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Vor- und Nachteile von SSD Festplatten

Halbleiterlaufwerke wie SSDs gibt es bereits seit vielen Jahren. So handelt es sich streng genommen auch bei Compact-Flash-Speicherkarten und USB-Sticks um SSDs. Heutzutage werden allerdings bevorzugt Festplatten-ähnliche Laufwerke zum Einbau in den Computer als SSD bezeichnet. Einen ersten Bekanntheitsschub erlangte die SSD in der Öffentlichkeit durch das erste Netbook der Firma Asus. Der Eee-PC, damals noch mit einem langsamen Celeron-Prozessor und einer speziellen Linux-Version sowie einem kleinen 7-Zoll-Bildschirm ausgestattet, speicherte seine Daten auf einem 8 Gigabyte großen Flashspeicher. Diese SSD war allerdings eher langsam und konnte mehr durch ihre Robustheit gegenüber Stößen als durch hohe Performance und brauchbare Speicherkapazitäten punkten. Im Zuge der Produktion immer größerer Mengen Flash-Speicher für USB-Sticks und Foto-Speicherkarten sanken im Laufe der Zeit die Preise für die Speicherbausteine, so dass SSDs sich auch auf dem Endkundenmarkt etablieren konnten.

Der größte Vorteil einer SSD ist die extrem geringe Zugriffszeit, bedingt durch das Fehlen von mechanischen Teilen wie den Schreib-Lese-Köpfen einer Festplatten. Jede gespeicherte Information ist quasi sofort und ohne spürbare Verzögerung aufrufbar. Diesen Vorteil boten bereits die ersten im Handel erhältlichen SSDs, allerdings sorgten diese Laufwerke dennoch nur selten für den gewünschten Geschwindigkeitsschub im Rechner. Der Grund dafür war die oft sehr geringe Geschwindigkeit der Speichermodule, welche durch die noch nicht ausreiften Controller weiter ausgebremst wurden. So erreichten frühe Modelle (meist mit nur 8 bis 32 Gigabyte Kapazität) nur Lesegeschwindigkeiten von etwa 20 Megabyte pro Sekunde – geschrieben wurde sogar noch langsamer. Zum Vergleich: Eine Festplatte las und schrieb zu dieser Zeit mit bis zu 120 Megabyte pro Sekunde. Bei diesen Geschwindigkeitsunterschieden waren auch die Vorteile durch eine geringe Zugriffszeit nicht mehr spürbar.

SSD Festplatten

SSD Festplatten ©iStockphoto/scanrail

Ein Vorteil blieb den Oldtimern unter den Solid State Disks aber dennoch. Die Laufwerke waren robust. Mangels mechanischer Bauteile, die bei einer Festplatte für einen schnellen Exitus sorgen können – beispielsweise wenn das Laufwerk Erschütterungen ausgesetzt ist – ist eine SSD auch unter schwierigen Bedingungen problemlos einsetzbar. Tatsächlich kamen schon lange vor dem Aufkommen der SSDs im Heimcomputerbereich bei Industriecomputern Compact-Flash-Speicherkarten als Systemlaufwerk zum Einsatz, da diese sich ebenfalls nicht durch Erschütterungen irritieren ließen. Auch USB-Sticks profitieren von dieser Robustheit.

Ebenfalls sehr praktisch, vor allem für lärmempfindliche Computernutzer, ist die Lautstärke einer SSD. Während ein Festplattenlaufwerk je nach Modell mehr oder weniger stark hörbar ist, lässt sich eine SSD bauartbedingt selbst mit großen Anstrengungen nicht hören. Bei einer Festplatte dreht ein Motor die Speicherplatten im Gehäuse, es fährt der Schreib-Lese-Kopf hin und her – jeder Lese- und Schreibvorgang ist daher mit Geräuschen verbunden, die sich auch aus geschlossenen PC-Gehäusen heraushören lassen. Das Drehen der Speicherplatten sorgt zudem für Vibrationen, die sich auf das Gehäuse des Computers übertragen können – wenn ein PC durch Handauflegen plötzlich leise wird, sollte die Festplatte mit einem dämmenden Einbaurahmen verbaut oder gegen eine SSD getauscht werden.

Auch der Energiebedarf von SSDs ist nicht zu vernachlässigen. Eine moderne SSD benötigt im Betrieb oft weniger als 1 Watt elektrischer Energie, Notebookfestplatten benötigen etwa 3 Watt, Desktopmodelle bis zu 10 Watt. Diese Unterschiede fallen zwar im Desktop-PC selten auf – vor allem, wenn gleichzeitig hochgezüchtete Prozessoren und Grafikkarten genutzt werden – im Notebook allerdings kann dieser Unterschied einige wertvolle Minuten Akkulaufzeit sparen. Dazu kommt die generell höhere Geschwindigkeit der SSD, die dafür sorgt, dass Programme und auch das Betriebssystem schneller geladen werden, was erneut Energie spart. Ein geringerer Energiebedarf hat noch einen weiteren Vorteil: Wo wenig Energie aufgenommen wird, entsteht auch weniger Abwärme. SSDs bleiben selbst bei Belastung relativ kühl während schnelle Festplatten im Desktop-PC in nicht wenigen Fällen eine aktive Kühlung per Lüfter erfordern.

Der größte Nachteil der SSDs hingegen ist ihr noch vergleichsweise hoher Preis. Selbst preiswerte Modelle sind nur selten für weniger als 1 Euro / Gigabyte zu bekommen – spezielle Modelle mit ungewöhnlichen Anschlussarten wie mSATA kosten oft das Drei- bis Vierfache. Festplatten hingegen sind zu Preisen ab 0,05 Euro / Gigabyte erhältlich. Zudem weisen SSDs noch immer nicht die Kapazitäten von Festplatten auf. Während Festplatten auch mit 3 bis 4 Terabyte, 4000 Gigabyte also, erhältlich sind, kommen selbst große SSDs nur selten auf mehr als 512 Gigabyte Kapazität.

Die rasante Entwicklung auf dem SSD-Markt sorgt zudem für ein weiteres Problem. Einige Unternehmen werfen neue Laufwerke übereilt auf den Markt. Teilweise werden Probleme bei der Ansteuerung erst nach einiger Zeit von verärgerten Käufern entdeckt, manchmal auch erst nach einem Datenverlust. So meldeten sich einige SSDs des ansonsten als sehr zuverlässig geltenden Herstellers Intel nach einiger Zeit mit nur noch 8 Megabyte Speicherkapazität im System – der restliche Speicher war verloren. Zwar ließen sich die Laufwerke mit einigen Tricks wieder zu voller Kapazität bringen, die Daten waren jedoch nicht mehr vorhanden. Ein eilig entwickeltes Update für die Firmware des Laufwerkes, die fest eingespeicherte Betriebssoftware der SSD also, sorgte zwar für Abhilfe, solche Fehler erschüttern allerdings das Vertrauen vieler Anwender.

Autor: Dennis Ziesecke

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