Asterisk

Asterisk ist eine Open Source PBX (Telefonanlage) für das Linux-Betriebssystem unter der GNU/GPL Lizenz, die 1999 von Mark Spencer von seiner heutigen Firma Digium in den USA ins Leben gerufen wurde und an der sich mittlerweile Dutzende von Entwicklern weltweit beteiligen. Die Hauptarbeit liefert aber immer noch Mark Spencer. Wie bei allen Open Source Projekten ist zwar die Software als solche kostenlos und kann in der aktuellsten Version unter http://www.asterisk.org geladen werden, es gibt aber keinen Support dazu (oder nur von spezialisierten Unternehmen mit Fachpersonal gegen Entgelt) und schlechte oder veraltete Dokumentation. Allerdings müssen Weiterentwicklungen unter der GPL Lizenz auch wieder allen Anwendern zur Verfügung gestellt werden.

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Da (kleinere) VoIP-Anbieter Asterisk häufig einsetzen und z.B. monduno in der Pfalz über 3 Jahre sie weiterentwickelt hat, möchten die VoIP-Anbieter ihre Alleinstellungsmerkmale nicht wieder mit Konkurrenten teilen. Deshalb bietet die Firma Digium auch eine kommerzielle Lizenz, so dass Weiterentwicklungen auch im jeweiligen Unternehmen verbleiben dürfen und nicht wieder unter die GPL Lizenz fallen.

Ursprünglich war Asterisk als Telefonanlage für analoge Telefonanschlüsse konzipiert worden. Später kam dann ISDN hinzu gefolgt von Voice over IP. Heute wird Asterisk selbst in Call Centern eingesetzt und auch bei VoIP-Anbietern, mindestens als VoiceMail-Server. Allerdings ist Asterisk immer noch als eine Telefonanlage für kleine bis mittlere Installationen gedacht. Sie kann aber sowohl als SIP-Proxy dienen wie auch als Gateway ins PSTN (über So,S2m-Karten) und liefert VoiceMail, Konferenzen, Warteschlangen usw.

Die Software selbst unterstützt u.a. die Protokolle SIP, H.323, IAX2 (Inter-Asterisk-Exchange), MGCP, SCCP, Analog, ISDN (BRI und PRI) und kann die Codecs G.711, GSM, G.729, G.726, iLBC und Speex supporten. Weiterhin ist Telefax, Text2Speech und AGI möglich.

Bei kleineren Installationen läuft Asterisk stabil, kann aber auch zehntausend Calls und mehr pro Tag abwickeln. Bei solch großen Installationen ist der Betreiber aber besser beraten den Open Source SIP-Proxy SER von IPTel.org oder openSER als "Vermittlungsstelle" einzusetzen (und Sprachdaten getrennt zu routen), der besser skaliert und den SIP-Standard auch konsequenter umsetzt.

Die Grundelemente von Asterisk sind Kanäle (SIP, IAX2 oder ISDN), Applikationen und der Rufnummernplan. Die Kanäle stellen die Verbindungen zur Außenwelt her (z.B. SIP), die Applikationen sind Konferenzen, VoiceMail oder Warteschlangen. Der Rufnummernplan gibt an, wie die Kanäle mit Applikationen durchgeschaltet werden. Applikationen sind die aktiven Elemente von Asterisk, die Sprachdaten (Audio) senden und empfangen können, Verbindungen auf- und wieder abbauen können und einige Parameter, wie z.B. die Caller ID (CID).

Asterisk wird über eine Komandozeilen-Schnittstelle (Command Line Interface, CLI), bedient, die mit dem MySQL-Promt oder einer sehr einfachen Shell vergleichbar ist; eine grafische Benutzerschnittstelle (Graphical User Interface, GUI) existiert von Hause aus nicht, es befinden sich allerdings zahlreiche GUIs- und web-basierte Interfaces und Statusanzeigen in Vorbereitung.

In Deutschland gibt es zu Asterisk sein Spätsommer 2005 einen Verein in Darmstadt, den Asterisk e.V., der die Software supported und die Weiterentwicklung vorantreiben möchte.

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