die Einsteigermodelle, die sich gerne in besonders günstigen Notebooks finden, bieten aber nur wenig Leistung und sind daher oft überflüssig. Vor dem Kauf ist es sinnvoller, sich zu überlegen, ob das Notebook auch für gelegentlich Computerspiele oder ausschließlich für die Arbeit und für multimedialen Film- und Fotogenuss eingesetzt werden soll. Stehen Spiele auch nur gelegentlich auf der Wunschliste, sollte es daher eine Grafikchip der Mittelklasse sein, für alle anderen Anwendungen reicht eine Onboard/On-CPU-Grafik.

Notebooks mit 14 bis 16,4 Zoll Bildschirmgröße sind gut zu transportieren und bieten Platz für hochwertige und schnelle Komponenten. Je nach Preisklasse liegt die Akkulaufzeit zwischen einer und fünf Stunden, Businessmodelle einiger Hersteller erreichen mit Hochkapazitätsakkus auch bessere Werte. Unter Last sinkt die Laufzeit allerdings oft stark. Die „normal großen“ Notebooks bieten Platz für eine Festplatte, die zwischen 320 und 1500 Gigabyte groß ist. Optische Laufwerke bis hin zum Blu-ray-Brenner finden sich so gut wie immer. Einige Notebooks bieten zudem einen mSATA-Steckplatz, der sich mit einer SSD-Steckkarte bestücken lässt – so lässt sich die Leistung des Notebooks schnell und bequem massiv steigern.

Die größeren und deutlich weniger handlichen Notebooks mit 17,3 Zoll Bildschirmdiagonale verfügen über spürbar mehr Platz im Innenraum, so dass sich auch leistungsstarke Komponenten leise kühlen lassen. Auch hier reicht die Angebotspalette quer durch das gesamte Spektrum – selbst langsame Netbook-Prozessoren verbauen einige Hersteller, bevorzugt aus Kostengründen um ein 350-Euro-17-Zoll-Notebook bewerben zu können. Möglich sind aber auch Vierkernprozessoren, schnelle Grafikchips, mit denen auch anspruchsvolle Grafikanwendungen flüssig laufen und mehrere Festplatten. Generell gilt: Je besser die Leistung, desto geringer die Laufzeit – Leistung kostet Energie. Dazu sind 17-Zoll-Geräte nicht nur sperriger und unhandlicher sondern auch schwerer als ihre kleineren Geschwister. Wer Wert auf Mobilität legt, sollte sich daher etwas anderen kaufen – als Multimedia-Center oder als Desktop-Ersatz eignet sich ein solches Gerät aber problemlos. Allerdings geht es im Bereich „Desktop-Ersatz“ auch größer..

Desktop Replacement

Als Desktop Replacement werden Notebooks bezeichnet, die anstelle von Mobilität klassische Desktop-Fähigkeiten mitbringen – große Displays, viel Rechenleistung und Speicherkapazität aber eben nur stark begrenzte Mobilität. So ein Desktop-Ersatz weist Bildschirmgrößen von 18,4 und mehr Zoll auf und ist entsprechend unhandlich. Da Displays mittlerweile zu den größten Energieverbrauchern im Notebook zählen, fällt bei vielen dieser Geräte die Akkulaufzeit eher bescheiden aus – bei einem Gewicht von 4 bis 8 Kilogramm kommt allerdings generell eher selten der Wunsch auf, das Gerät auf Reisen mitzunehmen. Wie der Name bereits andeutet – ein Desktop Replacement soll den Desktop in der Wohnung ersetzen und dabei helfen, Platz zu sparen. Einige Modelle auf dem Markt verfügen nicht einmal mehr über einen Akku, dafür aber über Bildschirme mit 20 Zoll und mehr Diagonale. Angesichts der 15 bis 40 Minuten Laufzeit einiger Geräte fällt der Verzicht auf einen Akku zwar nicht stark ins Gewicht, als „Mobilcomputer“ sollten solche Modelle allerdings nicht mehr bezeichnet werden.

Angesichts der schieren Größe und der sowieso nicht geforderten Mobilität sind die Hersteller allerdings sehr frei bei der Wahl der Komponenten. Schnelle Vierkernprozessoren, schnelle Grafikchips – für PC-Spieler kommen mitunter zur Leistungssteigerung auch zwei Grafikchips gleichzeitig zum Einsatz – viel Speicherplatz auf mehreren Festplatten und moderne Blu-ray-Brenner können ebenso zum Einsatz kommen wie spezielle Grafikchips für professionelle CAD-Anwendungen. Viele der preiswerteren Desktop Replacements setzen allerdings auf traditionellere Hardware und kommen mit Doppelkern-CPU und einer Festplatte daher. Der zusätzliche Platz im Gehäuse wird hier häufig für ausladende Lautsprechersysteme inklusive kleinem Subwoofer genutzt – diese Modelle sind primär als Multimedia-Center für die Wohnung konzipiert, auch wenn es sich damit natürlich dennoch gut arbeiten lässt.

Angesichts der zunehmenden Verbreitung von All-in-One-Computern verlieren Desktop Replacements allerdings zunehmend an Bedeutung. Die alles-in-einem-Rechner nutzen oft eine Mischung aus Desktop- und Notebooktechnik, verfügen über größere und oft auch Touch-fähige Bildschirme und sparen ebenfalls Platz auf dem Schreibtisch.

Autor: Dennis Ziesecke

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