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Besondere SSD-Bauweisen und Einsatzbereiche

Nicht nur Desktop-Rechner sondern auch und besonders Notebooks lassen sich durch den Einbau einer SSD beschleunigen. Bei einigen Notebooks muss zum Aufrüsten nicht einmal die serienmäßig verbaute Festplatte entfernt werden – was angesichts der überschaubaren Kapazitäten aktueller SSDs oft auch eher unpraktisch wäre. Immer mehr Notebooks werden mit einem sogenannten mSATA-Steckplatz ausgeliefert. Dieser bietet dem Nutzer die Möglichkeit, wahlweise Erweiterungskarten, beispielsweise für den UMTS-Empfang, oder spezielle mSATA-SSDs zu verbauen. Entsprechende SSDs sind sehr klein, kaum größer als eine halbierte Visitenkarte, fassen aber dennoch bis zu 256 Gigabyte an Daten. Da es sich bei mSATA um einen SATA-Laufwerksanschluss im Steckkartenformat handelt, leidet auch die Geschwindigkeit der SSD nicht unter der ungewöhnlichen Bauweise. Größtes Manko dieser SSDs ist allerdings ihr verhältnismäßig hoher Preis. Mangels Verbreitung werden entsprechende Laufwerke etwa doppelt bis dreimal so teuer angeboten, wie SSDs im gängigen 2,5-Zoll-Format.

Wer jedoch auf das optische Laufwerk seines mobilen Rechners verzichten kann, sollte sich nach Einbaurahmen für den Laufwerksschacht umschauen. Oft gibt es zum jeweiligen Notebookmodell passende Laufwerksblenden für wenig Geld zusätzlich zu erwerben. Der DVD-Schacht bietet eine vollwertige SATA-Schnittstelle, die über den Einbaurahmen auch für Festplatten und SSDs nutzbar wird. Teilweise arbeitet diese Schnittstelle aber langsamer als der für die Festplatte vorgesehene SATA-Port, so dass es sich anbietet, im Laufwerksschacht die Festplatte und im Festplattenschacht die SSD zu verbauen – Festplatten profitieren kaum von den schnelleren SATA-Standards, SSDs allerdings schon.

Herkömmliche HDD Festplatten

Herkömmliche HDD Festplatten ©iStockphoto/joruba

Kompromisslose Leistung bieten SSDs für den PCI-Express-Steckplatz. Hier steht die volle Geschwindigkeit der rasanten Schnittstelle zur Verfügung, während eine schnelle SSDs von SATA bereits ein wenig ausgebremst werden. Der Hersteller OCZ beispielsweise bietet mit dem RevoDrive eine sehr schnelle PCIe-SSD an. Das RevoDrive setzt dabei auf gleich mehrere per interner RAID-Funktion gekoppelte Controller und Speicherbausteine, so dass extrem hohe Geschwindigkeiten erreicht werden können. Arbeiten per SATA angebundene SSDs noch mit Maximalgeschwindigkeiten von bis zu 550 Megabyte pro Sekunde, erreichen PCIe-Laufwerke bis zu 2000 Megabyte pro Sekunde. Zum Vergleich: So schnell war vor einigen Jahren der Arbeitsspeicher eines Computers.

Immer öfter anzutreffen sind für den internen Einsatz gedachte SSDs mit USB-Anschluss. Diese lassen sich wie herkömmliche externe Laufwerke nutzen aber auch problemlos in den PC einbauen. Eine sehr praktische Lösung, vor allem in Verbindung mit einem Laufwerks-Wechselrahmen, so dass die SSD nicht immer komplett ausgebaut werden muss. Beim Erwerb einer primär für den externen Gebrauch bestimmten SSD sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Laufwerk (und der Rechner) über USB 3.0 verfügt. Im Gegensatz zu USB 2.0 ist der neuere USB-Standard auch für die hohen Geschwindigkeiten von SSDs ausgelegt und bremst nicht künstlich. Wo USB 2.0 maximal etwa 45 Megabyte pro Sekunde überträgt, liegt die Datenrate von USB 3.0 bei maximal etwa 600 Megabyte pro Sekunde. Mit der zunehmenden Verbreitung von Intels schneller Thunderbolt-Schnittstelle bietet sich auch diese als Option zum Anschluss von SSDs an – die Transferraten können per Thunderbolt gut doppelt so hoch ausfallen wie per USB 3.0.

Wenn die eigene SSD nur einen SATA-Anschluss besitzt, das Laufwerk aber dennoch extern genutzt werden soll, hält der Fachhandel USB-Laufwerksgehäuse bereit. In diese lassen sich neben klassischen Festplatten natürlich auch SSDs einbauen, Modelle mit USB 3.0 bieten zudem ausreichend Geschwindigkeit für die SSD. Oft ist es zudem deutlich preiswerter, eine für den internen Gebrauch vorgesehene SSD und ein Laufwerksgehäuse zu erwerben anstelle einer USB-SSD. Nachteile bietet diese Lösung nicht, im Gegensatz zu einer externen Festplatte bietet die SSD zwar weiterhin weniger Speicherplatz, dafür punktet sie aber durch ihre Robustheit. Fällt eine externe SSD vom Tisch, ist das Laufwerk im Normalfall unbeschädigt (einzig das Laufwerksgehäuse könnte Schaden nehmen), während eine externe Festplatte einen solchen Sturz nur selten ohne Datenverlust übersteht.

Wenn der begrenzte Platz auf der SSD bei der täglichen Nutzung zu sehr einschränkt, bietet sich das sogenannte SSD-Caching als Lösung an. Diese Funktion unterstützen Intels Z68-Chipsätze sowie alle modernen Chipsätze der 70er-Serie sowie einige mit Zusatzprogrammen für SSD-Caching ausgelieferte SSDs. Beim SSD-Caching werden SSD und Festplatte per Software so gekoppelt, dass für den Anwender nur noch das Festplattenlaufwerk sichtbar ist. Die SSD agiert nur noch als schneller Zwischenspeicher für die Festplatte. Dabei analysiert das Treiberprogramm, welche Dateien besonders oft genutzt werden und speichert diese auf der SSD zwischen. Der Zugriff auf diese Daten findet also nicht mehr von der langsameren Festplatte statt. Vorteil der Lösung: Es ist der volle Festplattenspeicher verfügbar während nach einer kleinen Analysephase der Rechner sich beinahe so schnell anfühlt, wie direkt von SSD gestartet. Da die Software große Dateien wie Filme oder Datenarchive auch bei regelmäßiger Nutzung auf der Festplatte belässt, bleibt die Lösung auch dauerhaft schnell. SSD-Caching ist zwar etwas langsamer als die Nutzung einer reinen SSD, allerdings muss dabei vor allem bei kleineren Modellen immer wieder mit dem verfügbaren Speicher gehaushaltet werden. Für die Caching-Lösung reichen indes auch schmale SSDs mit 20 bis 40 Gigabyte Kapazität aus, welche recht preiswert erhältlich sind.

Autor: Dennis Ziesecke

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